Ulme, vom Stamm zum Bogen

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Lord Hurny
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Ulme, vom Stamm zum Bogen

Beitrag von Lord Hurny »

Liebe Gemeinde,
ich starte hier wieder einmal ein Thread mit Langzeitpotential. Es handelt sich um den ersten Ulmenbogen, den ich bauen möchte. Das Design ist noch nicht festgelegt, vom Flachbogen bis zum ELB ist alles drin. Warum ich mich noch nicht entschieden habe, hat etwas mit dem Ausgangsmaterial zu tun, das sieht nämlich erst so aus:
Ulme, gefällt Anfang März 2011, bis jetzt in der Rinde unter Dach gelagert
Ulme, gefällt Anfang März 2011, bis jetzt in der Rinde unter Dach gelagert
Heute hab ich zu spalten begonnen:
Nachdem der Stamm den Keil ohne große Spalten "gefressen" hat, wurde mir klar - das wird länger dauern!
Nachdem der Stamm den Keil ohne große Spalten "gefressen" hat, wurde mir klar - das wird länger dauern!
Um den Keil überhaupt wieder freizu kriegen, habe ich mit mehreren Keilen und Äxten nachgeholfen
Um den Keil überhaupt wieder freizu kriegen, habe ich mit mehreren Keilen und Äxten nachgeholfen
Irgenwann hab ich die meisten Äxte und Keile befreien können, aber das verdammte Holz will einfach nicht auseinander gehen.
Irgenwann hab ich die meisten Äxte und Keile befreien können, aber das verdammte Holz will einfach nicht auseinander gehen.
Endlich! der Spalt ist durchgängig, aber der Stamm will immer noch nicht auseinander fallen...
Endlich! der Spalt ist durchgängig, aber der Stamm will immer noch nicht auseinander fallen...
Geschafft, nach fast 2 Stunden hab ich das Ding geknackt!
Geschafft, nach fast 2 Stunden hab ich das Ding geknackt!
Der Stamm ist innen noch immer pitsch nass, in den nächsten Tagen wird geviertelt, heute geht nix mehr - zwei Blutblasen an den Händen und eigentlich tut mir alles weh.... :-[

Der weitere Plan sieht so aus:
weiter spalten und dann mit Ziehmesser und Kreissäge auf ungefähre Bogengröße herunterbringen, natürlich Rinde runter.
Dann gehts mit den Staves nach drinnen wo sie die nächsten Wochen und Monate trocknen dürfen.

Also, bis dann
lg,
Lord Hurny

der manchmal den Bogen überspannt...
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pollux
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Re: Ulme, vom Stamm zum Bogen

Beitrag von pollux »

Sehr schön, dass du dich noch mal an eine Buildalong ranwagst, der erste Beitrag ist ja schon mal vielversprechend!

Wenn du da dann zufällig nächsten Herbst zum 2. ÖVDWT noch so ein Viertelstämmchen übrig haben solltest und der schaut dich immer so an als ob der unbedingt in Frauenhände kommen möchte, dann erbarm ich mich selbstverständlich...

Ansonsten bin ich gespannt wie es weitergeht und Blasen vom Bogenbauen sind Schmerzen, die einen stählen, geistig wie körperlich ;)

viele liebe Grüsse nach Österreich
polly
"Wenn du mit einem Holzbogen nicht gut schiesst, ist es allein deine Schuld, und nur deine. Hierin liegt die Herausforderung. Immer wenn ein Problem auftritt, kannst du es sofort lokalisieren. Das Problem bist du."
Paul Comstock
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klaus1962
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Re: Ulme, vom Stamm zum Bogen

Beitrag von klaus1962 »

@lord
Ich kann Dir die Schinderei nachfühlen. Ziemlich faseriges Zeug.
Mein Opa hat bei sowas immer gesagt: "jo waunst des Hoiz z'laung liegn losst, daun wird's zwizach".
Hätte gute Lust mein Spaltwerkzeug ins Auto zu packen und Dir zu helfen. ;)

Gruß
Klaus
Gornarak
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Re: Ulme, vom Stamm zum Bogen

Beitrag von Gornarak »

Ulmenfasern halten "prima" zusammen. Hab bei nem Lehrgang einen Ulme-Flachbogen gebaut. wenn ich da nen Schweifhobel genommen habe, hat der immer Riefen ins Holz gerissen. Mit dem selben Hobel ließ sich Esche wunderbar bearbeiten. Am Werkzeug lag es also wohl nicht. Ich musste dann relativ viel mit Raspel, Feile und Schleifpapier arbeiten.
Windmann
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Re: Ulme, vom Stamm zum Bogen

Beitrag von Windmann »

Iiiiiih, ich habe die Blutflecken auf dem Axtstiel gesehen. :o
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Tom Tom
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Re: Ulme, vom Stamm zum Bogen

Beitrag von Tom Tom »

Gott was für ein geiles Holz

viel Glück (und schnelle Wundheilung)

lg Tom Tom
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Lord Hurny
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Re: Ulme, vom Stamm zum Bogen

Beitrag von Lord Hurny »

@ Polly:
natürlich bin ich beim 2. ÖVDWT wieder dabei, und Material nehm ich auch wieder mit - die Ulme hat sicher irgendwo eine "weibliche Seite" ;)

@ Klaus:
ich hab ja noch einen 2. Stamm herumliegen - der ist noch dicker und länger! :'( , da könnt ich Hilfe gebrauchen... ;)
Nach der gestrigen "Schlacht" bin ich nämlich ernsthaft am überlegen, diesen in einem Sägewerk schneiden zu lassen ;D

Der Muskelkater heute ist auch nicht ohne.....mensch, bin i a wehleidige Jammerlisl ;D
lg,
Lord Hurny

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MoeM
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Re: Ulme, vom Stamm zum Bogen

Beitrag von MoeM »

Super hab deinen letzten Buildalong schon sehr gefeiert! Aber mal ne allg. Frage- ist es bei solchen Kalibern nicht ratsam sie nach dem Schlag zu spalten (und entrinden)? (krieg bald ne Ladung vom Förster und wollts gleich machen; auch um mir o.g. Schinderei nach dem Trocknen zu ersparen...)
GZ Moe
Grüße Moe
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Lord Hurny
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Re: Ulme, vom Stamm zum Bogen

Beitrag von Lord Hurny »

Moe,
wahrscheinlich, aber ich denke nach einem halben Jahr Lagerung in der Rinde merkt man noch nicht viel Unterschied. Den Stamm, den ich gestern gespalten habe, war bzw. ist innen noch pitsch-nass, und das obwohl die Ulme im Winter geschlagen wurde.
lg,
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Chirion
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Re: Ulme, vom Stamm zum Bogen

Beitrag von Chirion »

Hehe ganz schöne Schinderei gell, aber gar nix dagegen die Rinde sauber runter zu bekommen. Kann aber sein das du nur ein Stück runternehemen musst um festzustellen, dass der liebliche Ulmensplintkäfer drunter wohnt, kann leicht vorkommen wenn Ulme mit Rinde rumliegt aber manchmal beschränkt er sich auf die ersten Paar Jahresringe.

Aber was ich eigentlich fragen wollte, warum hast du die Spaltebene so in den Stamm gelegt das 2 Viertelstämme von dem fetten Ast betroffen sind.
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Lord Hurny
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Re: Ulme, vom Stamm zum Bogen

Beitrag von Lord Hurny »

@Chirion,
gute Frage,
ich habe den ersten Keil bei einem Riss angesetzt und gedacht, dass macht es leichter und dabei bewusst die eher ungünstige Lage des Spalts riskiert - schwer getäuscht!
Wie auch immer, mit der Motorsäge kann ich noch je einen Stave links und rechts vom Ast absägen.
Bei dieser Größe jetzt nach dem Spalten kann ich meine kleine Husqui ja endlich einsetzen ;D
lg,
Lord Hurny

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Chirion
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Re: Ulme, vom Stamm zum Bogen

Beitrag von Chirion »

Es sollte reichen wenn du mit der Kettensäge einen 5cm tiefen Führungsschnitt setzt. Ganz durchschneiden geht auch, is aber auch recht mühsam.
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Fast Archer
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Re: Ulme, vom Stamm zum Bogen

Beitrag von Fast Archer »

Der Baum dürfte wohl nicht vom Splintkäfer befallen sein, denn du hast ja geschildert, dass er innen pitschnass ist. Das ist typisch für die Ulme.

Offensichtlich musst du dich auch nicht einem Drehwuchs rumplagen, dann tust du dir einen großen gefallen wenn du den Stamm mit einer Bandsäge aufsägt. Das spart Kraft und du kannst deine Staves schon definieren.

ich hab das auch mal mit der Motorsäge gemacht, so genau wie mit der Bandsäge wirds halt nicht und man fuchtelt oft in einer unvorteilhaften Arbeitshaltung zwischen den füßen rum, Riskant!
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Chirion
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Re: Ulme, vom Stamm zum Bogen

Beitrag von Chirion »

:) wenn beim schneiden mit der Kettensäge ein roter Sprühnebel auftritt, sollte man das schneiden einstellen und den Arzt aufsuchen :) aber Scherz beiseite schnittfeste Hose und Schuhwerk is sicher kein Nachteil. Stämme mit der Bandsäge aufzuschneiden geht bis 10cm Durchmesser ganz gut bei 20cm und darüber wirds sehr schnell unlustig. Es sei denn dir steht eine Bandsäge mit einigen PS Leistung und einer einstellbaren Holzführung zur Verfügung.

PS. dem Splintkäfer schmeckt die Ulme auch posthum
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Lord Hurny
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Re: Ulme, vom Stamm zum Bogen

Beitrag von Lord Hurny »

danke für die Tips,
ich bekomm ja nächstes Wochenende vielleicht Unterstützung eines erfahrenen FC-Kollegen ;) . Ich bzw. wir werden das Kind schon schaukeln.
Bandsäge hab ich leider (noch) keine... :(
lg,
Lord Hurny

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