Fehlerquellen / Treffsicherheit :historische Armbrust
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Theudebald2
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Fehlerquellen / Treffsicherheit :historische Armbrust
Ich verfüge jetzt über einige Literatur zur historischen Armbrust ,finde aber keinen
Beitrag welcher sich auf das Know How zur Treffgenauigkeit bezieht.
Dabei laboriere ich immer noch in Richtung optimales Schussergebnis und wäre froh
wenn hier Erfahrungen einflössen.
Beitrag welcher sich auf das Know How zur Treffgenauigkeit bezieht.
Dabei laboriere ich immer noch in Richtung optimales Schussergebnis und wäre froh
wenn hier Erfahrungen einflössen.
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Theudebald2
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Beispiel :Bolzensattel zu hoch
Bei zu hohem Bolzensattel bekommt der Bolzen einen Höhenschlag welcher sich negativ
auf die Höhenstreuung auswirkt.
Der Bolzen beruhigt sich erst nach ca. 50 Metern
Deshalb so niedrig wie möglich halten !
auf die Höhenstreuung auswirkt.
Der Bolzen beruhigt sich erst nach ca. 50 Metern
Deshalb so niedrig wie möglich halten !
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Theudebald2
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Theudebald2
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Schrägzug der Sehne
Ich konnte über diesen Fehler in der Literatur noch nichts finden,
deshalb kann ich nur Vermutungen anstellen !
Vielleicht weis auch jemand wo das Thema beschrieben ist !
Wie beim Holzbogen werden die Bogenarme des Stahlbogens bei fehlerhafter asymmetrischer
Bearbeitung auch unterschiedlich stark gebogen ,die Federwege am Bogenende sind unterschiedlich
groß.
Dadurch käme ein Schrägzug der Sehne zustande welche dem Bolzen einen Seitenschlag mitteilt.
Dieser Seitenschlag beeinflußt die Seitenstreuung.
Der fast bei jeder mitteleuropäischen Armbrust vorhandene, seitlich justierbare Bolzensattel sollte diesen
Fehler wohl kompensieren.
In der Literatur taucht häufig die Ziehbank auf -wurde damit vielleicht der Bogen auf symmetrisch arbeitende
Bogenarme getestet ? (steht das irgenwo?)
Bitte bei Antworten das Unterthema in den Betreff (z.B.Schrägzug der Sehne)kopieren !
deshalb kann ich nur Vermutungen anstellen !
Vielleicht weis auch jemand wo das Thema beschrieben ist !
Wie beim Holzbogen werden die Bogenarme des Stahlbogens bei fehlerhafter asymmetrischer
Bearbeitung auch unterschiedlich stark gebogen ,die Federwege am Bogenende sind unterschiedlich
groß.
Dadurch käme ein Schrägzug der Sehne zustande welche dem Bolzen einen Seitenschlag mitteilt.
Dieser Seitenschlag beeinflußt die Seitenstreuung.
Der fast bei jeder mitteleuropäischen Armbrust vorhandene, seitlich justierbare Bolzensattel sollte diesen
Fehler wohl kompensieren.
In der Literatur taucht häufig die Ziehbank auf -wurde damit vielleicht der Bogen auf symmetrisch arbeitende
Bogenarme getestet ? (steht das irgenwo?)
Bitte bei Antworten das Unterthema in den Betreff (z.B.Schrägzug der Sehne)kopieren !
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Baumkirchner
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Re: Schrägzug der Sehne
Hallo Werner,
Die Ziehbank war primär ein Werkzeug des Armbrusters. Bei Stahlbögen nutzte man sie mitunter um die Sehne aufzuziehen. Weiters wurde sie zum "recken" der Sehne bei deren Herstellung verwedet. Nach praktischen Versuchen taugt die Bank natürlich auch zur Prüfung und Begutachtung des Bogens selbst, zumal man hier mit Ruhe seine Geometrie im gespannten Zustand beobachten kann.
Gruß
Andreas
ganz so sehe ich das nicht - hier sollte eher "...bei fast jeder neuzeitlichen, mitteleuropäischen Armbrust ..."stehen, denn ich kenne so auf die schnelle kein einiziges Exemplar aus dem 15. Jh. das einen justierbaren Bolzensattel hat zumal diese Stücke vorwiegend eine durchgehende Bolzenauflage mit integriertem Sattel aufweisenTheudebald2 hat geschrieben:Der fast bei jeder mitteleuropäischen Armbrust vorhandene, seitlich justierbare Bolzensattel sollte diesen Fehler wohl kompensieren.
Die Ziehbank war primär ein Werkzeug des Armbrusters. Bei Stahlbögen nutzte man sie mitunter um die Sehne aufzuziehen. Weiters wurde sie zum "recken" der Sehne bei deren Herstellung verwedet. Nach praktischen Versuchen taugt die Bank natürlich auch zur Prüfung und Begutachtung des Bogens selbst, zumal man hier mit Ruhe seine Geometrie im gespannten Zustand beobachten kann.
Gruß
Andreas
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Theudebald2
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Schrägzug der Sehne
Hallo Andreas ,
Völlig richtig bemerkt - ich meinte die neuzeitlichen mitteleuropäischen Armbruste welche häufig
einen Sattel mit seitlicher Verstellbarkeit (Schwalbenschwanzführung)aufweisen.
Um den Bogen evtl.bei ungleicher Biegung der Wurfarme gewissermaßen nach Funktion zu optimieren.
Das wäre Nachtillern durch schleifen !
Ein Bogen mit ungleich arbeitenden Wurfarmen ,also ungleichem Federweg ist meiner Meinung nach für genaue Schüsse
nicht tauglich !
Gruß Werner
Völlig richtig bemerkt - ich meinte die neuzeitlichen mitteleuropäischen Armbruste welche häufig
einen Sattel mit seitlicher Verstellbarkeit (Schwalbenschwanzführung)aufweisen.
Genau:taugt die Bank natürlich auch zur Prüfung und Begutachtung des Bogens selbst, zumal man hier mit Ruhe seine Geometrie im gespannten Zustand beobachten kann.
Um den Bogen evtl.bei ungleicher Biegung der Wurfarme gewissermaßen nach Funktion zu optimieren.
Das wäre Nachtillern durch schleifen !
Ein Bogen mit ungleich arbeitenden Wurfarmen ,also ungleichem Federweg ist meiner Meinung nach für genaue Schüsse
nicht tauglich !
Gruß Werner
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Baumkirchner
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Schrägzug der Sehne
Hallo Werner,
so ist es. Zudem ist es natürlich wichtig, dass die Sehne auch tatsächlich mittig in die Buss eingehakt wird. Ich habe bei meinen Stücken, die mit dem Spanngürtel (beim Einfingerhaken noch mehr als beim Zweifingerhaken) gespannt werden meist das Problem, dass die Sehnenmitte durch den ungleichen Zug beim Spannen leicht versetzt wird. Abhilfe schafft zwar eine kleine Markierung an der Sehne. Dennoch reicht ein mm und du hast seitliche Abweichungen.
Gruß
Andi
so ist es. Zudem ist es natürlich wichtig, dass die Sehne auch tatsächlich mittig in die Buss eingehakt wird. Ich habe bei meinen Stücken, die mit dem Spanngürtel (beim Einfingerhaken noch mehr als beim Zweifingerhaken) gespannt werden meist das Problem, dass die Sehnenmitte durch den ungleichen Zug beim Spannen leicht versetzt wird. Abhilfe schafft zwar eine kleine Markierung an der Sehne. Dennoch reicht ein mm und du hast seitliche Abweichungen.
Gruß
Andi
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Theudebald2
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Schrägzug der Sehne
Hallo Andreas,
Das sehe ich auch so !
Sogar schon beim Greifen der Sehne (bei mir mit den Geißfußkrappen)achte ich darauf,daß der Geißfuß
die Sehne mittig greift.
Ist aber wegen der Mulden - welche die Sehne am Angriffspunkt der Krappen so nach und nach bekommt -leichter zu
machen als nachher das mittige Einhängen in der Nuss.
Bei den Kräften die kurz vor dem Einhängen in die Nuss auftreten ,lässt sich seitlich nichts mehr verschieben.
Ich mach mir deshalb noch zwei Führunghülsen ,die über den Geißfußknebel gesteckt werden.
Gruß Werner
Das sehe ich auch so !
Sogar schon beim Greifen der Sehne (bei mir mit den Geißfußkrappen)achte ich darauf,daß der Geißfuß
die Sehne mittig greift.
Ist aber wegen der Mulden - welche die Sehne am Angriffspunkt der Krappen so nach und nach bekommt -leichter zu
machen als nachher das mittige Einhängen in der Nuss.
Bei den Kräften die kurz vor dem Einhängen in die Nuss auftreten ,lässt sich seitlich nichts mehr verschieben.
Ich mach mir deshalb noch zwei Führunghülsen ,die über den Geißfußknebel gesteckt werden.
Gruß Werner
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Theudebald2
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- Registriert: 28.02.2010, 18:49
Schrägzug der Sehne
Bei meinem neuen Bogen hab ich einen Schrägzug der Sehne festgestellt !
Die Höhenstreuung ist minimal (niederer Bolzensattel)jedoch die Seitenstreuung
macht mir noch Schwierigkeiten.
Der Bogen ist dicken und breitemäßig im 0,1 mm Bereich gleich geschliffen.
Jetzt wollte ich mal sehen woher das kommt.
Schon im fertig montierten Zustand messe ich einen unterschiedlichen Federweg.
Da da aber eventuell auch eine Verkippung des Bogens mitgemessen wird,hab ich meine
alte Drehbank zu einer Ziehbank umgearbeitet !
Der Bogen ist da unverkippbar eingespannt .
Der Support übernimmt die Spannfunktion.
Ich messe z.B. im Abstand von 160 mm von der Mitte mit den Meßuhren einen
Federweg von 5,0 links und 5,1 rechts -soweit so gut.
Aussen in 335 Abstand messe ich links 31,8 mm und rechts 30,3 mm also 1,5 mm mehr
auf der linken Seite.
Kann jemand mit Rat aushelfen oder muß ich mich da selbst per Versuch und Irrtum rantasten !
Gruß Theudebald
Die Höhenstreuung ist minimal (niederer Bolzensattel)jedoch die Seitenstreuung
macht mir noch Schwierigkeiten.
Der Bogen ist dicken und breitemäßig im 0,1 mm Bereich gleich geschliffen.
Jetzt wollte ich mal sehen woher das kommt.
Schon im fertig montierten Zustand messe ich einen unterschiedlichen Federweg.
Da da aber eventuell auch eine Verkippung des Bogens mitgemessen wird,hab ich meine
alte Drehbank zu einer Ziehbank umgearbeitet !
Der Bogen ist da unverkippbar eingespannt .
Der Support übernimmt die Spannfunktion.
Ich messe z.B. im Abstand von 160 mm von der Mitte mit den Meßuhren einen
Federweg von 5,0 links und 5,1 rechts -soweit so gut.
Aussen in 335 Abstand messe ich links 31,8 mm und rechts 30,3 mm also 1,5 mm mehr
auf der linken Seite.
Kann jemand mit Rat aushelfen oder muß ich mich da selbst per Versuch und Irrtum rantasten !
Gruß Theudebald
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Theudebald2
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Schrägzug der Sehne
Selbst die auf 0,1 mm symmetrische Bearbeitung der Stahl-Bogenarme schliesst
einen Schrägzug der Sehne nicht aus.
Der Torsionsunterschied der Bogenarme beträgt 0,38°.
Schrägzug : Seitenabweichung der Mittenmarkierung innerhalb des Hubes.
Dieser Umstand kann eigentlich nur im Material des Bogens begründet sein.
Ich war bemüht am Rücken so wenig wie möglich zu schleifen und den Großteil
des Materials am Bauch wegzunehmen.Es könnte also möglich sein,daß rechts zuviel von
der "Rückenschicht "stehen geblieben ist und deshalb rechts weniger Federweg entsteht .
Nun könnte man meinen ,daß sich dieser Fehler komplett mit dem verstellbaren Bolzensattel
kompensieren lässt.Das geht aber nur mit Einschränkung,
da der Schrägzug ja nicht unbedingt eine Gerade sein muß.
Der Bolzen erhält dadurch seinen Seitenschlag welcher ein genaues Schiessen unmöglich macht.
In meinem Fall wurde der Schrägzug von 4 mm durch parallel versetzen
des Bogens um 6 mm nach rechts auf 2 mm reduziert.
Dabei ändern sich die Federwege links und rechts auf fast den gleichen Wert.
Achtung :der Federweg darf dabei das zulässige Maß nicht übersteigen (Formel ) !
Die 2 mm werden vom Bolzensattel hinreichend korrigiert .
Das Schußergebnis : ein Schussbild von 14,5 cm auf 40 Meter Distanz.(über Diopter geschossen)
Gruß Theudebald
einen Schrägzug der Sehne nicht aus.
Der Torsionsunterschied der Bogenarme beträgt 0,38°.
Schrägzug : Seitenabweichung der Mittenmarkierung innerhalb des Hubes.
Dieser Umstand kann eigentlich nur im Material des Bogens begründet sein.
Ich war bemüht am Rücken so wenig wie möglich zu schleifen und den Großteil
des Materials am Bauch wegzunehmen.Es könnte also möglich sein,daß rechts zuviel von
der "Rückenschicht "stehen geblieben ist und deshalb rechts weniger Federweg entsteht .
Nun könnte man meinen ,daß sich dieser Fehler komplett mit dem verstellbaren Bolzensattel
kompensieren lässt.Das geht aber nur mit Einschränkung,
da der Schrägzug ja nicht unbedingt eine Gerade sein muß.
Der Bolzen erhält dadurch seinen Seitenschlag welcher ein genaues Schiessen unmöglich macht.
In meinem Fall wurde der Schrägzug von 4 mm durch parallel versetzen
des Bogens um 6 mm nach rechts auf 2 mm reduziert.
Dabei ändern sich die Federwege links und rechts auf fast den gleichen Wert.
Achtung :der Federweg darf dabei das zulässige Maß nicht übersteigen (Formel ) !
Die 2 mm werden vom Bolzensattel hinreichend korrigiert .
Das Schußergebnis : ein Schussbild von 14,5 cm auf 40 Meter Distanz.(über Diopter geschossen)
Gruß Theudebald
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Theudebald2
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- Registriert: 28.02.2010, 18:49
Schrägzug der Sehne
Beim Einhängen der Sehne in die Nuss verhindern die axial beweglichen Hülsen,daß die Sehne mittenversetztBei den Kräften die kurz vor dem Einhängen in die Nuss auftreten ,lässt sich seitlich nichts mehr verschieben.
Ich mach mir deshalb noch zwei Führunghülsen ,die über den Geißfußknebel gesteckt werden.
eingehängt wird.
Ein seitlicher Zwang vor dem Einhängen der Sehne entsteht gar nicht erst weil er durch diese Hülsen ausgeglichen wird,d.h.die Seitenkräfte bestimmen die Lage beim Einhängen.