Ich habe ziemlich lange mit mir herum gehadert ob ich den Bogen wirklich tempern soll. Was dagegen sprach (fast alles

: ich habe fast einen halben Jahr daran herumgeschnizt und er schießt (gar nicht so schlecht), der Rückenring ist nicht der Hammer (könnte endeffekt überlastet werden), ich habe einen Riss reingequtscht (könnte auch überlastet werden), der Tiller ist so lala (kann halt nicht besser

), bei Esche soll es nicht viel bringen, ich wurde hier davon abgeraten und ich habe es noch nie gemacht. Anderer seits ich habe ein 43# Bogen fabriziert (schon wieder einmal) was am Ende bei ca. 40# (oder darunter) landen wird, die Sehne läuft neben den Griff vorbei - Centershot (schießt zwar die Pfeile von mein 50# Glaslaminierten sauber aber schlägt unangenehm auf dem Handgelenk

) und ganz maßgeblich - mir geht die Idee einfach nicht aus dem Kopf!
Also nach langem hin und her (habe sogar schon einmal alles hergerichtet und angefangen den Bogen rückwärts einzuspannen aber dann doch wieder kalte Füße bekommen und alles weggeräumt

) habe ich es doch gemacht und dabei ein paar Fotos geschossen da ich hier niergendwo eine brauchbare Temperanleitung gefunden habe. Ich möchte gleich festhalten: ich habe es das erste mal gemacht und vermutlich vieles falsch interpretiert! Es soll auch keine Anleitung sein, viel mehr hoffe ich darauf, daß dadurch irgend ein "Altehrwürdige" in der Froum sich dazu berufen fühlt eine ordentliche Buildalong zu machen!
So sah der Bogen vorher aus - nach ca. 100 Schüße 2 Zoll Set
aus der Flucht
Ich habe den Bogen 8 cm ( 5 cm Set + 3 cm da der Holz so wie so etwas zurückwandert) rückwärts gespant (Mann, ich habe richtig Schweißausbrüche bekommen!!

) und den unteren Wurfarm so weit nach rechts gezogen das der Flucht in etwa passte. Ich dachte: wenn der ganze Aktion sonst nichts bewirken wird und der Bogen nicht beim ersten Aufspannen zerreißt dann habe ich event. den Set beseitigt und der Bogen bleibt gerade und die Sehne verläuft dann über den Griff.
Ich baute mir aus dem TTB 4 diese Halterung nach
damit ich a) immer die gleiche Abstand (10 cm) zu der Bauchoberfläche einhalten kann und b) damit ich den Heißluftpistole nicht die ganze Zeit halten muss! Punkt a) funktionierte Punkt b) nur teilweise - der einzige Punkt wo das Ding ohne halten stehenblieb war da wo ich den Foto machte

!
Ich habe am oberen Wurfarm bei der Übergang zu den Nadel angefangen und bei Stufe 1 (350C) 5 min. lang pro Stelle geröstet.
Ich dachte - damit (Uhr mit Countdown- Funktion)
kann mir nichts passieren und die Wärmeverteilung bzw. die "Röstung" schön gleichmäßig wird.
Am Anfang ging es gut aber dann ist einerseits die Heißluftpistole richtig warmgelaufen und gleichzeitig erreicht ich eine Stelle wo die Reste eines "porösen" Frühjarsrings lagen. An diese Stelle hat der Holz verdammt schnell eine dunkle Farbe aufgezogen daher habe ich den Temperzeit erst auf 4 dann auf 3 min verkürzen müssen.
Der obere Wurfarm ist nicht gerade berauschend geworden:
Unten habe ich mich nicht mehr so auf die Uhr versteift und mehr auf die Holzfarbe geachtet und dabei versucht trotzdem jede stelle 3 min. lang rösten. Daher ist hier die Farbe gleichmäßiger geworden:
Da der Wurfarm relativ Breit desswegen aber zeimlich dünn (in der Stärke) ist, ist der Rücken trotz kürzere Temperzeit zeimlich warm geworden - daher denke ich dass die Hitze tief in der Holzt eingedrungen ist. Ich habe den Bauch während des Tempers nicht gewässert oder sonst wie behandelt. Der Bogen hat die Nacht (und die halbe Vormittag) in der "Form" verbracht.
Und bis jetzt ist folgendes dabei rausgekommen:
Sehne verläuft ungespannt (Spannen darf man logische Weise jetzt noch nicht!!) über die Mitte:
und der Bogen hat ca 5 cm (habe nicht gemessen) Reflex
Es sieht so aus dass der unter Wurfarm (rechts) weniger Reflex abbekommen hat. Das könnte folgende Ursachen haben: a) daduch das er kürzer und steifer ist hat sich beim Rückwärtspannen sich nicht soweit durchgebogen wie der Obere b)durch die kürzere Temperzeit ist er mehr zurückgewandert als ich aus dem Form genommen habe c) ich habe mein Tillerwand in verdacht das es schief ist! Momentan weiss ich nicht was davon zutrifft - vermutlich mehrer Punkte gleichzeitig.
Ich rechne auch damit, dass der Reflex wieder verschwinden wird aber wenn der Bogen am Ende einfach nur "gerade" bleibt bin ich schon zu frieden!
Jetzt werde ich als nächsten mit Hydrometer den Raum mit der höchste Luftfeuchitgheit in der Haus ermitteln und den Bogen min 2 Wochen lang reinstellen damit der Holz sich aklimatisieren kann - jetzt ist es natürlich
Pfurz-trocken. Dann bin ich mal gespannt!
nemrod