Hörnerbogen

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acker
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Re: Hörnerbogen

Beitrag von acker »

@Hexer : Mut Du nachbauen  8)
;)

Jo das liest sich ja alles schon sehr interessant , aber warum fehlt denn der Geschwindigkeitstest ?
Den reichste aber noch nach  ???
Der nun durch das Sehnenbacking mögliche Auszug von min 29" finde ich bemerkenswert für so einen rel kl Bogen  !

Zitat von Snake Jo : " Der Bogen muss zwingend voll ausgezogen werden, weil er sonst nicht auf seine Leistung kommt."

Hm, sind die Geweihenden zu schwer oder steigt das Zuggewicht erst rel spät , bzw korrespondiert das Zuggewicht erst ab einem gewissen Zuggewicht mit den Geweihsprossen .

Tolle Leistung der Bogen !
Die Weiterentwicklung wird dann ne Granate.

Gruß acker
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Snake-Jo
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Re: Hörnerbogen

Beitrag von Snake-Jo »

@Acker: Hatte geschrieben: noch nicht ermittelt
Du weißt ja, was es für eine Arbeit macht, hier vernünftige Bilder zu tätigen und einzustellen.  ;)

Es gibt auch noch ein Bild im Vollauszug.

Da sich die Sehne erst bei 22" vom Sehnenbänkchen hebt, braucht man die restlichen 6-7 Zoll unbedingt für den Schub.
So wie der Bogen momentan gebaut ist, sind die Siyahs auch nicht wesentlich schwerer als bei den schlecht gebauten kommerziellen Bogen mit fetten, überproportionierten Esche-Siyahs.

Weiterentwicklung: Mmmh, ich denke, das wird nichts. Ein Hornende ist ein Hornende und da läßt sich wohl nicht viel weiter entwickeln, außer: Horn als Streifen, aber dann ist es kein "Hörnerbogen" mehr.  ::)
Ich werde das Teil dann "Reiterbogen mit Beinplättchen" nennen.
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Snake-Jo
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Re: Hörnerbogen

Beitrag von Snake-Jo »

o.k. ermittelte Pfeilgeschwindigkeit bei 10 grain/ lb Pfeilgewicht (Holzpfeil Kiefer 30", vierfach mit 4" Fahnen):

Auszug 28" und 39 lb: 139 ft/sec
Auszug 29" und 40 lb: 149 ft/sec


Fazit: Der Auszug bleibt auch bis zum Ohr ganz weich, angenehm zu schießen. Keine überragende Pfeilgeschwindigkeit (hat auch keiner erwartet), aber doch mehr als vermutet. Der Bogen ist mit 800 g Gesamtgewicht sehr schwer. Die schweren Enden werden durch die Konstruktion aufgewogen, aber nicht überwogen. Für das Schießen vom Pferd, wo man Bogen um 36 lb schießt, ideal geeignet wegen der Kürze des Bogens und dem weichen Auszug. Weitere Veränderungen: Die B50-Sehne wird durch eine leichte Fastflight-Sehne ersetzt. Damit wäre dann eine Pfeilgeschwindigkeit über 150 ft/sec drin.

Bogenbilder und weitere Daten Seite 3 unten
Zuletzt geändert von Snake-Jo am 11.08.2010, 14:35, insgesamt 1-mal geändert.
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acker
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Re: Hörnerbogen

Beitrag von acker »

??? Wie ?
Erklär mal bitte , also wie kommt der Sprung von 10fps bei nur einem Pfund mehr Zuggewicht und 1" höherem Auszug ?

Das doch eine Ansage !
meß mal bei 31"  ::)

GRuß acker
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Snake-Jo
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Re: Hörnerbogen

Beitrag von Snake-Jo »

@Acker: Da ist ja das Schöne am Experimentieren. Es gibt immer wieder Überraschungen. Bedenke folgendes:

1. Meines Wissens gibt es keinen vergleichbaren Bogen mit einem derartigen Siyahwinkel von 68°

2. Entsprechend gibt es auch keinen Bogen, wo sich die Sehne erst bei 22" vom Bänkchen löst

3. Viele sprechen vom Kickeffekt. Ich hab ihn! Bis 22" zieht man nämlich einen sehr kurzen Bogen von nur 126 cm. Somit hat man auch den Effekt eines sehr schnellen Bogens über einen langen Auszug.

4. Zuggewicht ist unwichtig. Wirkungsgrad ist entscheidend.

5. Da der Bogen weit hinten noch weiter "aufmacht", wird er auch nicht härter und entsprechend ist die Zunahme von normal 1,5 lb bei schwachen Bögen hier auf rund 1 lb reduziert. Aber da muss man sicher noch genauer messen.
Ein Auszugsdiagramm schafft Klarheit, kommt irgendwann.

6. Du kennst meine Statur: Ich ziehe normal 27,5", am Ohr sind es dann 29,5". Wo soll ich die restlichen 2,5" hernehmen? Außerden: Das ist quasi ein Selfbogen oder einschichtiger Holzbogen mit Sehnenbelag! Nicht übertreiben.

Seit dem Einstellen der Bilder gab es rund 150 Zugriffe, aber nur 2 Kommentare. Eventuell wird sich der einzelne Leser fragen: "Was soll ich mit einem sehnenbelegten Bogen? Sowas werd ich nie bauen!"
Nun ja, es werden langsam mehr....die sich da rantrauen. Der Vorteil ist auf jeden Fall:
Aus einem Kinderbogen macht man was Stärkeres. Im Falle dieses Bogens: Der reine Holzbogen aus 8 mm Kirschbaumholz hatte 20 lb, nach dem ersten Schießen waren es sagenhafte 45 lb, nun sind noch konstant 40 lb geblieben. Und das mit 2 mm Sehne!
Oder anders herum: Mit einer Restlatte von wenigen Millimetern Stärke und viel zu kurz für einen Bogen macht man sich einen zugstarken, effektiven und nahezu unkaputtbaren Bogen!  :o
Tatsächlich liegt die Sterberate meiner sehnenbelegten Bogen bei exakt 0%. Ist das was?  8)
Zuletzt geändert von Snake-Jo am 11.08.2010, 15:39, insgesamt 1-mal geändert.
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Firestormmd
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Re: Hörnerbogen

Beitrag von Firestormmd »

Ich bin immer wieder baff, was dabei herauskommt, wenn jemand eine Vision hat und sich was traut. Hochachtung! Es ist ein toller Bogen geworden, wenn auch nicht ganz meine Baustelle. (Noch nicht, wer weiß.)

Auf jeden Fall finde ich es toll, dass dieses Versuchsobjekt auch noch optisch schön hergerichtet ist und nicht als Rohling in irgendeiner Schublade verschwindet.

Ich freue mich schon auf die nächsten "Experimente".

Grüße, Marc
Snake-Jo hat geschrieben: Seit dem Einstellen der Bilder gab es rund 150 Zugriffe, aber nur 2 Kommentare.
Fishing for compliments?  ;D
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acker
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Re: Hörnerbogen

Beitrag von acker »

Firestormmd hat geschrieben: Ich bin immer wieder baff, was dabei herauskommt, wenn jemand eine Vision hat und sich was traut.
Snake-Jo hat geschrieben: Seit dem Einstellen der Bilder gab es rund 150 Zugriffe, aber nur 2 Kommentare.
Fishing for compliments?  ;D
Ne , darum geht es nicht, weiß auch das Du es so nicht gemeint hast .
Beispiel :
Stellt man ein Bild von einer wohlgeformten Person weiblichen Geschlechts , am besten noch spärlich bekleidet mit einem Bogen in der Hand ins Forum dann wird daraus ein 5 Seiten langer thread -> mindestens !

Wird ein Bogen präsentiert, geht es meist halt mehr darum :

" Ich bin immer wieder baff, was dabei herauskommt, wenn jemand eine Vision hat und sich was traut "

Für jeden Neuling ist ein erster oder zweiter präsentierter Bogen eine ebenso große Herausforderung wie ein schwieriger , komplizierter und meist arbeitsaufendiger Bogen der von einem erfahrenden Bogner gebaut wurde.
Beachtet man die Anzahl der Kommentare die ein vorgestellter Bogen hier zu Zeit bekommt , dann kann man sich glücklich schätzen wenn es deren mehr als 5 sind .
( Einige Bogenpräs. füllen imho auch 2 Seiten , ist aber eher selten )

Das ist mir im besonderen bei der Erstellung des Bdm threads aufgefallen.
Da waren genug Bogen dabei die durchaus mehr Aufmerksamkeit verdient hätten und auch Diskussionswürdig waren.

Wenn denn ein neues Design erprobt wird, sollte dies auch zur Diskussion einladen!
-> 150 Klick´s  ohne Meinung ...

@Jo : Die 31" waren nur als Scherz gemeint   ;)

Gruß acker
Zuletzt geändert von acker am 11.08.2010, 16:29, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Hörnerbogen

Beitrag von Squid (✝) »

Aber was ich imme rnoch nicht kapiere: Wieso bekommt das Holz bei so einem starken Backing keine Stauchrisse? Das müsste doch regelrecht zerquetscht werden...
Es ist mir egal ob schon mal jemand sowas gebaut hat.
Ich will ja nicht unken, aber in der überwiegenden Zahl der Fälle geht das schief.
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Re: Hörnerbogen

Beitrag von Ravenheart »

Nö, warum denn?

Wäre der Bogen dicker gebaut, würde das Holz doch die 40# auch problemlos ertragen!

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Galighenna
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Re: Hörnerbogen

Beitrag von Galighenna »

Ich finde das wirklich sehr beeindruckend. Ich würde sowas auch gerne mal ausprobieren. Das wird alles noch kommen...

Es ist wirklich heftig, was ein Sehnenbelag aus einer 20# Kirschlatte machen kann!
Bist du denn sicher Jo, das man die Hörner nicht noch ein wenig gewichtsoptimieren kann? Ich hab einfach das Gefühl, dass da doch noch was geht...
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skerm
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Re: Hörnerbogen

Beitrag von skerm »

Snake-Jo hat geschrieben: 1. Meines Wissens gibt es keinen vergleichbaren Bogen mit einem derartigen Siyahwinkel von 68°

2. Entsprechend gibt es auch keinen Bogen, wo sich die Sehne erst bei 22" vom Bänkchen löst
Zählen Mughalbögen (crab bows)? Die haben solche oder größere Winkel am Beginn des Kasan. Beispiel aus der Grayson-Sammlung: http://anthromuseum.missouri.edu/images ... 43-bow.jpg#
Allerdings sind diese auf Standhöhe anders.
Das schwierige bei so einer Konstruktion mit großem Winkel ist es, den Bogen stabil zu halten. Da ist es auf jeden Fall geschickt, den Bogen breit zu bauen. Obiger Bogen ist z.B. 40mm breit. Ich nehme an bei 61mm Breite hattest du kein Problem mit der Stabilität. Wie sieht es mit Wölbung durch die schrumpfenden Sehnen aus? Haben sich die Sehnen bei der Trocknung dahingehend bemerkbar gemacht?

Gruß,
Daniel
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Snake-Jo
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Re: Hörnerbogen

Beitrag von Snake-Jo »

@Squid: Eine dünne Latte läßt sich in einem stärkeren Radius biegen. Wird diese dünne Latte noch mit Sehnen belegt, läßt sie sich noch weiter biegen, weil der Sehnenbelag das Holz verstärkt. Man kann sich das so vorstellen: Belege eine Holzlatte mit einem Stahlband oder mit einer Glasfaserschicht: beides trägt zur Verstärkung und Biegefestigkeit bei. Wird jedoch ein druckschwaches Holz (und dazu gehört Kirschbaumholz nun überhaupt nicht), mit einem starken Belag belegt und gebogen, dann wird dieses Holz zerknittert. In der Regel hält aber die Gesamtkonstruktion trozdem noch zusammen, wie Tim Baker in der TBB auf S. 108 eindrucksvoll im Bild zeigt.

@Gali: Ja, man könnte das Horn soweit verschlanken, bis die Optik nicht mehr paßt (soll ja irgendwie noch nach Hirschhorn aussehen) und auch die poröse Innenschicht angeschnitten wird. Mach ich aus optischen Gründen nicht, sondern dies gibt ein neues Projekt.  ;)

@Daniel: Ja, völlig richtig, dieses Composits haben einen sehr großen Siyahwinkel. Aber damit möchte ich meinen Typ "Indianerbogen" nicht vergleichen, sondern eher mit heutigen Bögen, eigentlich mit Recurves, denn so wirklich ist das kein Siyah, eher ein angespleißter Recurve.
Wölbung: Ja, das sieht man fast regelmäßig bei diesen breiten Bögen. Natürlich kann man das ein wenig kompensieren, indem man die zentrale Schicht des Sehnenbelages dicker macht, also insgesamt eine konkave Wölbung produziert wie bei den Türkenbogen gut zu erkennen. Ich mache das bei den breiten Bögen nicht, weil es zuviel Material kostet und auch den Wurfarm zu schwer macht. Bei den schmalen um 30 mm habe ich einen konkaven Sehnenbelag im Querschnitt.
Ansonsten ja: Verwindung ist möglich und sicher auch ein Problem. Dies kann man durch am Siyah herablaufende Sehnenöhrchen minimieren (wie bei mir hier) oder auch durch eine 2-Schicht-Bauweise beim Holz. Ich halte dann eine Breite von 30 mm für machbar bei einer Länge (Packmaß) von 145 cm.
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Re: Hörnerbogen

Beitrag von Snake-Jo »

Meine Reitpartnerin hat heute beim Training mit dem Bogen ein paar Bilder gemacht. Hier sind zwei davon im Vollauszug.
Hörnerbogen-Kalle1.jpg
Hörnerbogen-Kalle2.jpg
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Re: Hörnerbogen

Beitrag von acker »

Sehr schöne Fotos Jo  :)

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Re: Hörnerbogen

Beitrag von Galighenna »

Das sieht mal richtig genial aus Jo. Vom Design her und auch sonst, ein wirklich Klasse Bogen! Sieht auch so vom Pferd geschossen richtig Klasse aus :)
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