Bambusbacking verwerten (auf Osage)

Themen zum Bogenbau
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Ravenheart
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Re: Bambusbacking verwerten

Beitrag von Ravenheart »

Squid hat geschrieben: Da er symetrisch ist, kann ich mich immer noch entscheiden, wo Oben und wo Unten ist.
Oh, das ist einfach:

Es gibt 2 Kriterien, anhand derer Du die Entscheidung treffen kannst:

1. Sehnenstand
2. Sehnenlage

Prüfen tust Du es so:

Zu1.:
Miss beim gespannten Bogen den Abstand zwischen Sehne und Bogenbauch, jeweils bei 1/2 WA-Länge.
Die Seite mit dem niedrigeren Sehnenstand ist unten.

Zu 2.: Lege den gespannten Bogen auf eine ebene Fläche. Nocke einen Pfeil ein. Miss den Abstand zwischen Pfeilspitze und Liegefläche, genau senkrecht zur Fläche.
Nun lege den Bogen auf die andere Seite. Mach' auch da die Messung.
Die Seite mit dem kleineren Abstand ist die, wo der Pfeil anliegen muss.

Gut ist, wenn die Prüfungen (1 u. 2) beide zum selben Ergebnis führen.

Widersprechen sie sich, hat Nr. 1 Vorrang.

Ist die Abweichung aus Nr. 2 gering, kann es dennoch so bleiben.
Ist sie über 5 mm, würde ich im Griffbereich nacharbeiten, sprich, den Anlagebereich des Pfeils so weit abarbeiten, dass mindestens Gleichstand erreicht wird. Dann hättest Du einen Bogen, der sowohl RH wie LH geschossen werden kann....

Wie VIEL Du dafür abarbeiten musst, findest Du heraus, indem Du den Bogen noch mal so hin legst, das die FALSCHE Anlageseite oben ist, und dort bei dem Anlagepunkt abcheckst, wie viel Du da unterlegen musst, um die Spitzen-Höhe der anderen Seite zu bekommen.

Beispiel: Ziel ist ein RH-Bogen, Pfeil soll links anliegen.
Messergebnisse:
Linke Seite oben: Höhe der Pfeilspitze über der Unterlage = 17,3 cm
Rechte Seite oben: Höhe der Pfeilspitze über der Unterlage = 16,5 cm

Angenommen, damit die Pfeilspitze auch hier bei 17,3 steht, musst Du 2 mm Pappe unterlegen.

> Müssen links im Anlagebereich 2 mm abgearbeitet werden. Ist auch mehr vertretbar, natürlich gerne mehr...

Rabe
Zuletzt geändert von Ravenheart am 08.11.2007, 09:39, insgesamt 1-mal geändert.
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Squid (✝)
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Re: Bambusbacking verwerten

Beitrag von Squid (✝) »

Da hab ich ja Glück gehabt  ;)

11,5 zu 12 cm Sehnenstand und - damit hinsichtlich der Seitenwahl übereinstimmend - 11 zu 12 cm Höhendifferenz mit nem 31" Pfeilschaft.

Die 2. Methode zur Bestimmung der Sehnenlage war mir übrigens neu. Man lernt nie aus  :D
Es ist mir egal ob schon mal jemand sowas gebaut hat.
Ich will ja nicht unken, aber in der überwiegenden Zahl der Fälle geht das schief.
Christopher
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Re: Bambusbacking verwerten

Beitrag von Christopher »

11,5 zu 12 cm Sehnenstand
glaub aber nicht, dass er so bleibt

du musst ihn schon einschießen, und immer wieder messen und gegebenenfalls nacharbeiten.
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Re: Bambusbacking verwerten

Beitrag von Squid (✝) »

Ja, das is logisch...  ;)
aber nach 60 Schuss heute im Garten ist er so, wie er jetzt ist... und das ist ein guter Anhaltspunkt :D
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Re: Bambusbacking verwerten

Beitrag von Christopher »

Hmmm ich würd noch 40 Schuss draufsetzen, man kann ja nie wissen ;)
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Re: Bambusbacking verwerten

Beitrag von Ravenheart »

Ein Holzbogen ist erst frühestens nach ca. 500 Schuss "eingeschossen"....

Rabe
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Squid (✝)
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Re: Bambusbacking verwerten

Beitrag von Squid (✝) »

Leider hat sich nach einigem Schiessen ein Problem eingestellt. Ich erwähnte es in einem anderen Thread: Der Bogen entwickelt eine Schwachstelle und zwar 15 cm vor Ende des unteren Armes.

Zitat: "Das bizarre ist, wenn ich ihm Spannung gebe, dann macht er ne wunderbar runde Kurve an beiden Armen. Nur auf Standhöhe sieht er schief aus, unten im Aussenbereich deutlich viel stärker gebogen, oben eine leichte, gleichmäßige (aber eben viel zu leichte) Krümmung durch den ganzen Arm.
Das Ganze hat sich nach dem Probeschiessen eingestellt... ich weiss nicht genau wie man das ganze korrigieren soll: Durch Schwächung des "zu geraden" Armes oder durch Schwächung des Holzes vor der starken Krümmung.

Leider haben alle vorsichtigen Tillerversuche zu nix geführt - mir fehlt es einfach an Routine und Erfahrung.

Andererseits habe ich hier noch n Osage-Brettchen von 2 mm Dicke rumliegen und stelle mir die Frage, ob ich die Schwachstelle damit "facen" soll.

Ich würde im Forum wohl auf diese Frage mit "nein" antworten, wegen der beiden Schwachpunkte an den Klebestellen, andererseits will ich eine gewisse Stärke behalten.... seht ihr das - ärgerlicherweise - auch so?
Zuletzt geändert von Squid (✝) am 15.11.2007, 09:14, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Bambusbacking verwerten

Beitrag von Ravenheart »

...da bräuchte man erst mal ein paar aussagekräftige Bilder....  :)

Rabe
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Squid (✝)
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Re: Bambusbacking verwerten

Beitrag von Squid (✝) »

Tja, lang hats gedauert... aber die Digi-Cam weilt gerade mit klemmendem Objektiv bei einem großen Internet-Versandhaus: also gibts auch keine (aussagekräftigen) Bilder.

Trotzdem hab ich jetzt nach einigen Wochen des Fluchens an dem Bambus-Osage Bogen weitergearbeitet und die Schwachstelle tatsächlich mit einigen mm Osage "gefaced". Dass dabei die schönen Keilnocken weg mussten, da ich das Facing dann doch bis zum Ende kleben wollte ist schade, ist aber so.

Je 2 cm Länge hat das die Wurfarme auch gekostet - so dass der Bogen jetzt noch 152 cm lang ist.
Nun gehts erneut ans Feintillern - speziell auf den letzten 20 cm des unteren Wurfarms.

Schaummer mal, was draus wird....
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Re: Bambusbacking verwerten

Beitrag von Christopher »

Auch wenn der Tread mittlerweile etwas veraltet ist, würde mich mal interessieren, was draus geworden ist. :)
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Re: Bambusbacking verwerten

Beitrag von Squid (✝) »

ES LEEEEBT!  :)

Oder so ähnlich. Ist ein schöner Bambus Osage Reflex-Deflex Bogen mit 44# geworden. 152 cm lang. Die Wickelnockenunterfütterung ist allerdings nun aus Osage, nicht mehr aus Horn. Aber ich denke, der Tiller stimmt und das Osage-Pflaster macht sich hervorragend.

Mit 5/16er Pfeilen mit 4" Federn und leichten Spitzen müsste er gut werfen - die 11/32er verhungern doch ein wenig in der Luft.

Ich kämpf zur Zeit mit einem laminierten Weihnachtsgeschenk, daher bin ich noch nicht zur Dokumentation gekommen, aber das wird noch!

Sq
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Re: Bambusbacking verwerten

Beitrag von Christopher »

Ich kämpf zur Zeit mit einem laminierten Weihnachtsgeschenk, daher bin ich noch nicht zur Dokumentation gekommen, aber das wird noch!
Hihi, ich auch, für mein Bruder, hoff der wird noch was.

wenn nicht kriegt er halt ein zum Geburtstag ;)
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Re: Bambusbacking verwerten

Beitrag von Squid (✝) »

Komisch... meiner is auch für meinen Bruder... tztz

Sieht aber ganz gut aus: 176 cm, Hickory, Purple Heart und Amarelo, 4 cm Perry (die nach dem Tillern nu futsch sind). Schlanke Pyramide von 34 auf 12 mm. 44 lbs bei 28".
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Re: Bambusbacking verwerten

Beitrag von Squid (✝) »

Sooo, wie versprochen hier das inhaltliche Ende des Threads: Der Bogen ist fertig und hat nun 44# @ 28" bei einer Länge von 152 cm. Er besteht aus 2 Osageleisten und einem Baumarktbambusbacking mit 10-Strang flämischer Sehne.
Die Wurfarme sind am Griff 3,5 cm breit und werden gleichmäßig schmaler bis auf 0,7 cm.
Der Griff ist aus Eibenkern, 1,9 cm breit und 3,1 cm tief. Die Länge des Griffholzes beträgt (nur) 20 cm.
Der griffnahe Deflex ist noch vorhanden, und beträgt nun etwas mehr als 1 cm. Der Reflex liegt bei gut 4 cm. Ursprünglich waren es beim Verleimen 1 cm Deflex und 12 cm Reflex.
Die Keilnocken sind wegen der nur 0,7 cm breiten Bogenenden aus aufgelegten Osagekeilen mit epoxy-verstärkter Zwirnwicklung.

Aufgespannt ist der Tiller immer noch nicht ganz perfekt, der untere (linke) Wurfarm ist in sich etwas steifer, aber das ist zu verschmerzen und er schiesst mit 5/16er Pfeilen mit leichten Spitzen wirklich gut.

Hier noch ein paar abschließende Bilder, die allerdings weitestgehend den vorherigen entsprechen:

Entspannt (der abreisende Bogensachverständige ist zu ignorieren  ;D )
Bild

Standhöhe
Bild

Wickelnocke
Bild
Zuletzt geändert von Squid (✝) am 02.12.2010, 19:01, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Bambusbacking verwerten

Beitrag von Christopher »

Hey sieht doch echt super aus!!! ;)

wieso hast du jetzt eigentlich keine Horntips mehr gemacht?

Sieht aber ganz gut aus: 176 cm, Hickory, Purple Heart und Amarelo, 4 cm Perry (die nach dem Tillern nu futsch sind). Schlanke Pyramide von 34 auf 12 mm. 44 lbs bei 28".
un wie is der geworden? :D :D
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