Dieses Eschenholz verwendbar?
Dieses Eschenholz verwendbar?
Hallo, allerseits!
Ich möchte gern meinen ersten Bogen bauen und bin auf der Suche nach dem richtigen Holz.
Von einem Bekannten habe ich eine Eschenlatte bekommen. Verlauf der Jahresringe sieht ganz gut aus(parallel zur Latte). Bin mir aber nicht so sicher mit der Breite der Jahresringe, da ich hier im Forum gelesen habe, dass man da ein gewisses Minimum braucht.
Im Anhang zwei Bilder der Stirnseiten...
Ich möchte gern meinen ersten Bogen bauen und bin auf der Suche nach dem richtigen Holz.
Von einem Bekannten habe ich eine Eschenlatte bekommen. Verlauf der Jahresringe sieht ganz gut aus(parallel zur Latte). Bin mir aber nicht so sicher mit der Breite der Jahresringe, da ich hier im Forum gelesen habe, dass man da ein gewisses Minimum braucht.
Im Anhang zwei Bilder der Stirnseiten...
Re: Dieses Eschenholz verwendbar?
Die Jahresringe finde ich in Ordnung.
Aber einen Bogen sehe ich in diesen Latten nicht, genauso wenig wie "parallel zur Latte" verlaufende Jahresringe.
Am besten Du suchst noch weiter nach dem richtigen Holz.
mfG
Ach ja: Herzlich willkommen im FC!
Aber einen Bogen sehe ich in diesen Latten nicht, genauso wenig wie "parallel zur Latte" verlaufende Jahresringe.
Am besten Du suchst noch weiter nach dem richtigen Holz.
mfG
Ach ja: Herzlich willkommen im FC!
Zuletzt geändert von Boettger am 14.07.2007, 08:01, insgesamt 1-mal geändert.
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schattenpfeil
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Dieses Eschenholz verwendbar?
Ich vermute, daß mit parallelen Jahresringen gemeint ist, daß sie nicht aus dem Brett herauslaufen (, das Brett also senkrecht im Stamm lag).
Könnte man aus dieser Latte vielleicht einen Bogen mit stehenden Jahresringen und Textilbacking machen? Bei mittlerem Zuggewicht sollte die Esche das doch aushalten. Oder sehe ich das falsch?
Könnte man aus dieser Latte vielleicht einen Bogen mit stehenden Jahresringen und Textilbacking machen? Bei mittlerem Zuggewicht sollte die Esche das doch aushalten. Oder sehe ich das falsch?
[i]Ich wei? nicht, welche Waffen im n?chsten Krieg zur Anwendung kommen, wohl aber, welche im ?bern?chsten: Pfeil und Bogen. (Albert Einstein)[/i]
Re: Dieses Eschenholz verwendbar?
Ja, das meinte ich.schattenpfeil hat geschrieben: Ich vermute, daß mit parallelen Jahresringen gemeint ist, daß sie nicht aus dem Brett herauslaufen (, das Brett also senkrecht im Stamm lag).
Habe zwar keine Erfahrung, aber nach dem was ich gelesen habe sollte das für einen Bogen mit darauf abgestimmtem Zuggewicht doch genügen oder?
- Botjer
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Re: Dieses Eschenholz verwendbar?
Ich würde genau das versuchen. Die Form rausarbeiten, weitermachen bis zum Bodentiller, dann einen guten Leinen- oder Hanfstoff (z.B. unbehandelte Leinenleinwand, erhältlich im Künstlerbedarf) aufleimen und dann fertigtillern.schattenpfeil hat geschrieben: Könnte man aus dieser Latte vielleicht einen Bogen mit stehenden Jahresringen und Textilbacking machen? Bei mittlerem Zuggewicht sollte die Esche das doch aushalten. Oder sehe ich das falsch?
Das Aufbringen des Leinen mache ich immer folgendermaßen:
Textil leicht feucht machen, also kurz durchs Wasser ziehen und zwischen den Fingern ausstreichen, dann den Rücken gut mit Leim einstreichen, Textil drauf, vom Griff nach aussen andrücken/ausstreichen bis der Leim leicht durch suppt. Dann kannst Du noch mit Leim (unverdünnt reicht wenn das Textil feucht ist) aussen etwas auftragen und mit den Fingern verstreichen.
Andrücken ist eigentlich nicht notwendig, kannst Du aber machen. Wenn der Rücken ganz plan ist, tut es ein Druckholz. Allerdings trocknet der Leim unter diesen dann "film-artig", soll heissen es sieht fast aus wie eine dünne Kunststoffschicht. Die lässt sich aber wieder mit Schmigelpapier aufrauen.
Oder Du benutzt diese dehnbare Verbandsbinde (NICHT Mullbinden, die fusseln auseinander). Dann kann allerdings etwas von der Binde kleben bleiben, das Du dann wieder abprokeln mußt.
Wie auch immer, ist der Leim fest, schneidest Du das Backing an den Rändern der Wurfarme ab und kannst dann mit Schmirgelpapier die Ränder zu Ende bearbeiten.
Falls Du Tip-Verstärkungen anbringen willst, würde ich diese halb über das Backing und halb über das darunterliegende Holz kleben, also das Backing ca. 1 cm vor dem WA-Ende enden lassen.
LG Niels
War der Tag nicht dein Freund, war er dein Lehrer … (unbekannt)
Gut ist das was man tut. Nicht das wofür man betet. (Terry Pratchett)
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Re: Dieses Eschenholz verwendbar?
Was meint ihr jetzt genau mit stehenden Jahresringen? Jahresringe normal zu Back/Belly?
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schattenpfeil
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stehende Jahresringe
Eine gute Erklärung mit Bebilderung findest Du in der Fletchers-Corner (klick mich). :-)
Zuletzt geändert von schattenpfeil am 14.07.2007, 12:20, insgesamt 1-mal geändert.
[i]Ich wei? nicht, welche Waffen im n?chsten Krieg zur Anwendung kommen, wohl aber, welche im ?bern?chsten: Pfeil und Bogen. (Albert Einstein)[/i]
Re: Dieses Eschenholz verwendbar?
Daß die Jahresringe etwas schräg stehen, kann man doch "abrichten" und
hätte bei der Schrägung nicht allzu viel Materialverlust zur folge.
Kommt auf´s Zuggewicht an.Wenn man nicht viele Fehler macht, könnte man denke ich aus dem dicksten Ring und dem was drunter ist, noch einen 3,5-4cm(eher 3,5 aber für nen flat um 40# vieleicht genug) breiten Flachbogen machen. Aus dem Rest in Richtung Rinde vieleicht noch nen ELB(Rabe hat nen 45# Eschen-ELB und der ist trotz set gar nicht schlecht) .
Wenn Du´s schaffst mit ner guten Bandsäge oberhalb des dicksten Rings entlang zu schneiden(schräg,also parallel zum Ring natürlich) und beim abrichten der Seiten nur so viel abnimmst, daß sich (rechtwinklig zum Rücken) eine plane Fläche von 2cm breite(sprich Wurfarmdicke) auftut, hast Du genug für locker 50# und musst die Breite nicht weiter reduzieren.
Bei 50# würd ich ihn aber mannshoch bauen, um der geringen Breite etwas entgegen zu kommen.
Aber bei solcher Material knappheit ist Feinwerkzeug(ausser der Bandsäge beim Auftrennen)& Vollkonzentration angesagt.
Gruß
Rado
hätte bei der Schrägung nicht allzu viel Materialverlust zur folge.
Kommt auf´s Zuggewicht an.Wenn man nicht viele Fehler macht, könnte man denke ich aus dem dicksten Ring und dem was drunter ist, noch einen 3,5-4cm(eher 3,5 aber für nen flat um 40# vieleicht genug) breiten Flachbogen machen. Aus dem Rest in Richtung Rinde vieleicht noch nen ELB(Rabe hat nen 45# Eschen-ELB und der ist trotz set gar nicht schlecht) .
Wenn Du´s schaffst mit ner guten Bandsäge oberhalb des dicksten Rings entlang zu schneiden(schräg,also parallel zum Ring natürlich) und beim abrichten der Seiten nur so viel abnimmst, daß sich (rechtwinklig zum Rücken) eine plane Fläche von 2cm breite(sprich Wurfarmdicke) auftut, hast Du genug für locker 50# und musst die Breite nicht weiter reduzieren.
Bei 50# würd ich ihn aber mannshoch bauen, um der geringen Breite etwas entgegen zu kommen.
Aber bei solcher Material knappheit ist Feinwerkzeug(ausser der Bandsäge beim Auftrennen)& Vollkonzentration angesagt.
Gruß
Rado
Zuletzt geändert von Rado am 14.07.2007, 14:22, insgesamt 1-mal geändert.
Re: Dieses Eschenholz verwendbar?
Siehe TBB2 Seite 33/34:
In der Abbildung sieht man eine "bias cross-section".
@kein Einsteigerholz:
stimmt, es ist aber da und sonst hab ich im Moment keines
In der Abbildung sieht man eine "bias cross-section".
Meiner Meinung nach ist das bei meinem Holz der Fall, also warum soll ich mir die Mühe machen und da irgendeine Form herausarbeiten?If an edge or bias-ringed bow's back is comprised of full-length, parallel, unsevered wood fibers, it will be as strong as a pristine tree-split stave (with two exceptions, explained later).
@kein Einsteigerholz:
stimmt, es ist aber da und sonst hab ich im Moment keines
Zuletzt geändert von Thomas am 14.07.2007, 14:35, insgesamt 1-mal geändert.
- Botjer
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Re: Dieses Eschenholz verwendbar?
Ich sehe es so: Bei Deinem Holz hast Du schrägstehende Jahrringe. So diese "gerade" durchlaufen, sollte es kein Problem sein daraus einen Bogen zu bauen, wenn Du ein gutes Textilbacking verwendest (s.o.).
In meinen Augen ist dies einer der einfachsten Wege mit dem Bogenbau anzufangen. Mann muß sich nicht immer zum Sklaven eines Jahrringes machen. Man kann ganz prima tillern üben und dann auch schon mal schießen, während man auf das nächste Holz wartet. Dann kan man den Jahring in Angriff nehmen oder sich an einem Hartbacking versuchen.
Außerdem: Das beste Holz ist immer das, was man da hat.
Alles andere ist in erster Linie "theoretisches Holz".
Du solltest aber unbedingt klären, woher das Eschenholz kommt.
Ist es aus einer Bohle geschnitten, sollte alles klar sein.
Ist es aber ein sogenannter "Messerrest" laß die Finger davon.
Diese Messerreste entstehen beim Funierschneiden, Dabei wird das Holz in einer Art und Weise "vergewaltigt" das diese Reste absolut ungeeignet sind. Ich habe es mal probiert und alle Bögen die ich daraus gebaut habe sind gebrochen.
Allerdings halte ich es in Deinem Fall für eher unwahrscheinlich, daß es sich um einen Messerrest handelt: Normalerweise entstehen dabei "Latten" mit absolut stehenden Jahrringen.
In meinen Augen ist dies einer der einfachsten Wege mit dem Bogenbau anzufangen. Mann muß sich nicht immer zum Sklaven eines Jahrringes machen. Man kann ganz prima tillern üben und dann auch schon mal schießen, während man auf das nächste Holz wartet. Dann kan man den Jahring in Angriff nehmen oder sich an einem Hartbacking versuchen.
Außerdem: Das beste Holz ist immer das, was man da hat.
Alles andere ist in erster Linie "theoretisches Holz".
Du solltest aber unbedingt klären, woher das Eschenholz kommt.
Ist es aus einer Bohle geschnitten, sollte alles klar sein.
Ist es aber ein sogenannter "Messerrest" laß die Finger davon.
Diese Messerreste entstehen beim Funierschneiden, Dabei wird das Holz in einer Art und Weise "vergewaltigt" das diese Reste absolut ungeeignet sind. Ich habe es mal probiert und alle Bögen die ich daraus gebaut habe sind gebrochen.
Allerdings halte ich es in Deinem Fall für eher unwahrscheinlich, daß es sich um einen Messerrest handelt: Normalerweise entstehen dabei "Latten" mit absolut stehenden Jahrringen.
LG Niels
War der Tag nicht dein Freund, war er dein Lehrer … (unbekannt)
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Gut ist das was man tut. Nicht das wofür man betet. (Terry Pratchett)
Re: Dieses Eschenholz verwendbar?
Da hat Botjer natürlich mal wieder absolut recht.Botjer hat geschrieben: Außerdem: Das beste Holz ist immer das, was man da hat.
Alles andere ist in erster Linie "theoretisches Holz".
Daran rumschnitzen, um einem Jahresring zu folgen würde ich nicht. Dazu fehlt m.E. die Masse. Mit Leinenbacking könnte es aber ein guter Bogen werden, das hatte ich nicht bedacht.
Mach's doch so, wie es Botjer vorgeschlagen hat. Damit hast Du die größten Erfolgsaussichten.
viel Erfolg!
Re: Dieses Eschenholz verwendbar?
Ich bin genau Rados Meinung, ich würde auf jeden Fall auf einen Jahresring runterarbeiten und einen Flatbow draus machen, wenn auch keinen starken!!!!!
Das Problem mit der Masse sehe ich überhaupt nicht. Außerdem kann man wenn man sich unsicher ist, immer noch ein Leinenbacking aufbringen.
Gruß Domo
Das Problem mit der Masse sehe ich überhaupt nicht. Außerdem kann man wenn man sich unsicher ist, immer noch ein Leinenbacking aufbringen.
Gruß Domo
Zuletzt geändert von Domo am 14.07.2007, 21:44, insgesamt 1-mal geändert.
Wie macht man sich einen Bogen??
Man nimmt ein St?ck Holz und schl?gt alles weg, was nicht wie ein Bogen aussieht.
Man nimmt ein St?ck Holz und schl?gt alles weg, was nicht wie ein Bogen aussieht.
Re: Dieses Eschenholz verwendbar?
Nujain 
Ist schon die komplexere Variante, aber ich find einen selfbow, der wenigstens ein bißchen dem Wuchs folgt einfach mehr stylo als so ein Leinwandgebabsche.
Geschmacksache.
Gruß
Rado
Ist schon die komplexere Variante, aber ich find einen selfbow, der wenigstens ein bißchen dem Wuchs folgt einfach mehr stylo als so ein Leinwandgebabsche.
Geschmacksache.
Gruß
Rado
Re: Dieses Eschenholz verwendbar?
Es ist aus einer Bohle.Botjer hat geschrieben: Du solltest aber unbedingt klären, woher das Eschenholz kommt.
Ist es aus einer Bohle geschnitten, sollte alles klar sein.
Danke an alle für die ganzen Tipps - ich werde es mit den schrägstehenden Jahresringen + Leinen-Backing versuchen
Re: Dieses Eschenholz verwendbar?
hallo Thomas,
wenn die ringe nicht aus dem brett laufen und du kein unmenschliche hohes zuggewicht anpeilst, dann kannst du getrost auf das backing verzichten. da die ringe schön dick sind und wenig frühholzanteil vorhanden ist, hält das brett die belastung sicher aus. ich habe schon etliche 'brettbögen' ohne backing gebaut. wenn du auf nummer sicher gehen willst, lässt du den bogen einfach ein bisschen breiter...
gruss,
gian-luca
p.s. einen eschen-elb würde ich nicht empfehlen, eher einen flatbow mit steifem, tiefen griff und schön breiten arbeitenden wurfarmen (die schiessen eh gutmütiger
).
wenn die ringe nicht aus dem brett laufen und du kein unmenschliche hohes zuggewicht anpeilst, dann kannst du getrost auf das backing verzichten. da die ringe schön dick sind und wenig frühholzanteil vorhanden ist, hält das brett die belastung sicher aus. ich habe schon etliche 'brettbögen' ohne backing gebaut. wenn du auf nummer sicher gehen willst, lässt du den bogen einfach ein bisschen breiter...
gruss,
gian-luca
p.s. einen eschen-elb würde ich nicht empfehlen, eher einen flatbow mit steifem, tiefen griff und schön breiten arbeitenden wurfarmen (die schiessen eh gutmütiger