Saplingbow 7, Osboan

Threads und Präsentation zum 7. Saplingbow-Turnier
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Re: Saplingbow 7, Osboan

Beitrag von Osboan » 02.01.2015, 23:37

Ok, wird gemacht :-) Hab heute Abend noch die Berberitzen entrindet und alle drei fest mit dem Cutter eingeschlitzt. Bei der Berberitze dürfte es nach meinen Erfahrungen an 2 Versuchsrohlingen ein paar Tage dauern, bis sie platzen, Der Flieder klaffte jedoch sofort auf. Wahnsinn, was da für eine Spannung drin ist. Hab jetzt sicherheitshalber alle Totäste auch noch gut mit Leim bestrichen, damit sich da nix tut. Die nächsten 2 Tage kann ich wahrscheinlich nichts tun, da heißt es jetzt mal bangen, ob's wird. Bin aber zuversichtlich. Meine Schnitzbank dauert nun auch schon etwas zu lang, die hat mich dann heute auch noch beschäftigt. Naja, schön langsam wird nun ja doch endlich was draus.
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Re: Saplingbow 7, Osboan

Beitrag von Osboan » 03.01.2015, 17:49

Ok, hab doch noch weiterbasteln können :)

Hier die Berberitzen beim Entrinden:
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Ein schöner Anschnitt zeigt, dass das Holz ähnlich wie Rose aussieht - nur gelb halt. Ist auch ähnlich schwer.
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Hier sind alle drei entrindet und geschlitzt. Daneben das noch immer unfertige Schnitzbankprojekt... nervt schon etwas ::)
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Der Flieder klafft gleich auseinander. Heute ist der Spalt schon 2 mm breit.
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Ich hab gestern noch lang überlegt, wie ich den Bogen ins Holz legen soll und aufgrund der rundherum liegenden Fehlstellen im Griffbereich keine wirklich gute Lösung gefunden. Naja mal schaun, ob's klappt.
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Re: Saplingbow 7, Osboan

Beitrag von Osboan » 06.01.2015, 11:08

Update: noch ist nichts eingerissen, wo es nicht sollte. In der Zwischenzeit gings weiter mit der Schnitzbank. Hab aber aus Zeitnot keine Bilder. In ein paar Tagen ist sie fertig, dann geht's weiter.
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Re: Saplingbow 7, Osboan

Beitrag von Osboan » 10.01.2015, 11:32

Soda, weiter geht's:

Die Schnitzbank funzt schon mal, bloß die Beine fehlen noch ;D
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Da musste ich doch gleich den Flieder etwas ausdünnen.
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So ein schöner Kern und vor allem fast kein Drehwuchs! Wenn er nicht diese blöden Fehlstellen in der Mitte hätte, hätt ich den glatt spalten können.

Der Deflex der einen Seite wurde ein bisschen gekappt, der Reflex der anderen durfte noch bleiben. Der ist so schön, den will ich nicht opfern.
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Hier ist das Trio wieder vereint. Die Berberitzen sind fast planmäßig eingerissen. Bloß ist mir aus Zeitmangel bei einer der beiden ein Fehler unterlaufen. Im Griffbereich waren Äste, die hab ich nicht gut durchgesägt beim Einschlitzen. Jetzt hat sie genau in dem Bereich seitlich einen Entlastungsriss ausgebildet. Ich hab die Stelle hier mal markiert. Beim Flieder irritieren mich noch immer die Fehlstellen. Ich überlege gerade, ob ich den markierten Bereich herausschneiden und den Bogen dann verspleißen soll. Dann wäre die Länge immer noch bei ca. 170 cm. Sonst muss ich den ganzen Bereich ziemlich steif lassen. Wäre der Leistung des Bogens zwar nicht abträglich, aber ich will irgendwie keinen 195 cm Prügel bauen... ich kanns schwer erklären. Hab verschiedene Optionen im Kopf durchgespielt, sogar eine stark assymetrische Variante, aber da sind meine Bogenbaufertigkeiten dann schnell mal überfordert, glaube ich. Mit so Aststellen hab ich einfach noch zu wenig Erfahrung, als dass ich da zum Herumexperimentieren den schönen Flieder hernehmen muss. Also lieber rausschneiden 8)
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Ich denke der Riss in der Berberitze ist aber nicht so problematisch. Hier nochmal ein Bild davon:
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Links ist die geplante Bauchseite, rechts der Rücken, der ist unverletzt. Ich denke, ich kann den Riss später Dämpfen und wieder zusammenbinden, dabei gut mit Hautleim auffüllen, dann hält das schon. Hinten und vorne kommt dann noch eine Wicklung rauf. Das wird aber eher ein Projekt für später, darum kommt dieser Stave erstmal aus dem Wettbewerb raus.
Der andere ist wie geplant eingerissen und trocknet brav. Gestern noch bei 14% Holzfeuchte.

Hier noch ein Rissbild. Da drin hört man's sogar im Vorbeigehen leise knistern :)
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Grüße, Oscar


Edit: ich weiß auch nicht, warum die Bilder schon wieder verdreht erscheinen, wenn man die anklickt ??? Entschuldigt bitte auch meine noch immer suboptimalen Fotos. Hab nur mein Handy und Bildbearbeitung lern ich glaub ich erst in der Pension wieder :'(
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Re: Saplingbow 7, Osboan

Beitrag von max2 » 10.01.2015, 12:01

Sind die Fehlstellen im Flieder nicht genau im Griffbereich? Das sollte doch gehen, der Reflex fängt soweit innen an, dass er dir auch beim Kürzen des Arms erhalten bliebe.

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Re: Saplingbow 7, Osboan

Beitrag von Osboan » 12.01.2015, 18:30

Ja, aber wenn ich den Arm kürze, heißt das für mich nur, astreines Fliederholz wegwerfen und dafür ein paar Löcher behalten. Das mag ich irgendwie anders lösen. Bald ist der Flieder durchgetrocknet und dann geht's weiter. Ich bin momentan noch immer am Liebäugeln mit der Variante Spleiß. Klar, der Bogen hat dann vielleicht weniger Charakter, aber Charakterbögen kann ich eh mit anderem Holz auch noch üben. Und ein Hohenaschaubogen und Charakter, in Form von Fehlstellen, das passt dann eh wieder nicht so gut zusammen, finde ich. Außerdem wird es mein erster Spleiß - und somit noch Herausforderung genug ;D
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Re: Saplingbow 7, Osboan

Beitrag von Osboan » 23.01.2015, 11:30

So, vor ein paar Tagen gings weiter. Hatte nur noch keine Zeit, die Fotos einzustellen.
Mein erster Spleiß stand an. Ich war, gelinde gesagt, leicht nervös, denn ich habe a) nur sehr eingeschränkte Möglichkeiten und b) den schönen Flieder, den ich auf keinen Fall verhunzen wollte.

Hier mal ausmessen, was herausgeschnitten werden sollte:
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dann gings los
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ganz wohl war mir in diesem Moment nicht. Aber der geile Geruch des Fliederholzes spendete Trost :)

und da war auch schon das Stück mit den Fehlstellen raus
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So sollen die zwei dann ungefähr zusammen verspleißt werden. Auch wenn ich noch keinen Plan habe, wie ich den Griff dann aufbauen soll...
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Der Spleiß wurde als V-Spleiß geplant mit einer Länge von 10 cm und einer Breite von 4 cm. Die Billets sind an dieser Stelle ungefähr 4,5 cm breit. Methode "RumFort" nach der Anleitung vom Heidjer im How-To-Board, Brettchen mit Heißklebe aufgeklebt. Passte dann noch nicht ganz, da musste ich noch einiges rumraspeln ("...bleib cool - du, bleib cool!" 8) )
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Fotos der fertigen Anschnitte hab ich vergessen.

Dann kam der leicht deflexe Teil abends noch ins Dampfbad
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Nach einer halben Stunde ging noch nix, aber nach einer Stunde ließ er sich dann brav biegen. Als Modell Stand mir dafür der zweite, reflexe Wurfarm. Die Biegung wurde ein bisschen stärker eingestellt, weil ich damit rechne, dass ein Teil davon wieder rausgeht.
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So ruht er nun schon den dritten Tag bei Zimmertemperatur. Was meint ihr, wie lange soll ich denn den so eingespannt lassen, damit er gut hält?

Heute Abend hätte ich wieder Zeit, aber ich weiß nicht, ob es sich praktisch mache,n lässt, die zwei Teile zu verspleißen, solange der eine noch in der Form ist.

Grüße, Oscar
Zuletzt geändert von Osboan am 24.01.2015, 00:38, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Saplingbow 7, Osboan

Beitrag von Gornarak » 23.01.2015, 12:04

Dein Ende sieht aber noch ziemlich dick aus, um es zu dämpfen. Drei Tage in der Form sollten allerdings locker reichen.

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Re: Saplingbow 7, Osboan

Beitrag von Osboan » 23.01.2015, 12:28

Ja, der hatte schon noch einen Radius von 2 cm im Halbkreis. Du meinst also schon, dass der heute schon rauskann? Trau mich nicht :P
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Re: Saplingbow 7, Osboan

Beitrag von Benedikt » 23.01.2015, 13:22

Machst du den Griffbereich schmäler?
Wenn ja, ist der halbe Spleiß weg :P
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Re: Saplingbow 7, Osboan

Beitrag von Osboan » 23.01.2015, 14:03

Ja, der Griff wird ein bisschen schmäler. Hab gemessen, dass, wenn ich 3 cm Griffbreite übrig lass, noch 8 cm Spleißlänge verbleiben. Glaubst du, dass das genug ist, die Kräfte aufzunehmen? Ich würde den Spleiß mit einer Mischung aus Haut- und Knochenleim verkleben und wenn der Griff ausgearbeitet ist, eine Wicklung aus Hanffasern mit Haut-Hasenleim drüber und danach erst das Griffleder. Hab in Chirions Bauthread nochmal nachgesehen. Hab da übersehen, dass der im Spleißbereich schon vorher einen Reflex hatte, das passt dann besser zusammen. Auch ist sein Spleiß glaube ich etwas länger. Er hat ihn jedenfalls mit 11 cm angesetzt, wie viel davon dann noch übrig blieb, hab ich noch nicht herausgelesen.
Geplant sind jedenfalls 165 cm NtN und ein Zuggewicht von 50 #. Chirions Bogen war nackig im Griff und mit 68 # auch etwas stärker und er hält.
Ich werde halt den Griff Rückenseitig etwas aufbauen müssen, da kann ich mir noch nicht recht vorstellen, was bei meinem Stave so übrig bleibt, wenn der mal auf 3 cm verschmälert ist. Bauchseitig soll in den Trocknungsspalt ein Keil rein.

edit: hab mir nochmal Chirions Bogen angesehen und es sieht so aus, als ob er da sogar im Griff die Rückenringe durchtrennt hätte. Fragen über fragen - am besten Chirion selber fragen :)
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Re: Saplingbow 7, Osboan

Beitrag von Chirion » 26.01.2015, 09:02

Also die beiden Abschnitte hatten eine natürliche-ich wills mal als Delle bezeichnen, beim verspleißen hab ich diese Delle ausgenutzt um das Setback des Griffs zu erziehlen. Der Spleiß geht über die vollen 11cm da ich den Keil gleich auf die zukünftige Griffbreite gesägt und abgesetzt hab. Der erste Ring ist fast überall erhalten nur seitlich an den auslaufenden Teilen des Keils ist etwas weggefallen, Das Holz hat recht wilde Farbunterschiede auch innerhalb eines Rings was es ja recht schwierig gemacht hat einen sauberen Ring freizulegen.

Grundsätzlich kannst du beim Verspleißen mit Setback den Rückenring nur erhalten wenn die Billetts an einem Ende einen Bug aufweisen, sind sie gerade geht das kaum. Das Problem wird dadurch erschwert dass die wirkenden Kräfte im Griff mit Setback eigentlich noch höher sind als ohne. Ist der Griff starr sollte es aber bei ausreichende Spleißlänge funktionieren, dabei musst du beachten, dass die geraden Billets mit Setback verspleißt eine kleinere Klebefläche haben als wenn sie gerade verspleißt werden.

Du solltest eventuell den Spleiß auf der Bauchseite unterfüttern und den ganzen Griff plus Fades je nach Geschmack entweder tradizionell ( Sehne gewickelt+ Leinenzwirnwicklung mit Hasenhautleim) oder modern straffe Wicklung aus feuchten Leinenzwirn, diese sauber, über ein zwei Tage immer wieder mal ein wenig mit dem Haarföhn durchtrocknen und anschließend die Wicklung mit Exoxy durchtränken. Zwirn muß der wirklich dicke Schusterzwirn sein. Wäre mein Vorschlag um in deinem Fall den Griff zu stabilisieren.
Chirion lehrt Pfeil und Bogen zugleich zu sein und eins mit dem Ziel zu werden

Den Bogen gespannt, durchstreifst du, der Beute entgegen, die Schattentäler der Nacht

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Re: Saplingbow 7, Osboan

Beitrag von Osboan » 31.01.2015, 10:23

Update: Den Flieder hab ich verspleißt, habe aber keine Zeit zum Weiterbauen und Fotos reinstellen. Ich steige deshalb leider aus dem Turnier aus.

Grüße, Oscar
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Re: Saplingbow 7, Osboan

Beitrag von Osboan » 03.02.2015, 17:37

Eieiei, jetzt hab ich keine Zeit zum Bauen mehr, da kommt doch echt ein Geschenkpaket vom Benedikt mit Geweihspitzen und dickem Bonus in Form von Federn, Hölzern und Leder ::)
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Ein großes Dankeschön an Benedikt, made my day!!!

Jetzt muss ich den Flieder auf jeden Fall fertigbauen, das gebietet mir die Ehre. Kann halt noch ein paar Monate dauern (Kinder, Studium, Arbeit, etc. - braucht halt alles gerade viel Zuwendung).

Echt cool, was man in diesem Forum erlebt 8)
Liebe Grüße
Oscar
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Re: Saplingbow 7, Osboan

Beitrag von Benedikt » 03.02.2015, 18:14

Ich zitier einfach mal Dirk:

"Solange die 2kg noch nicht voll sind, passt noch was rein :D "

Viel Erfolg mit dem Flieder!
A dream is not reality, but who is to say which is which?

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