Compound vs. Longbow

Bogenschiessen in der Praxis, mediterran, Daumentechnik u.a.
Juergen Becht
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Compound vs. Longbow

Beitrag von Juergen Becht »

Als ich neulich auf einem Turnier war, lief unsere Gruppe (4 Recurves, 1 Longbow) auf 3 Gruppen Compounder auf.
Das kam daher, das eine Rotte von 3 Wildschweinen als Ziel aufgebaut war, 3 unterschiedliche Entfernungen, das weiteste Ziel auch noch ca. 1 Meter erhöht gestellt.
Da uns das ganze nach ca. 20 min langweilig wurde (unsere Witz - und Anekdotensammlung war schon ziemlich geschrumpft), ging ich zu den Schiessmaschinen, und schaute mir das ganze Antennen, Lupen und Stabigeraffel an.
Als ich dann einen auf seinen im Rucksack integrierten Hocker sitzenden Compounder fragte,
warum die trotz der Hightech ausstattung so lange brauchen, bekam ich als Antwort :
'Jetzt nimmste 'ne Gehirnzelle, tust sie zu der einen, die du schon hast dazu, dann hast du zwei, und dann kannst du dir die Antwort vielleicht selber geben'
Sprachs, und drehte sich wieder zu den Schraubenden Kollegen um.
Ist diese Arroganz ein Aushängeschild der Compounder ?
Wenn ja, dann bin ich froh nur ein 'Einfacher' Langbogner zu sein.

Und die Moral von der Geschicht :
Trotz Schraubens hat eine Gruppe min. 4 Carbonpfeile im Wald versenkt.
Wir als Blankschützen sind hin, haben fast alle auf jedem Tier einen Kill geschossen, und das alles ohne Schrauben & Arroganz.
Mongol
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Compound vs. Longbow

Beitrag von Mongol »

Also typisch für Compounders isses nicht unbedingt - ich kenn da einige die wirklich gut drauf sind. Aber ein ähnliches Verhalten hab ich schon bei vielen FITAnasen beobachtet.... Aber besser schiessen tunse dann auch nicht unbedingt ;D
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Halfmoon
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Beitrag von Halfmoon »

Ich war neulich auf einem Turnier (meinem ersten) ...

Bei der Siegerehrung als die Punkte der einzelnen Klassen verlesen wurden stellte sich heraus, das der beste Compounder gerade 4 (!!!) Punkte mehr hatte, als der beste Langbogenschütze (und das bei 480 möglichen)  ;-)

Also, was soll das ganze gehabe ? Schiessen können die eben nur gut, wenn sie die Entfernung kennen und ihre "Schiessmaschinen" darauf "programieren" können ...
Mongol
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Beitrag von Mongol »

@Halfmoon
... und sie müssen das Ziel halbwegs gut sehen können ;D
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PeLu
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Beitrag von PeLu »

Tuts den Leuten ned Unrecht. Nur weils sies anders machen sind ned schlechter (und umgekehrt).
Nur ist mir auch schon aufgefallen dass die Radlbogenschützen öfters Ausreden parat haben, aber das mag auch an meiner selektiven Wahrnehmnug liegen.
Und die Beobachtung des Halbmondes ist eine untypische. Solange nicht 'gehässige' Parcoursbauer die Anlage radlbogenfeindlich machen. Aber lang brauchen tuns fast immer (ganz wenige Ausnahmen).
Stellts Euch halt vor, es gibt wo einen ebenen Weitschuss und hinter Euch stehn Radlbogner (oder wer auch immer) und lästern. Da wird dann wohl auch die eine oder andere ähnliche Bemerkung fallen.
Mir ist z.B. aufgefallen, dass bei Turnieren die Radlbogenschützen oft mir einem Wohnmobil anreisen und die traditionellen in Zelten anzutreffen sind.
RudiG
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Beitrag von RudiG »

So nette Zeitgenossen findet man leider überall, nicht nur bei Compoundern oder FITANESen.
Entscheident ist doch nicht der Bogen, sondern der Mensch der dahinter steht.Nette Leute sind mir lieber als nette Bogen.
Besser schiessen tut nur der, der besser trainiert hat auch dieses hat nichts mit dem Bogen zu tun.
Es schiesst doch keiner Compound oder RB weil man Ihn zwingt, sondern weil`s Spass macht und dass ists doch was uns alle vereint der Spass am Bogenschiessen, egal mit welchem Bogen und an welchem Ort.
Kleinkarierte Denker die nicht über den Tellerrand hinaussehen wird es immmer und überall geben.
Mongol
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Beitrag von Mongol »

@Rudi
Da hast Du natürlich recht - mir war's bisher halt nur besonders bei FITA's aufgefallen. Vielleicht sind mir da auch nur die Falschen untergekommen...
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hannibal
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Beitrag von hannibal »

kleine anmerkung zu juergen becht
--------snip------------
Und die Moral von der Geschicht :
Trotz Schraubens hat eine Gruppe min. 4 Carbonpfeile im Wald versenkt.
-------/snip------------
carbonpfeile sind bei den meisten jagdturnieren, welche ich kenne, -wenn nicht gar bei allen- VERBOTEN und führen zur disqualifikation.
die compoundschützen, welche ich kenne, schiessen alle ohne visier, stabi, etc.etc. und schiessen auch instinktiv und damit schnell.
die anderen compounder mit antennen und allem möglichen zeugs brauchen schon lange, weil sie mit ihren zieltafeln (hinweis: in den zieltafeln sind kill- und superkillzonen der gängigen 3-d-tier erfasst) arbeiten und oft verbotenermassen ferngläser mit zielentfernungsmesser benutzen.
@pelu
deine auffassung zu compound und wohnmobilen vermag ich nicht zu teilen.
Vollkommene Liebe und vollkommenes Vertrauen
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Meckimac
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Beitrag von Meckimac »

@pelu
wenn es kalt werden kann habe ich auch lieber eine Wohnkabine dabei. Es ist nichts schlimmer als kalt und zitternd aufzustehen und dann auch noch zu schiessen.
Im Sommer habe ich keine Kabine sondern nur Hardtop.
In Jockgrim bin ich mit Kabine und schiesse Selfbow Esche
RudiG
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Beitrag von RudiG »

@hannibal
Auch schummeln ist kein Privileg einer bestimmten Gruppe.Die "Zieltafeln" deuten eher auf einen Anfänger im 3-D Schiessen hin als auf einen bestimmten Bogentyp.
Das ein Longbow wesentlich schneller zu Schiessen ist als ein Compound wird wohl niemand ensthaft anzweifeln.
Mongol
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Beitrag von Mongol »

@Rudi
Vor allem wenn der Compound nicht mit Handschuh sondern Release geschossen wird...
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Jens
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Beitrag von Jens »

was solls, die jungs haben halt spass am schrauben, und ziwischendurch wird dann halt mal geschossen.

aber es stimmt schon sind nicht alle so, dies bezogen auf die arroganz.

ich find compound schiessen, mit dem ganzen schnick schnak halt einach nur langweilig, da kann ich doch gleich ein gewehr nehmen, das knallt dann wenigstens noch. die, die ihren comp. jedoch intuitiv (heheh ich lern schnell) schiessen..naja könnt mich auch mal reizen..
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RudiG
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Beitrag von RudiG »

@Mongol
so ises
PeLu
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Beitrag von PeLu »

@Hannibal & Meckimac:  Das ist keine Meinung von mir sondern eine Beobachtung und zwar dergestalt, dass eben die Radlbogenschützen eher mit einem Wohnmobil kommen.
Ich wollte damit auch garned ausdrücken, dass das 'unsportlich' oder verweichlicht sei. Garnix. Nur eben beobachtet. Ich hab' meinen Bedarf an spartanischen Nächten auch schon beiw eitem gedeckt udn ziehe ein schönes Gehäuse vor, nur hab' ich auch z.B. kein Wohnmobil und werd auch nie eins haben.
@Rudi: Kein Mensch behauptet, dass der Bogen den Charakter bildet, aber es ist eben schon so, dass gewisse Typen eher zu bestimmten Bögen neigen.
Wovor iich mich fürcht, ist dass mit weiterer verschärfung des Waffenrechts etliche Möchtegernrambos beim Bogenschiessen landen werden. Und die werden sicher ned Primitivbögen schiessen (wieder zur Erklärung: Ich schreib keienswegs, dass Feuerwaffenschützen Rambos sind und dass alle Radlbogenschützen solche sind, sonder das umgekehrte)

Die allerschlechtesten Erahrungen hatten wir allerdings mit einer ehem. FITanesin, die ständig alle bezüglich der Regeln belehrte und damit z.B. meinen Sohn Leopold völlig aus dem Konzept brachte (er wäre auf Medaillenkurs gewesen).

Bei den Traditionellen ist schon der Prozentsatz der 'lockeren' Schützen am höchsten.

Vor über 20 Jahren war ich mit dem Radlbogen ein Exot, da war es eher umgekehrt. Das war eine kleine Gemeinschaft experimentierfreudiger und lockerer Leute.
Juergen Becht
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Beitrag von Juergen Becht »

Stimmt, die traditionellen sind lockerer, liegt da vielleicht ein wenig Frust / Eifersucht dahinter, das wir Blankschützen ohne diesen ganzen HickHack min. genausogut / besser schiessen ?
Ich red nicht von Europa - oder Weltmeisterschaften, sondern von 'Normalen' Turnieren.
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