Easton-Pfeile für Langbogen?

Fragen zu Pfeilen zum Bogenschiessen. Keine Fragen zum Pfeilbau.
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Firestormmd
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Easton-Pfeile für Langbogen?

Beitrag von Firestormmd » 30.06.2009, 08:23

Hallo liebe Bogenschützen,

nach einer längeren Auszeit bin ich nun wieder dem Bogenschiessen verfallen. Ich habe bisher ein bisschen Erfahrung mit Holzpfeilen gemacht, suche nun aber eine stabilere Alternative. Dabei bin ich auf den Komplettpfeil Easton XX75 LEGACY gestoßen, der mit vom Design her sehr gut gefällt, da er an echtes Holz erinnert. Meine Frage nun, ist dieser Pfeil auch für einen Langbogen 70'' mit 45lbs ohne Schussfenster geeignet? Es ist der Lanura OES. Wenn ja, welche Spine sollte man in etwas nehmen? Wenn nein, welche alternative hätte ich, wenn ich unbedingt einen Alu- oder Carbon-Pfeil wollte? Vielen Dank für die Antworten schon mal im Vorraus!

Grüße aus dem Erzgebirge. Marc

PS. Ich schiesse "nur" zum Spass im Garten und will an keinen Turnieren etc. teilnehmen. Quasi nur zur Entspannung.
Hier die Links zu den Produkten:
Pfeil:  http://www.eastonarchery.com/products/product/12
Bogen: http://burgladen-hohnstein.de/Reiter_und_Langbogen/lb_lanura_oes.jpg
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Bogensport Bernhard
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Re: Easton-Pfeile für Langbogen?

Beitrag von Bogensport Bernhard » 30.06.2009, 08:48

Hallo,

ich kenne den von dir angegebenen Pfeil und Bogen nicht persönlich. Dennoch wären folgende Info noch wichtig:

- deine persönliche Auszuglänge
- das Zuggewicht bei deiner Auszuglänge

Eine Alternative zu dem von dir angegebenen Pfeil wären die Gold Tip Traditional Hunter Carbon-Pfeile. Ebenfalls in Holzoptik.
http://www.bogensportladen.de/Pfeile-Selbstbau-Sport/Schaefte-Gold-Tip/Pfeilschaft-GoldTip-Traditional-Hunter::1012.html. Ich hab die ne zeitlang auf einem Hickory-Selfbow mit 40lbs geschossen. Allerdings muss man bei Bögen ohne Schussfenster schon sehr genau auf den Spinewert der Pfeile achten (was widerum etwas komplizierter ist, da der Spinewert bei Carbonpfeilen nur über die Pfeillänge und das Spitzengewicht getunt werden kann).

lg,
Bernhard

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Firestormmd
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Re: Easton-Pfeile für Langbogen?

Beitrag von Firestormmd » 30.06.2009, 09:56

Hallo Bernhard,

danke erstmal für deine Info. Meine Auszugslänge ist 31''. Das Auszugsgewicht des Bogens bei 31'' kenne ich leider nicht. Bei 28'' soll der Bogen 45lbs haben. Der Pfeilschaft in deinem Link sieht auch sehr gut aus. Leider habe ich überhaupt keine Ahnung wie man die Spinewerte von Holz auf Alu- oder Carbon umrechnet. Daher meine Frage welchen Pfeil ihr empfehlen könnt. Ohne Gewähr versteht sich. Ich möchte auch erstmal nur einen groben Richtwert, mit dem ich anfangen könnte.

Ich bin auf eure weiteren Antworten gespant. Danke nochmal!
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BBouvier
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Re: Easton-Pfeile für Langbogen?

Beitrag von BBouvier » 30.06.2009, 12:43

Hallo, Firestorm!

Weil Holzpfeile (jedenfalls meine) -  und insbesondere bei nassen Strohscheiben -  gern irgendwann mal vor der Spitze brechen,
schiesse ich für "zwischendurch" pauschal den Easton-XX75-Platinum (grau) mit "2016".
=>
- Eibe-Langbogen 56 lbs
- Hunne-Glaslaminat 47 lbs
- Osage-Langbogen 45 lbs
- Bear-Grizzly-Recurve 42 lbs

(am "langsamsten" ist der Eibe,
und insofern liegen die alle nicht so sehr weit auseinander)

Auszug:  30 Zoll.

Und das klappt rundum.

(es wird herzlich gebeten,
von Schlägen doch bitte absehen zu wollen)

Gruss,
BB

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Re: Easton-Pfeile für Langbogen?

Beitrag von shortRec » 30.06.2009, 15:58

Ich würde mal den 2016er und den 2018 mit verschiedenen Spitzengewichten testen. Der 2018 ist schon sehr schwer, ziemlich stabil, könnte aber etwas zu steif sein.

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Re: Easton-Pfeile für Langbogen?

Beitrag von Bogensport Bernhard » 30.06.2009, 20:11

Hallo,

also beim Goldtip Traditional Hunter, den ich dir oben beschrieben habe, würde ich einen 5575 (volle Länge) mit 100 oder 125grain Spitze empfehlen.

Ansonsten kann ich dir auch noch den Easton Shaft Selector empfehlen: http://www.eastonarchery.com/products/selection aber der Vorschlag von shortRec bzw. BBouvier sollte ebenfalls passen.

lg,
Bernhard

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Re: Easton-Pfeile für Langbogen?

Beitrag von Firestormmd » 01.07.2009, 07:37

Hallo,

vielen Dank erstmal für die Antworten. Das hat mir echt geholfen. Schade, dass das BogenWiki nicht mehr funzt. Mit den Bezeichnungen wie 2018, 5575 etc. komm ich gar nicht zurecht. Da lob ich mir doch die Spinewerte beim Holz.

@Streetdog: Den hab ich mir auch schon insgeheim ausgesucht. Wenn meine Holzpfeile dahin sind, werde ich den mal antesten.
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Re: Easton-Pfeile für Langbogen?

Beitrag von shortRec » 01.07.2009, 10:41

Easton gibt mit den 2018 die Dimensionen des Schaftes an. Die ersten beiden Ziffern bezeichnen den Schaftdurchmesser in 1/64in., die letzten zwei die Wandstärke in 1/1000in. Aus den Dimensionen und dem Material das Rohrs ergibt sich letztlich der Spine, also die Biegesteifigkeit.
Die wird mit der Durchbiegung in .xxx inch angegeben, wenn der Schaft mittig zwischen zwei Auflagepunkten (Abstand 28in) mit 2lbs belastet wird. Dies ist ein statisches Maß und gilt immer ohne Umrechnung, Zugaben etc. wie bei den Pfundangaben auf den Holzschäften. Ist wesentlich angenehmer, mit dem tatsächlichen Spinewert zu arbeiten.
Für den 2018 bedeutet das: Durchbiegung bei 28in Auflage und Belastung mit 2lbs .464, Gewicht bei 12.3gpi.

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Re: Easton-Pfeile für Langbogen?

Beitrag von Sperber » 01.07.2009, 10:58

Zum "Ballern" im Garten würd ich "Biocarbon" sprich Bambus nehmen.
Schöne Optik, relativ bruchfest, inzwischen gut zu kriegen und du kannst selber bauen bzw. abstimmen.
Gruß Sperber   
Die Wahrheit ist irgendwo da draussen. (Fox Mulder)

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Re: Easton-Pfeile für Langbogen?

Beitrag von Firestormmd » 01.07.2009, 10:59

Bedeutet das, dass, wenn ich meinen optimalen Spinewert kenne (zB. .400), dass ich mir nur noch Pfeile mit diesem Spinewert suchen muss und der Schaftdurchmesser erstmal egal ist? Oder spielt auch hier das Gewicht von Spitze und Schaft eine wichtige Rolle?

Tut mir leid, wenn das schon 100 mal gefragt wurde, aber  ich bin hier schwerstens verwirrt. ???
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Re: Easton-Pfeile für Langbogen?

Beitrag von shortRec » 01.07.2009, 11:57

Firestormmd hat geschrieben:Bedeutet das, dass, wenn ich meinen optimalen Spinewert kenne (zB. .400), dass ich mir nur noch Pfeile mit diesem Spinewert suchen muss und der Schaftdurchmesser erstmal egal ist? Oder spielt auch hier das Gewicht von Spitze und Schaft eine wichtige Rolle?




Im Prinzip ja. In der Praxis sieht das ein klein wenig anders aus, weil für uns letztendlich die dynamischen Eigenschaften des Pfeiles entscheidend sind. So reagieren Carbonis bei gleichem stat. Spine etwas steifer als Alus, schwere Schäfte weicher als leichte. Diese Unterschiede sind wirklich nicht groß und liegen in dem Bereich den man ohnehin nur durch Ausschießen ermitteln kann, unabhängig vom Material.
Das Pfeilgewicht beeinflusst aber vielmehr das Flugverhalten als den dyn. Spine. Ein schwerer Pfeil startet langsamer, bringt Ruhe in den Bogen, ist insgesamt sehr materialschonend, bringt aber eine deutlichere Flugparabel mit sich. Da unterscheiden sich Holz- und Aluschäfte nicht.
Gleiches gilt für den Pfeildurchmesser. Je dicker der Pfeil, desto weiter rückt die Pfeilachse von der Mitte des Bogens weg und verlangt somit einen weicheren stat. Spine. Ebenso beim Nockpunkt. Ein dicker Pfeil verlangt eine größere Nockpunktüberhöhung. Auch hier wieder unabhängig vom Schaftmaterial. Bei dünnen Pfeilen gilt natürlich das Gegenteil.
Diese Tendenzen sind aber nur im direkten Vergleich festzustellen. Deswegen: Ausschießen!
Das Einzige, was du wirklich noch beachten müsstest, wäre das Mindestpfeilgewicht, das der Hersteller für deinen Bogen empfiehlt. Bei deinem langen Auszug würde ich da noch etwas zu geben.

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