Reine Osage oder mit Bambus belegte Bögen?

Fragen zu Boegen zum Bogenschiessen. Keine Fragen zum Bogenbau.
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Cinnamon
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Reine Osage oder mit Bambus belegte Bögen?

Beitrag von Cinnamon » 14.07.2020, 07:58

Hallo, ich möchte mir einen neuen Bogen zulegen. Habe bisher reine Osage Bögen geschossen. Würde gerne wissen welche Vor- und Nachteile ein Osage mit Bambus belegt bietet, Speziell was die Performance und die Haltbarkeit der Bögen betrifft. Hat da jemand schon einen direkten Vergleich selber erleben und erfahren dürfen?
Ich habe bei Konrad Vögele sehr schöne Bögen entdeckt. Dort schreibt er von einer ähnlichen Geschwindigkeit und Leistung wie ein moderner Bogen mit Fiberglas. Ist das wirklich so ?
Bin sehr gespannt auf eure Antworten. O0

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Hieronymus
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Re: Reine Osage oder mit Bambus belegte Bögen?

Beitrag von Hieronymus » 14.07.2020, 08:14

Bambus Osage ergibt immer schnelle Bögen . Ich habe schon mehrere für Kunden gebaut und die hatten alle bei um die 45-50# und lagen zwischen 184-187fps bei 9gpp. Muss aber sagen, dass ein gut gebauter Osage die selbe Leistung bringt. Ich habe reine Osage bögen gebaut und davon einige für Kunden. Die lagen bei gleichem Zuggewicht im selben Geschwindigkeitsbereich. Die meisten Bambus Osage die ich baue, haben ein Deflex/Reflex Design. Von der Haltbarkeit liegt der normale Osage Bogen klar im Vorteil, da der Bambus irgendwann an den Nodien reißen könnte.

Gruß Markus
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Re: Reine Osage oder mit Bambus belegte Bögen?

Beitrag von Cinnamon » 14.07.2020, 10:01

Oh, der normale Osage Bogen liegt klar im Vorteil bei der Haltbarkeit?
Dachte das gerade Bambus die Stabilität erhöht. Frage deswegen weil mir schon bei 2 reinen Osage Bögen die Wurfarme weggebrochen sind.Der Eine wurde nachbearbeitet und der Andere ist am Astloch weggebrochen.
Möchte doch einfach nur einen langlebigen Primitiv/ Self Bogen mit guter Performance mein Eigen nennen.........

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Re: Reine Osage oder mit Bambus belegte Bögen?

Beitrag von Tom Tom » 14.07.2020, 10:08

Brechendes Osage hat eigentlich fast immer etwas mit drastischen Baufehlern zu tun (Ausnahmen bestätigen die Regel)

Osage Bögen sind so ziemlich das langlebigste was es gibt.

Lg Tom Tom
Zeit ist eine durchaus relative Angelegenheit

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Re: Reine Osage oder mit Bambus belegte Bögen?

Beitrag von locksley » 14.07.2020, 15:28

Wenn Du eh zum Konne gehst, kannst Du ruhig auch nur Osage nehmen wenn es um die Haltbarkeit geht. Ich kenne Bögen von Ihm, die schiessen schon seit 20 Jahren und haben nicht mal Leistungsverlust. Reine Osagebögen.
Ein grosser Mann wird weder vor dem Kaiser kriechen, noch einen Wurm zertreten (Benjamin Franklin)

Wenn das Atmen schwieriger waere, haetten wir weniger Zeit um Unsinn zu reden.

Wer die Wahrheit sagt, braucht ein verdammt schnelles Pferd (Sprichwort)

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Re: Reine Osage oder mit Bambus belegte Bögen?

Beitrag von Ravenheart » 14.07.2020, 15:36

Ich schließe mich den bisherigen Kommentaren an und möchte ergänzen:

* Bau- oder Materialfehler können sowohl bei Vollholz- als auch Laminatbogen auftreten.
* Jede Zusammenfügung hat in der Klebefuge eine potenzielle Schwachstelle mehr. Versagt die Klebung, nützt auch die höchste Tillerkunst nichts. Ein Vollholzbogen übersteht auch kurzzeitige Überhitzung meist problemlos - ein Laminierter nicht immer.
* Durch reflexes Verleimen kann man mehr Performance und weniger Set aus dem Material herausholen, geht aber auch näher an den Grenzbereich heran.

Fazit:
Osage ist ein leistungsfähiges Bogenholz, das eigentlich kein Backing benötigt, es sei denn, der Rücken wäre zu dünn oder schadhaft.
Mit Bambusbacking kann man evtl. ein paar FpS mehr herauskitzeln, aber schafft auch mehr potenzielle Fehlerstellen.
Letztendlich ist es eine "Bauchsache" - ist mir Lebensdauer wichtiger, würde ich Vollholz nehmen, ist mir Leistung wichtiger, wäre ich beim Bambusbacking. aber das sind beides nur 40-60-Gewichtungen....

Rabe

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