Kaburamaki

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Daemonday
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Kaburamaki

Beitrag von Daemonday » 02.05.2014, 09:33

Hi,
Hat jemand ne Ahnung wie man eine Kaburamaki Wicklung herstellt?
Das ist die Rübenförmige Wicklung die man vorne an Pfeilschäften und ca 40cm hinter dem Klingenanfang an Speeren anbringt. Beim Speer hat sie wohl die Aufgabe dafür zu sorgen das kein Blut den Schaft hinunterläuft und diesen glitschig macht. Beim Pfeil denke ich das es nur dazu da ist, das der Bambus nicht ausbrechen kann.

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/9/9f/Yari_kaburamaki_%28chidome%29.jpg
http://media-cache-ak0.pinimg.com/236x/26/16/11/26161131c529ef9d9fc274575b3fa497.jpg

Will die an meine neuen Pfeile anbringen und an einem Yari den ich im Moment baue. Finde ber keinen Guid oder ähnliches.

LG
Micha
Zuletzt geändert von Daemonday am 02.05.2014, 10:27, insgesamt 3-mal geändert.
-Michael May-

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Idariod
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Re: Kaburamaki

Beitrag von Idariod » 02.05.2014, 09:35

Bitte die Links als URL markieren, sonst verkrüppelt die Forensoftware diese gnadenlos.
Teile dein Wissen und gib nicht vor zu wissen was du nicht weißt - ein guter Ratschlag von einem tüchtigen Tischler. Das steht hier um mich daran immer zu erinnern, und für alle denen der Schuh passt.

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Re: Kaburamaki

Beitrag von shokunin » 02.05.2014, 10:14

Ich glaube die werden gemacht indem man die Schnur von dünn nach dick und wieder nach dünn verlaufen lässt.
Man hat also zwei Stränge, die in sich den Enden zu dünner werden - kann man machen indem man z.B. einen Hanfstrang den Enden zu dünner auskämmt. Diese, sich verjüngenden Stränge, verdrillt man dann zu Schnüren, und die Schnüre kordiert man zu einer zwei-strängigen Kordel.
Wickelt man die Kordel um einen runden Körper (sieht man auch an Pfeilen) entsteht diese kordierte "Knubbel-Optik".

Gruss,
Mark
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Re: Kaburamaki

Beitrag von RoLi » 02.05.2014, 15:13

Ich habe eine solche Schnur aus dünnem Zwirn gemacht, indem ich immer einen Faden mehr eingedreht habe, bis die gewünschte Dicke erreicht war. Dann weiter, indem ich immer wieder ein Faden raus genommen habe.
Grüße
Rolf

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Re: Kaburamaki

Beitrag von FBrueck » 02.05.2014, 21:33

hallo,
bei feliks hoff steht:
Yatsume-Kabura und Mutsume-Kabura: Pfeile, mit einer zwischen Schaft und Pfeilspitze eingelassenen Hornkugel (Kabura) mit 8=Yatsu oder 6=Mutsu Löchern (me=Augen)

Ansonsten ist man ja sprachlich recht konsequent: Maki=Wicklung (oder Rolle) s.a.:
Tsuka-Maki=Griffbewicklung
Also ich würde (mangels Kuh) eine aufgebohrte Holzperle als Kabura-Ersatz mit Garn umwickeln...->Kabura-MAKI
Allerdings sprechen die Bilder für Mark und Rolf. ;D
LG
Frederik
PS.: Wer den zitierten(!) Grammatik-Fehler findet, darf ihn behalten.
Ein echter Haiku: ;D
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Wen juckts?

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Re: Kaburamaki

Beitrag von FBrueck » 02.05.2014, 22:13

Achso Micha,
hatte ich vergessen: ich denke die Theorie mit dem nicht "glitschigen" Yari-Schaft hinkt etwas. Wenn du deinem Gegner in geschlossener Schlachtordnung die Aorta oder die Karotis (Hals-Schlagader) verletzt, saut er nicht nur dich, sondern auch die drei Kameraden um dich rum ein; und zwar von Kopf bis Fuss...
Eher wie ich sagte: ein Zusatzgewicht, mit Wicklung. Wuchtigerer Stoss und, bei einem Treffer, weniger Handschock.
Ein echter Haiku: ;D
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Re: Kaburamaki

Beitrag von shokunin » 03.05.2014, 07:37

Ich hab' jetzt auch mal im Netz geschaut...

immer wenn ich bei Google zu einem Begriff nix (oder fast nix) finde, denke ich: da stimmt was nicht... :-\

Kabura-Maki sollte im Japanischen das sein: 鏑巻 (Rüben-Wicklung)... Google liefert aber fast keine Bilder auch mit yari (槍 ) nicht...

Dann wird in der Wiki-Seite hier ja noch Chidome angesprochen... auf der Jp-Wiki Seite für Yari so geschrieben: 血留
liefert null Bilder ... auch mit Yari nicht ..."槍 血留"
Dann hab' ich andere Schreibungen probiert... 血 ("Chi" - Blut) und 止め (Tome - Stopper) oder 留め (Tome - Stopper)...
... auch keine Bilder. :(

Entweder schreibt sich das anders, oder nennt sich im normalen Gebrauch anders... sonst gäbe es sicher Infos online dazu...

Naja, wie dem auch sei... der "Blut Stopper" (Chi-dome)... wird auf der Wiki-Seite auch als ein, in den Schaft eingearbeiteter "Ball" beschrieben. Ich denke, er dient evtl auch dazu, dass der der den Speer führt nicht am Schaft vor rutscht wenn er zustösst. Ist der Schaft blutig, oder halt nass (Schweiss, Regen,...) dann kann man beim Stoss abrutschen dann geht die Energie des Stosses ja verloren weil das Körpergewicht nicht dahinter ist...

...oder halt, damit etlang-laufendes Blut dort abropft und nicht weiter läuft - eine Tropfkante quasi.

Gruss,
Mark
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Re: Kaburamaki

Beitrag von Daemonday » 04.05.2014, 00:27

Also beim Yari nennt man das 血止 Chidome = Blutstopper. Die Wicklung bzw. die Art der Wicklung aber Kaburamaki 蕪巻 = Rübenwicklung in diesem Fall aber eben auf die Kugelform bezogen.

Die Schreibweise 血止 Chidome könnte ich aus diveresn Fachliteraturen zum Thema Sôjutsu (Speerfechtkunst) bestätigen. Nachdem ich für mein Buch sehr viel dazu rechagiere muss ich leider sagen das die Japaner mit infos zu solchen Spezialthemen im Internet sehr geizen.
Es gibt auch relativ wenig Japaner die Sôjutsu betreiben.

Beim Yari dient das Ding dazu das das Blut nicht über den Schaft läuft (wenn es sich nicht vermeiden lässt) insbesondere wenn man die Spitze nach oben hält.
Wir reden hier auch nicht von so 180cm Speer von Hanwei oder anderen Billigherstellern, sondern richtigen Yari mit 270-600cm Länge.
Ein Nebeneffekt ist das man bei einem nahen Stoß nicht mit der Führhand oder der Führungstülle (Kudayari) in den vorderen Teil der Waffe rutscht.

Lg
Micha
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