Pfeile im japanischen Stil

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Re: Pfeile im japanischen Stil

Beitrag von benzi » 17.03.2012, 13:33

so sieht nun die Befiederung mit Wicklungen aus

jap4fach3.jpg


@shokunin

bitte ehrliche und konstruktive Kritik, wenn Dir was falsch oder unharmonisch erscheint, bitte dazu sagen wie ich es besser machen kann! danke!

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Re: Pfeile im japanischen Stil

Beitrag von Genni » 17.03.2012, 16:41

@shokunin:

Nochmla wegen der 4-fach Befiederung, mit den´2 hohen und 2 niedrigen Feder.
Sind des Yabusame-Pfeile? Warum wurde das so gemacht von der Befiederung her, warum nicht so wie bei uns häufig, 4 gleich hohe in X-Form, oder hat das nur nen "historischen" Grund?
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Re: Pfeile im japanischen Stil

Beitrag von benzi » 17.03.2012, 17:18

Yayci hat geschrieben: Meint Ihr, es lohnt sich, die Federn als Pfeilbefiederung weiter zu verarbeiten, mit dem Hintergedanken, die Pfeile dann im normalen Gebrauch (Scheibe) zu nehmen?

Vielen Dank im Voraus!
Gruß,
Yayci


das kann Dir so niemand beantworten, denn es ist von unzähligen Faktoren abhängig:

wie sehr hängst Du an den Federn?
schießt Du auf eine große Scheibe bei der die Pfeile praktisch immer im Scheibenmaterial stecken?
gehen Deine Pfeile unter die Grasnarbe?
schießt Du auch im Regen?

generell würde ich sagen, historisch gesehen waren die allermeisten Federn weicher als die heute üblichen Truthahnfedern, Adler, Geier, Falke........ das ist alles viel weicher als Truthahn.

Genni, wie die 4fach befiederten Pfeile historisch in Japan entstanden sind weiß ich nicht, was ich weiß ist, dass die so befiederten Pfeile bisher mit dem Yumi und weichem Handschuh (und meiner Anfängertechnik) geschossen am besten stabilisieren.

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Re: Pfeile im japanischen Stil

Beitrag von shokunin » 17.03.2012, 19:19

@Benzi
jetzt bin ich schon viel glücklicher... :-*
Ich hätte die Nockwicklung evtl etwas grosszügiger gemacht aber ich hab' halt auch die mittlerweile x-hundert mal gemachte Kyudo Wicklungen im Kopf... brainwashed sorry :P


zu 4-fach / 2-fach Befiederung im Yabusame...

ich denke der Grund ist simpel und praktisch...

Benzi stellte ja schon fest, dass die breiten Federn den Pfeil schnell stabilisieren.
Beim Yabusame schiesst man aus nur ein paar Metern Entfernung... daher auch die breiten Federn, damit der Pfeil sich schneller stabilisiert.

Befiederung mit grossen Federn in Nockrichtung und schmale Horiziontalfedern vermindert auch ein Schleifen der Federn am Bogen und sind auch beim Transport praktischer.
Bei den Rübenpfeilen, bei den grossen insbesondere, kann man die Pfeile nicht im Köcher transportieren.
Beim Yabusame sieht man zwar schon auch Ebira-Köcher, meist stecken die Pfeile aber im Obi (breiter Stoff-Gürtel).
Ein 2-fiedriger Pfeil ist am besten unterm Obi durchzuziehen ohne die Federn zu ruinieren. Ein 4-fiedriger mit 2 sehr weichen flachen Horizontalfedern geht da wohl auch. Bei einem 3-fiedrigen wird zwangsläufig immer eine Feder mehr beansprucht denke ich.
Und man braucht ja eben richtig grosse Federn... und 4 ist wohl besser als 2... wobei die Horizontalfedern immer auch einen ausgeprägten Dekorcharakter zu haben scheinen...
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Re: Pfeile im japanischen Stil

Beitrag von Genni » 18.03.2012, 00:03

Also sind die beiden großen quasi fürs schnelle stabilisieren, und gleichzeitig nicht so störrisch beim ziehen zu sein (aus dem gürtel) und die beiden kleinen eher für die Deko, da sie nicht viel Platz wegnehmen, aber schön aussehen.
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Re: Pfeile im japanischen Stil

Beitrag von benzi » 18.03.2012, 10:13

Genni hat geschrieben:Also sind die beiden großen quasi fürs schnelle stabilisieren, und gleichzeitig nicht so störrisch beim ziehen zu sein (aus dem gürtel) und die beiden kleinen eher für die Deko, da sie nicht viel Platz wegnehmen, aber schön aussehen.


nicht ganz!

ich übe nun ein paar Wochen mit 2-fach Befiederung ohne die beiden kleinen Federn: wenn ich dort einen Fehler mache, kommt der Pfeil ins Trudeln und das können die 2 großen Federn alleine nicht ausgleichen. Ich denke die beiden kleinen Federn genügen um das auszugleichen, ohne die Nachteile von zwei weiteren großen Federn zu haben.

Alles andere hat shokunin ja schon super erklärt!

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Re: Pfeile im japanischen Stil

Beitrag von Genni » 18.03.2012, 13:54

Ahhh,

okay, also die Großen als Hauptstabilisatoren sozusagen, und die die beiden kleinen, um Fehler auszugleichen durch Zusatzstabilisation, aber ohne gleich eine zu große Bremswirkung oder andere Nachteile großer Federn zu haben, schön :)
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Re: Pfeile im japanischen Stil

Beitrag von benzi » 20.03.2012, 13:55

habs mal aus dem Kyudopfeile-thread rauskopiert......

Bild

Bild

ursus maximus, diese Spitzen hier sehen deutlich "japanischer aus:

http://www.bogensportwelt.de/bilder/produkte/gross/SPHERE_F_BULLET_SPHERE-Schraubspitzen-F-Bullet.jpg

das Gewicht der leichtesten Spitze ist 5,18 Gramm oder 80 grain

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Re: Pfeile im japanischen Stil

Beitrag von corto » 20.03.2012, 14:18

Genni hat geschrieben:Ahhh,
okay, also die Großen als Hauptstabilisatoren sozusagen, und die die beiden kleinen, um Fehler auszugleichen durch Zusatzstabilisation, aber ohne gleich eine zu große Bremswirkung oder andere Nachteile großer Federn zu haben, schön :)


die stabilisierung eines zylindrischen körpers geschieht ja durch die rotation um seinen masseschwerpunkt.

man versucht also den pfeil möglichst genau um seine mitte zu drehen, als wäre er in einer bohrmaschine eingespannt.

nur anstatt des bohrfutters greifen die federn am schaft an, und wollen alle nach rechts dem luftwiderstand ausweichen.
da sie alle gleichmäßig am pfeil dran sind, dreht er auch gleichmäßig um seinen schwerpunkt - er rotiert.

je kleiner man die abstände macht, an denen die federn sitzen (ergo je mehr federn) desto schneller wird der pfeil stabilisieren. wieso genau das nun so ist, kein plan. aber es hat damit zu tun das eine nicht zentrische drehung mehr energie verbraucht als eine genau zentrisch gelagerte.
ich habe keine Lösung und bin Teil des Problems -
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Re: Pfeile im japanischen Stil

Beitrag von benzi » 23.03.2012, 11:10

corto, das gilt allgemein für die Anzahl der Federn, hier würde ich gerne über die Besonderheiten JAPANISCHER Pfeile schreiben! :-*

Die japanische 4fach Befiederung hat jeweils 2 unterschiedlich hohe Federn und die stammen von zwei unterschiedlichen Vögeln! Und die Federn sind anders angeordnet als wir das kennen:

4fach2.jpg
4fach2.jpg (3.64 KiB) 2804 mal betrachtet


das hat meiner kurzen Erfahrung nach nicht nur sehr gute Flugeigenschaften, sondern ermöglicht auch die Verwendung weicher und schöner Federn, die oftmals im Alltag gefunden werden können, wie z.B. Bussardmauserfedern vom Schwanz:

3x4fach.jpg


(bitte hier keine Diskussion über Artenschutzgesetze! danke!

und Diskussionen über japanische Handwerksphylosophie bitte hier:

http://www.fletchers-corner.de/viewtopic.php?f=35&t=13178#p219204

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Re: Pfeile im japanischen Stil

Beitrag von kra » 23.03.2012, 13:37

Schön, aber ich glaube doch, das ich dir was vom Seidengarn (alternativ vom dünnen Nylongarn) bringen sollte ;) ;D
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Re: Pfeile im japanischen Stil

Beitrag von corto » 23.03.2012, 14:00

wegen der nockenwicklung? weil die farbigen wicklungen sehen doch gut aus...
oder meinst du noch was anderes? immer diese insider :D
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Re: Pfeile im japanischen Stil

Beitrag von RoLi » 23.03.2012, 23:59

Hallo Benzi.
Deine Skizze bezüglich der Anordnung der Federn ist nicht ganz korrekt.
Bei 4-fachbefiederung werden jeweils zwei ganze Federn aufgeklebt. Also eine große Feder, gespalten und aufgeklebt und eine mit niedrigerer Fahne.
Gruß
Rolf

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Re: Pfeile im japanischen Stil

Beitrag von benzi » 24.03.2012, 09:54

@RoLi

vielen Dank! Ich hatte das schon vermutet, konnte es aber auf keiner Abbildung genau erkennen und meine Frage diesbez. auf Seite drei dieses threads blieb unbeantwortet.

korrekt sieht es dann also so aus:

4fach2.jpg
4fach2.jpg (3.68 KiB) 2733 mal betrachtet


Werd ich gleich mal bei den nächsten Pfeilen versuchen.

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Re: Pfeile im japanischen Stil

Beitrag von Genni » 26.03.2012, 15:30

Ich habe auch vor eine solche Befiederung an 3 Pfeilen zu testen, ich schieße einen 37 Pfund Reiterbogen bei 31" Auszug,
bisher habe ich immer 4x 3" lang und 1,5cm hoch, mein Ziel ist es, auf etwas weniger Federfläche zu kommen, damit der Pfeil nicht mehr sooo stark gebremst wird.
Mein Plan:

2x 4" 1,5cm hoch
2x 4" 0,5cm hoch

dann habe ich etwas weniger Fläche,

Verbesserungstipps?
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