Kyudo Pfeile basteln

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kra
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Re: Kyudo Pfeile basteln

Beitrag von kra » 27.05.2011, 08:25

Toxophil hat geschrieben:Ich benutze Gudebrot Garn für Fliegenruten.
Diese Garne sind meines Wissens aus Nylon.
Das verhindert, dass sie sich mit Lack vollsaugen und so die Farben verwischen.
Baumwolle, Polyester und Seide habe ich schon probiert, aber diese Fischereigarne sind die besten, weil sie nicht fusseln und farbecht bleiben.
...

Das ist gerade mein Problem - ich suche ein sehr dünnes Garn (ich weiß, selber schuld ;D ). Und alle anderen, die ich bisher hatte ändern die Farbe, wenn ich sie mit sekundenkleber tränke. Sekundenkleber weil er einfach zu applizieren und der Wicklung eine gute Stabilität gibt und die Fäden verh. gut zusammenhält.

Aber ich werde mir mal so Garne aus dem Angelrutenbau besorgen und probieren. Nach Seidengarn hatte ich lange gesucht und wurde zumindest beim örtlichen Einzelhandel nicht so recht fündig.

Btw, die BAnbusrutenbauer waren die ersten (und auf Teilgebieten noch einzigen) bei denen ich verwertbare Informationen zur Verarbeitung von Bambus, speziell dem Tempern gefunden hatte. Und nicht nur "machs halt so oder so" sondern mit Meßergebnissen und Erfahrungswerten. Sehr lohnendes Gebiet.
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Re: Kyudo Pfeile basteln

Beitrag von Toxophil » 27.05.2011, 08:27

So isses. Der starke Yen hilft dabei natürlich auch nicht. Importe aus Japan sind im Moment sehr teuer.
Die Einfuhrumsatzsteuer und Zollgebühren machen auch keinen Spaß.

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Re: Kyudo Pfeile basteln

Beitrag von Toxophil » 27.05.2011, 08:29

Der Trick mit den Wicklungen ist, dass man vor dem Lackieren eine Schicht Fixativ oder verdünntes Ponal aufträgt.
Das versiegelt das Garn, so dass es sich beim Lackieren nicht mehr vollsaugt.

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Re: Kyudo Pfeile basteln

Beitrag von kra » 27.05.2011, 08:46

Danke für den Tip, werde ich beim nächsten Pfeil ausprobieren.
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Re: Kyudo Pfeile basteln

Beitrag von shokunin » 27.05.2011, 09:33

@Kra
wie Toxo schon sagte Grundieren sorgt dafür dass Fäden nicht durchsichtig werden und die Farbe klar bleibt.
Seiden gibt es sehr fein - Pearsall's ist der bekannteste Hersteller denke ich aber es gibt etliche. Verwendet werden sie meist zum Fliegenbinden und für Bambusruten - in Internet gibt es da etliche Anbieter.

Einige Garne die für Fliegenbinden angeboten werden sind gewachst - ich vermeide sie weil ich nicht weiss ob es mit dem Lackieren Probleme gibt.
Hat da wer Erfahrung?
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Re: Kyudo Pfeile basteln

Beitrag von klaus1962 » 27.05.2011, 13:22

Normalerweise schau ich ja da nicht rein, wenn irgendwas von Kyudo oder so steht, weil davon hab ich keine Ahnung.
Aber hier hätt ich glatt was verpaßt.

TOLLE BESCHREIBUNGEN und GERÄTE !!! :)

@shokunin
Ein paar Fragen:
Wie und wo wird die Lackiermaschine (mit 5RPM) angetrieben ?
Auch nach 10mal anschauen, kann ich nix erkennen. Steckt da ein Motor in einer der Aluprofile.
Und wie wird der Lack aufgetragen ? Pinsel, Lackierpistole ... ?

Gruß
Klaus

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Re: Kyudo Pfeile basteln

Beitrag von shokunin » 27.05.2011, 14:57

Hi Klaus1962
betrieben wird das Ding mit so was:
http://cgi.ebay.de/Getriebemotor-Spiege ... n_Getriebe
Motore wie man sie für Grillmotoren, Spiegelkugeln etc verwendet.

Das erste Modell hab ich mit Riemen und einer Nasschleifmaschine (Keilscheibe statt Schleifstein) als Antrieb betrieben, war laut und hat oft geklemmt - konnte man keine 3 Minuten alleine lassen...
Bei dem Modell hat jeder Schaft 'nen eigenen Motor - bei 2.99€ auch nicht so wild... und läuft fast geräuschlos
Motore sind in der Schiene eingeklemmt, so kann man leicht mal einen ersätzen - 3 Schrauben auf und das Ding ist zerlegt.

Lack ist in der Regel der hier : http://www.flexcoat.com/products/finishes-adhesives/
Anmischen, aufpinseln, drehen lassen... fertig.
Dauert ca 2 Std bis er hart wird. Wenn Blasen drin sind hält man ein Feuerzeug in die Nähe, durch den Druckunterschied (heisse Luft aussen und kalte in den Bläschen) platzen sie weg.
Schrumpft nicht, vergilbt nicht, hochelastisch, marin-tauglich, glasklar, schleif- und polierbar,... man kann von einem Lack nicht mehr verlangen - und geht super als Kleber ;)
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Re: Kyudo Pfeile basteln

Beitrag von kra » 27.05.2011, 15:24

;) Kann es sein das du außer zum Bogenschieen noch ne Affinität zum Rutenbau hast ;D

Der Lack klingt gut.
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Re: Kyudo Pfeile basteln

Beitrag von klaus1962 » 27.05.2011, 17:38

@shokunin
Danke, für die Tips. :)
Grillmotor ist genial. Darauf muß mal einer kommen. O0
Da muß ich als Nicht-Ebayer mal recherchieren, wo es den sonst noch gibt.

Gruß
Klaus

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Re: Kyudo Pfeile basteln

Beitrag von Daemonday » 27.05.2011, 18:44

boar den Thread hätte ich vor 2 Wochen gebraucht^^
Hab da meine 25 Pfeile für den Ebira fertiggebastelt und hatte derbe Probleme einen brauchbaren Faden zufinden und das obwohl ich die Wicklung nurz ziemlisch schlicht, nähmlich schwarz9 wickeln wollte.

Schauen echt lecker aus die Teile und es ist schon das es noch mehr Menschen gibt die sich lustige Werkzeuge selber bauen.

Lg
Micha
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Re: Kyudo Pfeile basteln

Beitrag von shokunin » 27.05.2011, 21:04

für Klaus1962 ein Blick hinter die Kulissen...

die kleinen Motoren wenn Du googeln willst... heissen Synchronmotoren - wie gesagt, Grill, Mikrowelle, Spiegelkugel,... sind typische Verwendungszwecke.
Ich habe in der Maschine die Motoren nur in das Alu-Profil eingestecht und mit eine Aluleiste von hinten fest geklemmt. Man bohrt nur Löcher passend zum Schaft (der hat immer eine dickere Hülse unten), Motor durch, Leiste hin - fertig.
Dateianhänge
DSC03650.jpg
Lackiermaschine hinter den Kulissen... synchronmotoren... 5RPM
DSC03655.jpg
Nockenaufnahme
DSC03651.jpg
Schaftaufnahme - Exzenter(artige)Klemmung... Stift geht durch das Aluprofil (Holz geht auch), von oben hängt man durch ein Loch eine Ringschraube ins Profil. Spannt man die Mutter oben an zieht es den Stift hoch und er klemmt fest...
DSC03653.jpg
Mechanismus Spitzenaufnahme - Ringschraube, Kotflügelscheibe, Rändelmutter, 2 Löcher - nur die Löcher muss man selber machen den Rest gibts fertig
DSC03656.jpg
Klammer - Komponenten
DSC03657.jpg
Stahlkugeln als Scharnier
DSC03659.jpg
Wäscheklammern gehen auch...
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Re: Kyudo Pfeile basteln

Beitrag von shokunin » 06.06.2011, 07:41

ich poste hier einfach mal weiter...
letzte Woche hab ich wieder mal gebastelt:
2 Pfeile zu einem bestehenden Satz für jemand im Verein
und ein zweiter Satz mit den neuen Mizuno Bambus-Carbon Schäften - 75-20er dies mal. Spine habe ich auf etwa 45# gemessen. Ich hab 3g Inserts rein - Pfeile haben nun so 25g und lassen sich mit 16er Bogen gerade noch so schiessen - mit meinem 19er würde ich es nicht probieren wollen.
Ich bin halt aber auch wohl einfach die Easton Kyudo Carbon Schäfte gewohnt die haben bei gleichem Durchmesser 65# Spine.

Aber schöööön sind sie halt die Bambus-Carbon ;D


Diesmal hab ich die Kiele ausgebrannt anstatt zu schleifen - da werden die Federn gerader. Ist oft besser wenn die Federlänge nicht so üppig ist.
Zum Aubrennen hab ich einen grossen Lötkolben umfunktioniert.

Federn sind
Pfau - Alu 2015er Schaft rot und braun metallic gewickelt
Gans - mit Halbmond (三日月) Muster gefärbt - Wicklung in lila und grau
Dateianhänge
DSC03720.jpg
DSC03716.jpg
DSC03724.jpg
DSC03699.jpg
Halbmond Dekor - mit Blondiercreme gefärbt
DSC03713.jpg
DSC03710.jpg
Wicklung rot - metallic-braun und Goldglitter
DSC03673.jpg
Lötkolben mit "Bügeleisen" aufsatz
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Re: Kyudo Pfeile basteln

Beitrag von Markus » 06.06.2011, 08:08

Sehr Schick geworden! :)
Mach bitte noch ein schärferes Foto vom Bügeleisen - der etwas unaufgeräumte Hintergrund ;D ist nicht soo relevant. ;)

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Re: Kyudo Pfeile basteln

Beitrag von klaus1962 » 06.06.2011, 08:53

shokunin hat geschrieben:für Klaus1962 ein Blick hinter die Kulissen...

Da hab nicht nur ich was davon. Gute Ideen nutzen allen. 8)
Vielen Dank für's reinstellen. :) :) :)
... man lernt nie aus ...

Gruß
Klaus

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Re: Kyudo Pfeile basteln

Beitrag von shokunin » 06.06.2011, 10:22

@Markus
yes Boss ;)
nicht sehr kyudo-like die Werkstatt sorry... :-[

also hier das "Bügeleisen" in seiner ganzen Schönheit ;D

Es ist ein 120W Lötkolben
als Spitze ist ein Kupferstab drin mit angelöteter Messingplatte (hatte kein Kupfer in der Stärke) - gelötet natürlich hart mit Silberlot (860C)
Wenn ich viel brennen will (siehe Bild unten...) dann stell ich auch oft noch 'nen Bunsenbrenner drunter um zu-zuheizen sonst muss man dem Ding ab und zu etwas Zeit zum Nachheizen geben.
Dateianhänge
DSC03741.jpg
DSC03742.jpg
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DSC03744.jpg
DSC03746.jpg
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