Bambuspfeile

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Sperber
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Re: Bambuspfeile

Beitrag von Sperber » 23.03.2010, 11:40

Benzi wir sind sicher du wirst das hinkriegen und uns berichten. Nachdem ich mich von den Videos erholt hatte, fragte ich mich was ich von meinen Pfeilen erwarte? Da dachte ich an mein letztes Training, ich hatte 4 selbstgebaute Bambuspfeile dabei (Nocks mit Hartholzinserts, schöne selbstgestanzte Federn, viel Arbeit reingesteckt usw.) sowie 3 Cabonies weil ich es einfach mal wissen wollte. Das Ergebnis war, ich schoss mit den Bambuspfeilen genauso enge Gruppen wie mit den Carbonies und ging zufrieden nach Hause. Also so what? Man sollte auch mal mit dem zufrieden sein was man hat.
Gruß Sperber 
Die Wahrheit ist irgendwo da draussen. (Fox Mulder)

himself

Re: Bambuspfeile

Beitrag von himself » 23.03.2010, 12:02

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Squid
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Re: Bambuspfeile

Beitrag von Squid » 23.03.2010, 12:19

@Benzi: Das ist ja auch eine coole Sache.
Ich musste leider rückblickend, als fast alle importierten Bambusse verendeten (das war vor ungefähr 10 Jahren so, weil die alle von einer oder wenigen Mutterpflanzen abstammten) meinen Traum von den eigenen Bambuspfeilen begraben.
Gut, dass ich damals noch nix vom Bogenbau wusste....
;)
Es ist mir egal ob schon mal jemand sowas gebaut hat.
Ich will ja nicht unken, aber in der überwiegenden Zahl der Fälle geht das schief.

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Trainer
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Re: Bambuspfeile

Beitrag von Trainer » 23.03.2010, 13:25

@ himself

Danke!
Ich für mein Teil finde diese Filmchen sehr interessant.
Mein Japanisch ist zwar ein wenig eingerostet ;), aber ich denke ich bekomm doch mit was der da macht.
Da ich am Erhalt traditioneller Techniken (egal ob asiatisch, europäisch oder amerikanisch) interessiert bin, bin ich froh, dass ich hier eine Idee davon bekomme was es bedeutet so einen Pfeil zu bauen. Die Werkzeuge und Techniken sind etwas ganz anderes als einen Heißluftfön oder Schleifpapier von der Rolle.
Das Reizt mich doch mir mal selbst wieder einen neuen Satz Bambuspfeile zu bauen.
Dumm nur, dass die Federn ein wenig über Budget liegen... (die sind aber auch zuuu Geil!)
Life isn't about waiting for the storm to pass.
It's about learning to dance in the rain.

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Re: Bambuspfeile

Beitrag von Ursus maximus » 07.08.2011, 16:49

Hallo
ich habe grade in einem anderen Forum gelesen das man in Japan und China früher auch mit Holzpfeile geschossen hat und nicht mit Bambus!

Diese Aussage irritiert mich!

Denn wenn ich so die Video Clipps von der Herrstellung von Bambspfeilen anschaue steckt doch eine gewisse tradition dahinter???????

Gruß Ursus

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Re: Bambuspfeile

Beitrag von walta » 08.08.2011, 05:09

Ich würde auf die schnelle, ohne es beweisen zu können oder zu wollen, mal vermuten das es auch dort Leute gab die mit ausgefallenen Materialien gearbeitet haben.

walta

funkenflug
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Re: Bambuspfeile

Beitrag von funkenflug » 08.08.2011, 14:24

hi archers!
bin jetzt erst auf diesen thread gestossen.
könnt ihr mir verraten, wo ich die videoclips finde, von den ihr diese ganze zeit schwärmt?
gruß funkenflug

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shokunin
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Re: Bambuspfeile

Beitrag von shokunin » 08.08.2011, 14:40

"I don't believe it!!" (Victor Meldrew)

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Snake-Jo
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Re: Bambuspfeile

Beitrag von Snake-Jo » 08.08.2011, 15:32

Squid hat geschrieben:Ich musste leider rückblickend, als fast alle importierten Bambusse verendeten (das war vor ungefähr 10 Jahren so, weil die alle von einer oder wenigen Mutterpflanzen abstammten) meinen Traum von den eigenen Bambuspfeilen begraben.
Gut, dass ich damals noch nix vom Bogenbau wusste....
;)


Naja, der Mythos von dem absterbenden Bambus ist ein Märchen, tatsächlich war nur eine Art betroffen und dann auch nur die Abkömmlinge dieser Mutterpflanze. Das Massensterben in den 90ern kam bei Fargesia murielae vor, dort hatte man aus einer Mutterpflanze vermehrt. Es gibt Phyllostachys-Arten, die zwar blühen, aber nicht zwangsläufig absterben. Unter anderem der Phyllostachys elegans, der jedes Jahr blühen kann. Ausgelöst wird die Blüte bei Phyllostachys meist durch Stress (zu wenig Wasser, Frost). Man kann dann die Halme mit Blüten abschneiden, wenn die ganze Pflanze betroffen ist. Einfach kürzen und es muss nicht sein, dass der Bambus komplett abstirbt, sondern wieder treibt. Und: Es kommt darauf an, welchen Bambus man im Garten hat.
Meiner blüht jedes Jahr und dieses Jahr sind die Schösslinge auch dick genug für den Pfeilbau. Also erste Ernte nächstes Jahr.
:)

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Re: Bambuspfeile

Beitrag von benzi » 23.02.2012, 14:05

ich mach mal hier weiter bzgl Nodienverteilung....

auf alten Darstellungen sehe ich immer wieder eine ganz einfach Nodienverteilung:

keine Nodie in den Federn
drei Nodien verteilt zwischen Federn und Spitze

DSC00146.JPG


Grüße benzi
"Du hast den Verstand verloren, weißt Du das?" "Dafür hab ich ein Leben lang üben müssen"
(Peaceful Warrior, Film)

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Re: Bambuspfeile

Beitrag von captainplanet » 23.02.2012, 15:39

Ich vermute, daß die Sache mit der Nodienverteilung vor allem ästhetische Gründe hat. Die alten Japaner waren ja Perfektionisten par excellance.
Bester Rindengrapscher von FC!!!

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Re: Bambuspfeile

Beitrag von Sateless » 23.02.2012, 15:46

captainplanet hat geschrieben:Ich vermute, daß die Sache mit der Nodienverteilung vor allem ästhetische Gründe hat. Die alten Japaner waren ja Perfektionisten par excellance.


naja, ich sehe auch einen sinn darin, wie sie das machen. keine nodie in der befiederung machts einfach die federn anzubabschen. eine nodie nahe der spitze ist gut für etwas extrastabilität an der spitze. da bricht der schaft am ehesten. eine nodie irgendwie in der mitte macht auch sinn, da dort am meisten biegung ist. man barrelt pfeile ja auch nicht aus spaß so, dass sie in der mitte dicker sind als außen.
danke, benzi! ich hatte mich eh gefragt, wie ich das am beten anstelle, wenn es für mich aktuell wird. das hat sich jetzt geklärt :)
Ich schreibe ohne Autokorrektur lesenswerter. Du etwa auch?
.مع سلامة في أمان السهم و القوس

RoLi
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Re: Bambuspfeile

Beitrag von RoLi » 23.02.2012, 16:16

Benzi,
ich denke, die Nodienverteilung ergibt sich aus der Schaftlänge der Pfeile. Mein alter Pfeil misst 87 cm, ohne Spitze. Wenn ich den mit meinen neuen Pfeilen vergleiche, liegen die Nodien bei fast allen Schäften im gleichen Bereich. Wenn man Wert legt auf eine Nodie im Bereich der Spitze, ist der Schaft nicht lang genug für eine vierte Nodie. Früher, und für das Kriegsschießen ohnehin, waren die Schäfte eben kürzer.
Gruß
Rolf

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Re: Bambuspfeile

Beitrag von Ravenheart » 23.02.2012, 18:39

hehe... nene, die Nodienverteilung kommt anders!

Eine Nodie bildet die NOCKE!

Das Pfeilende wir knapp 1 cm hinter einer Nodie geschnitten, die Gesamtlänge dann ab da bemessen.
Der Rest ergibt sich von selber!
;)

Rabe

Bambusnocke.jpg

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Re: Bambuspfeile

Beitrag von RoLi » 23.02.2012, 21:58

@ Rabe

Bei diesem Pfeil ja. Bei alten Pfeilen, die ich kenne, ist das nicht der Fall. Da wurde wohl von einer Nodie nah an der Spitze ausgegangen. Die Anzahl nach oben ergab sich dann daraus, was der Schaft hergab. Meist drei Nodien. Moderne Kyudopfeile haben vier Nodien, sind aber auch länger.
Die Pfeile waren früher ja nicht zum Hin- u. Herschießen gedacht. Es wurde sogar die Nocke zerdrückt, damit der Pfeil nicht zurück geschossen werden konnte. Und einen Schuss hat die Nocke, mit einer Wicklung versehen, ausgehalten.
Ich versuche, morgen ein Bild zu machen.
Grüße
Rolf

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