Rundholz Yumi aus Hasel - Echtzeitbuildalong

Alles was zum Bau von Kyudobögen dazu gehört.
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the_Toaster (✝)
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Re: Rundholz Yumi aus Hasel - Echtzeitbuildalong

Beitrag von the_Toaster (✝) » 29.08.2009, 22:54

Zurück zum Thema!

Der Bogen ist soweit fertig.

Die Sehne ist gewickelt.

Zehn Strang Dacron ohne Schlaufen.
Die Sehne ist an beiden Enden umwickelt und wird mit Bogenbauerknoten an den Nocks befestigt.
In der Mitte hat sie eine ganz normale Mittenwicklung.

Drei Probeschüsse zu Hause im sitzen, weil er sonst, trotz drei Meter Deckenhöhe, an die selbige anschlägt, zeigten, dass er zumindest funktioniert.
Und morgen wird auf dem Platz getestet.
Ich habe allerdings noch keine Pfeile für den vollen Auszug von etwa 95 cm.

Und wenn er dann immer noch in Ordnung ist wird er schön gemacht.
Kann sein, dass ich ihn tempern muss, weil er doch ordentlich Set bekommt.
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Re: Rundholz Yumi aus Hasel - Echtzeitbuildalong

Beitrag von Kyujin » 30.08.2009, 03:06

Das Genus heißt catalpa (was du sicher wußtest), welche Art aber in Japan heimisch ist und für Bögen verwendet wurde / wird, weiß ich nicht.

edit: Weitere Nachforschungen ergaben folgendes Resultat:

Keine Hinweise dafür, daß das Holz der Trompetenbäume zum Bogenbau besonders geignet wäre. Möbelbau und verwitterungsfeste Zäune finde ich mehrfach genannt. Einige Spezies scheinen medizinisch relevante / giftige Inhaltsstoffe zu bilden.

Um es richtig kompliziert zu machen:

梓 (azusa) wird sowohl mit Japanese cherry birch (Betula grossa) als auch mit yellow catalpa (Catalpa ovata) übersetzt.

Ethnobotaniker vor!
Zuletzt geändert von Kyujin am 30.08.2009, 13:08, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Rundholz Yumi aus Hasel - Echtzeitbuildalong

Beitrag von the_Toaster (✝) » 30.08.2009, 20:51

Und ich wollte schon in Nachbars Garten gehen und mir nen Stecken aus seiner Trompete rausschneiden...

Erstmal zur Beruhigung für Commerz, der Bogen warf die Pfeile in die richtige Richtung. Niemand ist verletzt und die Scheiben stehen auch noch.
Damit ich das hinkriegte, habe ich am Mittwoch die Düsseldorfer Kyudo Schützen in ihrer Halle besucht.
Herr Dr. W. Dmoch war sehr verständig und geduldig. Er hat mir viel gezeigt und erklärt. Dafür kann ich hier nur Danke sagen.
Die Leute schießen durch die Bank alle mit Bambusbögen, die zum Teil dem Verein gehören.
Dort habe ich auch mal nachgefragt, ob es wirklich nur Rechtshandyumis gibt, was mir zu meinem Leidwesen bestätigt wurde.
Ich durfte dann mit einem der Vereinsbogen einige Ausziehversuche machen, erst mit rechts, wobei ich mich gar nicht wohl fühlte. Auf Nachfrage durfte ich dann mit links ziehen. Da ging es wesentlich besser.

Testergebnisse vom heutigen Tage:

Zum Glück hatte ich keine Pfeile für den vollen Auszug, so dass ich den Bogen nur bis zum Ohr ziehen konnte, was ihn wohl rettete.
Die Wurfeigenschaften würde ich bei 30" Auszug als "gemächlich" einstufen. Zum einen habe ich die Zugkraft nicht gemessen, hielt ich auch nicht für sinnvoll, denn sie erschien mir und meinem Daumen "genug".
Gezogen habe ich mit einem Daumenleder.
Nach etwa 30 Schuss bemerkte ich oberhalb der gewickelten Stelle einen kleinen Stauchriss. Die Wicklung hatte ich ja gemacht, weil sich diese Stelle zu stark bog und ich dem Bogen dort etwas eingeheizt hatte.
Mein Fazit daher:
Hasel eignet sich definitiv nicht für Rundbögen. Hasel will schön flach und breit gebaut werden.
Da mir der Bogen außer Zeit nix gekostet hat, er mir aber auch Erfahrung geschenkt hat, will ich ihn aus Respekt noch nicht verloren geben.
Ich habe eine Bambulatte ausgegraben, die ich schön dünn hobeln werde um sie dann auf den flach gehobelten Bauch des oberen Wurfarmes bis zum Griff herunter zu leimen. Ich hoffe, dass der Bambus genau das richtige Quäntchen Druckfestigkeit liefert, damit der Arm dann hält. Dabei verlasse ich mich darauf, dass laut einiger Aussagen hier, Hasel eine gute Zugfestigkeit hat.


Fotos konnte ich keine machen, denn ich war recht allein auf dem Platz...
Zuletzt geändert von the_Toaster (✝) am 30.08.2009, 20:53, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Rundholz Yumi aus Hasel - Echtzeitbuildalong

Beitrag von Kyujin » 30.08.2009, 22:01

Und wenn dann der Rücken nachgibt, spendierst du ihm auch noch ein Bambusbacking!

Irgendwie erinnert mich das an diese uralte "phylogenetische Grundregel" von Haeckel...

"Die Bauphasen eines japanischen Langbogens vollziehen die Entwicklung der Konstruktion seit den 3. Jahrhundert in verkürzter Form nach."
(Yumigenetische Grundregel)

;D
Zuletzt geändert von Kyujin am 30.08.2009, 22:12, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Rundholz Yumi aus Hasel - Echtzeitbuildalong

Beitrag von the_Toaster (✝) » 30.08.2009, 22:50

Nur bin ich im japanischen Sinne etwas anders zu machen als irgendwo auf der Welt noch konsequenter als die Japaner.
Die Evolution des Yumi ging vom einfachen Holzbogen zum Bogen mit Backing, zum Bogen mit Facing und Backing und schließlich zum Bogen mit mehreren Innenteilen, Backing und Facing.

ICH mache erst ein Facing drauf!

Und obendrein will ich sie auf links schießen!

Kyuijn Du schmeißt echt ganz schön mit Fachbegriffen um dich. Da muss ich ja echt nachschlagen... hihi

Ich HOFFE, dass der Rücken nicht nachgibt. Und damit das auch eintritt werde ich das Facing nur wenige mm dick machen.

Aber Du hast doch irgendwie Recht. Ich versuche hier etwa 1700 Jahre Bogenentwicklung in voraussichtlich einem halben bis einem Jahr nachzuvollziehen.

Und es macht Spass!

So ganz nebenbei bemerkt:

Dieses Nachvollziehen oder Neudurchleben der Evolution einer Art geht nach der Geburt weiter. Jedes Neugeborene durchlebt mit dem Ersten Tag seines Lebens bis zu seinem Tod als Senior rund vier Millionen Jahre biologischer, emotionaler, kognitiver und gesellschaftlicher Evolution nach. Was ich, der ich mitten drin in dieser Evolution bin, als einen höchst spannenden Aspekt unseres Daseins ansehe.
Zuletzt geändert von the_Toaster (✝) am 30.08.2009, 23:41, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Rundholz Yumi aus Hasel - Echtzeitbuildalong

Beitrag von the_Toaster (✝) » 01.09.2009, 21:09

Und weiter gehts:

Ich habe nun den oberen Wurfarm vorbereitet. Sprich ich habe den Bauch flach gehobelt, damit ich ein Facing aus Bambus aufleimen kann.
Das Facing ist am schmalen Ende des Wurfarms etwa drei mm und am dicken Ende das Arms etwa vier bis viereinhalb mm stark.
Bearbeitet wurde es mit dem Schweifhobel auf meinem Schnitzhund. Das geht sehr gut und präzise, wenn das Hobeleisen scharf gehalten wird.
Dazu habe ich noch eine Hand voll Keile angefertigt.
Ich habe sie mit der Kreissäge und dem Schweifhobel bearbeitet.
Der Kopf der Keile liegt jeweils an einem Nodium, da hier die geringste Gefahr besteht, dass der Keil durch die Hammerschläge gespalten wird.
Vorne laufen sie nicht nur an der Fläche sondern auch an den Seiten konisch zu, damit sie gut unter die Schnürung zu klemmen sind.
Die Kanten auf der Außenseite sind abgerundet, damit die Schnürung nicht geschädigt wird und unter dem Druck reißt.
Ein Trockenversuch zeigte mir bereits, dass sich das Facing mit den Keilen sehr gut am Bogen befestigen lässt und ganz nebenbei der entstandene Set wieder aus dem Bogen zu biegen ist.

Edit:

Ich habe das Facing jetzt aufgeleimt.
Nur das Wickeln ist dank des Leimes ne ziemliche Schweinerei...
Das Keilen geht echt gut.
Ergebnis siehe unten:
Dateianhänge
Haselyumi gekeilt klein.jpg
Haselyumi Facing und Keile klein.jpg
Zuletzt geändert von the_Toaster (✝) am 01.09.2009, 21:56, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Rundholz Yumi aus Hasel - Echtzeitbuildalong

Beitrag von the_Toaster (✝) » 02.09.2009, 18:58

Die Keile sind runter und die Kleberspuren sind auch beseitigt.
Das Foto zeigt den Zustand nachdem ich angefangen habe an den passenden Stellen Material abzutragen.
Damit sich der Bogen so biegt, wie es ein Yumi für mein Verständnis soll, werde ich noch oben und unten am oberen Wurfarm Material abnehmen. Die Mitte werde ich vorläufig in Ruhe lassen, da sie mir die einzige Stelle zu sein scheint, die sich im Moment gut biegt. Ziel ist, dass die Mitte des oberen Wurfarmes einen geringfügig größeren Sehnenabstand hat als der Griff.
Das zweite Foto zeigt die obere Nock und den Sehnenknoten. Die untere Nock sieht ähnlich aus. Was dort fehlt ist das Bambus Facing.

Alles zusammen habe ich das Gefühl, dass der Bogen so langsam was wird.
Vorausgesetzt, dass ich nicht wieder so viel Material abtragen muss, dass der Bambus nen Knick kriegt. Um das zu vermeiden werde ich erstmal trapezförmig und an den Seiten Material wegnehmen. Erst wenn das nichts hilft, werde ich am Bauch Material wegnehmen. Allerdings bin ich da recht optimistisch, da die Biegeradien doch etwas größer sind als bei meinen Bogenmodellen.


Hoffen wir das Beste!
Dateianhänge
Haselyumi Nock oben klein.jpg
Haselyumi Tillerbeginn klein.jpg
Zuletzt geändert von the_Toaster (✝) am 02.09.2009, 19:50, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Rundholz Yumi aus Hasel - Echtzeitbuildalong

Beitrag von the_Toaster (✝) » 02.09.2009, 22:41

Der Bogen wird ein echtes Bastel- und Frickelwerk...

Jetzt hat beim tillern der untere WA nen Stauchriss gekriegt.
Also runterhobeln und auch da nen Facing draufleimen.
Aber leider war die Bambusleiste zu kurz, sonst hätte ich sie gleich in der ganzen Länge draufgeklebt. Aber ich hatte noch eine dünne Vierkantleiste aus Bambus, an der ich hobeln mit dem Schweifhobel geübt hatte um Leisten für Actionboo machen zu können.

Ich weiss...
Ist verlorene Liebesmüh. Lieber gleich nen neuen anfangen, aber ich sehe den Bogen auch als Übungsstück.

Ich habe die Leiste also halbiert und die beiden halben Leisten mit versetzten Nodien nebeneinander auf den unteren WA geleimt.
Ich muss sagen das wickeln und keilen geht echt schnell...
Dateianhänge
Haselyumi WA unten gekeilt klein.jpg
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Re: Rundholz Yumi aus Hasel - Echtzeitbuildalong

Beitrag von the_Toaster (✝) » 03.09.2009, 17:03

Der Hasel nähert sich der Fertigstellung.
Optisch ist er nun soweit fertig, aber so manche sagen ja, fertig ist ein Bogen erst, wenn er 500 Schuss überstanden hat. Da werde ich noch ne Weile für brauchen.

Der Tiller passt jetzt, schätze ich.
Set hat er ne Menge bekommen, aber das macht nichts. Dank des Bambusfacing hält er jetzt.
Die Wicklungen aus Rattan sind nur für schön. Das lässt den Bogen noch ein wenig uriger wirken.
Die Lederwicklung ist 15 cm hoch, das nur als Hilfe für die Proportionen.
Lackiert ist habe ich ihn mit Schellack. Auch die Wicklungen sind lackiert.

Ich gebe zu, das Ding ist echt zusammen geschustert. Macht trotzdem Spass.
Das drollige ist, dass ich ihn im Moment noch gar nicht bis zum Vollauszug bekomme, denn da reicht meine Kraft nicht aus. Die Hebel sind doch etwas andere als wenn ich einen Bogen bis zum Ohr ziehe. Da habe ich mittlerweile einen regelrechten Einrastpunkt, an dem ich ein gutes "Im Bogen" Gefühl habe. Bei dem Yumi werde ich das noch finden müssen.

Edit:

Beim geschätzten Vollauszug von 95 cm/37" schafft er 32#. Bei 31", meinem normalen Anker, 25# und bei 28" rund 21#.
Dateianhänge
Haselyumi Nock fertig klein.jpg
Haselyumi Griff fertig klein.jpg
Haselyumi Standh
Haselyumi Set fertig klein.jpg
Zuletzt geändert von the_Toaster (✝) am 03.09.2009, 18:40, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Rundholz Yumi aus Hasel - Echtzeitbuildalong

Beitrag von Moerki » 04.09.2009, 00:04

Moin

Sieht klasse aus, ich freu mich schon auf ein Bild im Vollauszug.  ;D
Will den Tiller bewundern.

Was hast du eigentlich als nächstes geplant?
Nen kompletten Bambus-Yumi ?

Gruß, Moerki
...und immer schön neugierig bleiben !

Wir freuen uns immer, neue Mitglieder aufzunehmen, und Fotos stöbern ist natürlich auch erwünscht :o)

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Re: Rundholz Yumi aus Hasel - Echtzeitbuildalong

Beitrag von Faltenhemd rigoros » 04.09.2009, 07:04

coole sache :)
danke fürs berichten.

zum ersten bild: ist die krümmung jetzt reflex oder ist das alles set?

bin auch auf deine weiteren projekte gespannt. sieht bei dir immer alles so einfach aus.

lg, falti
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Re: Rundholz Yumi aus Hasel - Echtzeitbuildalong

Beitrag von the_Toaster (✝) » 04.09.2009, 08:57

Mojn

Ja das ist alles Set. Gerade abgespannt ist das noch mehr.
Ich habe beim Bau also massive Fehler gemacht.
Ich denke, dass er nur deshalb nicht bricht, weil er so lang ist.
Einfach war das also nicht.

Tja... Was mache ich als nächstes?
Wird auf jeden Fall wieder ein langer Bogen.
Bambus hab ich ja genug gekauft.
Als erstes muss ich aber nochmal einkaufen oder schnorren gehen.
Bambus für jede Menge Keile und feste Schnur.

So einen >Maruki-Yumi<(rauer Bogen) werde ich aber nochmal versuchen.
Allerdings aus besser geeignetem Holz, damit da im Endeffekt nicht doch ein >Mamaki-Yumi< (zusammengesetzter Bogen) draus wird.
Da ich aber nicht weiß was außer dem japanischen Trompetenholz auch geeignet ist, werde ich da einige Versuche für brauchen.
Im Spätherbst werde ich dazu in den Büschen herumkrabbeln und mir Holz holen.

Zunächst ist allerdings erstmal schießen angesagt.
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Re: Rundholz Yumi aus Hasel - Echtzeitbuildalong

Beitrag von hornwyrm » 08.09.2009, 08:44

the_Toaster hat geschrieben:Die Evolution des Yumi ging vom einfachen Holzbogen zum Bogen mit Backing, zum Bogen mit Facing und Backing und schließlich zum Bogen mit mehreren Innenteilen, Backing und Facing.

Und obendrein will ich sie auf links schießen!


Super, ich bastle mir bald auch eine. Da wird bestimmt einer sauer wenn ich als kyujutsuka der eben auch kyudo macht auch noch einen Bogen selber zusammenstecke.

Eine Frage, vielleicht steht das im Reflexbogen buch aber kann einer mir sagen ob irgendwann die Bæogen vielleicht aus Bambus waren/wurden, was die Form beeinflußt haben könnte?

Wäre gut zu hören was die Kyudoka bei dir von dein Endresultat halten wenn du bei denen mitschießt. Dann bin ich mal neugierig wo du den linken Handschuh herholst.

Also Danke für die Vorarbeit

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Re: Rundholz Yumi aus Hasel - Echtzeitbuildalong

Beitrag von the_Toaster (✝) » 08.09.2009, 09:44

Mojn...

Zusammengefasst aus dem Reflexbogenbuch:

Bis der Bogen aus Bambus war, gab es eine lange Übergangsphase.
Der Yumi aus einem Stück wurde bis zum 12. Jahrhundert gebaut und vor allem im Krieg eingesetzt. Ab dem 9. Jahrhundert entwickelte sich der mehrteilige Yumi. Zunächst mit Bambusbacking. Da noch keine guten Kleber bekannt waren wurden die Bögen eher von Wicklungen als vom Kleber zusammen gehalten. Diese Bögen wurden dann auch eher für Sport und Freizeit eingesetzt, da sie feuchtigkeitsempfindlich waren.
Ab dem 12. Jahrhundert kam das Bambusfacing dazu. Das war die Zeit, als die ersten guten Kleber eingesetzt wurden. Ab dem 14. Jahrhundert wurde die Mittellage dann mehrteilig aufgebaut. Erst Holz in der Mitte und Bambus an den Seiten. Um das 16. Jahrhundert herum näherte man sich dem heutigen Aufbau. Die Entwicklung war im Prinzip im 17. Jahrhundert abgeschlossen.

Den linken Handschuh werde ich, wie einen Linkshandyumi, wohl nicht kriegen. Ein rechter kostet ja schon 200 Euro. Da kriege ich nen Bogen für! Neeee... Ich werde mir was eigenes einfallen lassen müssen.
Im Moment schieße ich mit einem Daumentab. Später werde ich mir wahrscheinlich einen normalen Handschuh mit Verstärkungen zurecht machen. Damit kann man dann auch dynamischer schießen als mit den recht steifen zeremoniellen Handschuhen.

Mich interessieren die zeremoniellen Aspekte des Kyudo eher weniger, weshalb ich eher zum Kyujutsu strebe. Das allerdings auch eher auf einem Wohlfühl- als Stressmachniveau.

Wenn ein Kyudoka ehrlich mit dem Hintergrund des Kyudos umgeht, wird er mich ohne Probleme auch mit dem Haselyumi mitschießen lassen, denn das war der Ursprung und die werden ja auch immer noch gebaut um in Schreinen verehrt zu werden und in Zeremonien verwendet zu werden.
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Daumenlappen an Hand klein.jpg
Daumenlappen klein.jpg
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Re: Rundholz Yumi aus Hasel - Echtzeitbuildalong

Beitrag von Commerz » 08.09.2009, 12:56

Da bauchste aber einen Haufen an Keilen wenn ich mir das so angucke. MIR wäre da der Bambus zu schade für :-\
Kann man die Keile nicht aus minderwertigem Holz machen was mal keinen Bogen ergeben soll?
Wenn man einen Besenstiel nimmt und dann immer so schräg absägt dann hat man auch Keile mit runder Außenseite ;)
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P1000762.JPG
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