HICKORY vom alfredle 65" - 45#@28"

Hier kann man seine selbstgebauten Sachen zeigen. Nicht für Händler zum Vorstellen neuer Artikel gedacht.
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alfred33
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HICKORY vom alfredle 65" - 45#@28"

Beitrag von alfred33 » 29.06.2019, 15:31

Hallo, habe einen Hickory Flachbogen gebaut, den Spaltling habe ich auf den gleichen Jahresring gebracht.
H seite.JPG
Breite am Fadeout 36mm fallend bis zur Kerbe auf 8mm.
Gewicht; 485 Gramm
Sehne: B50 Dacron 1o Strang
H abg.JPG
Länge 65", Kerbe zu Kerbe 63"
H sta.JPG
Tips aus Osage.
H tip l.JPG
H tip r.JPG
H wa l.JPG
H wa r.JPG
Der Bogen wirft recht angenehm.
H voll.JPG
Gruß
alfredle
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(der mit der kleinen Wölfin)

tschreiper
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Re: HICKORY vom alfredle 65" - 45#@28"

Beitrag von tschreiper » 30.06.2019, 02:08

Zunächst dachte ich, dass die Standhöhe zu gering ist. Dann musste ich erkennen, dass
er nicht gespannt ist. Ist wohl Set ...

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Becknbauer
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Re: HICKORY vom alfredle 65" - 45#@28"

Beitrag von Becknbauer » 30.06.2019, 06:43

Am linken Wurfarm sieht es mehr nach einem deflexen Knick aus, bez. nach einer Kombination aus deflex und Set.
Ein bisschen Set muss halt sein, sonst ist ein Bogen überdimensioniert.
Mir gefällt der Bogen sehr gut.
Die Osagenocken und das rote Leder finde ich ist optisch eine sehr gelungene Kombi.
Gruß Wolfgang/Beck ' n ' Bauer

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Re: HICKORY vom alfredle 65" - 45#@28"

Beitrag von DavidR » 30.06.2019, 08:55

Ein schöner Bogen: Ganz einfach, weil er nicht perfekt ist sondern harmonisch. Und die spitzen Tips mag ich einfach.

Vielleicht habe ich das in der Bibel des traditionellen Bogenbaus falsch verstanden, aber ist es nicht so, dass Set prinzipiell ein Zeichen ist, dass der Bogen eher "bruchanfälliger" ist?
Und bei Standhöhe gilt doch, "desto geringer", desto schneller, aber irgendwie auch ungenauer?

Wenn es hier nicht reingehört, kein Problem, aber da hier gerade mal beide Punkte aufkommen, frage ich einfach.

Gruß,
David

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Re: HICKORY vom alfredle 65" - 45#@28"

Beitrag von Becknbauer » 30.06.2019, 21:43

aber ist es nicht so, dass Set prinzipiell ein Zeichen ist, dass der Bogen eher "bruchanfälliger" ist?
Das stimmt schon. Aber wenn ein Bogen so gebaut ist dass er ganz sicher nicht brechen kann, dann schießt er wie ne lahme Nudel. Der Set zeigt dass das Holz an der Belastungsgrenze (die Masse der Wurfarme optimal genutzt) ist, oder dass das Holz zu feucht war. Sehr pauschalisiert gesagt, je näher am brechen um so schneller der Bogen.
Gruß Wolfgang/Beck ' n ' Bauer

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Re: HICKORY vom alfredle 65" - 45#@28"

Beitrag von tschreiper » 01.07.2019, 00:24

Spitze Tips sind das wohl nicht gerade. Nur an der Spitze.
Und unter einem bißchen Set stelle ich mir was anderes vor,
Sieht für mich nach total überfordertem Holz aus. Ob nicht trocken,
zu sehr belastet oder aber einfach aus Ungeduld heraus zu schnell
zu sehr "gestresst"? Keine Ahnung.
In jedem Falle zu viel Set

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Becknbauer
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Re: HICKORY vom alfredle 65" - 45#@28"

Beitrag von Becknbauer » 01.07.2019, 06:40

In jedem Falle zu viel Set
Ich kann das ohne Bilder vom rohen Stave nicht beurteilen. Welchen Anteil Set oder schon vorhandener Deflex der Bogen hat ist nicht ersichtlich. Diese Beurteilung halte ich für wenig wohlwollende Spekulation.
Zuletzt geändert von Becknbauer am 01.07.2019, 09:45, insgesamt 1-mal geändert.
Gruß Wolfgang/Beck ' n ' Bauer

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Re: HICKORY vom alfredle 65" - 45#@28"

Beitrag von Hetzer » 01.07.2019, 06:48

Becknbauer hat geschrieben:
01.07.2019, 06:40
Ich kann das ohne Bilder vom rohen Stave nicht beurteilen. Welchen Anteil Set oder schon vorhandener Deflex hat ist nicht ersichtlich. Diese Beurteilung halte ich für wenig wohlwollende Spekulation.
Jop. Seh' ich ebenso.


allgem.:

Mir scheint wegen der eher einseitig offensiven Art Tschreipers auch, daß es zwischen den beiden irgendwelche privaten Diskrepanzen gibt, die für die Bewertung eines Bogens nicht unbedingt sachdienlich sind.

Wenn ich einen Bogen bewerte, so blende ich dabei den dahinterstehenden Erbauer gänzlich aus und ziehe einzig den Bogen selbst in den Kreis der Betrachtung, ansonsten würde die Objektivität darunter leiden...

Um genaueres darüber zu sagen, müßte man halt den stave im Ausgangszustand sehen, andererseits laufen die WA unterschiedlich aus der gedachten Geraden aus dem Bogen - re. höher, li. tiefer. Der war schon nicht ganz so einfach vom Tiller her und ich denke, dafür isser ganz nett geworden.
Verarbeitungstechnisch gibts nix zu meckern.
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Re: HICKORY vom alfredle 65" - 45#@28"

Beitrag von schnabelkanne » 01.07.2019, 08:06

Servus, war ein wirklich schwieriger Stave der toll verarbeitet wurde.
Ob der Bogen zuviel Set bekommen hat, kann man anhand der gezeigten Bilder wirklich nicht beurteilen - bin da auch Hetzers Meinung.
Also Gratulation zu dem tollen Charakterbogen.
lg Thomas
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Neumi
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Re: HICKORY vom alfredle 65" - 45#@28"

Beitrag von Neumi » 01.07.2019, 10:29

Moin, ich sehe an diesem Bogen nahezu keinen Set. Beide WA haben einen starken und meiner Meinung nach natürlich gewachsenen Knick. Warum fast kein Set. Ganz einfach:
Der Bogen biegt im Mittelbereich bis zu den Knicken praktisch nicht. Wenn man sich die Fotos auf denen je ein WA zu sehen ist anschaut und dann nur nach den Knicken hinsieht, sieht man nahezu gerade WA. Und wenn die im Urzustand nicht massiv reflex waren, ist nur minimales Set zu sehen. Da die Biegung auf sehr kurze Bereich konzentriert ist (vor allem im unteren WA), ist das vollkommen OK.
Und für das schwierige Stück Holz, das es sicher war, sage ich thumbs up. Die Biegungen der beiden WA sehen zwar stark unterschiedlich aus (was zum Teil auch an der Fotoperspektive liegen kann), aber trotzdem harmonisch.
Einzig das Vollauszugsfoto dürfte auch den tatsächlichen Vollauszug zeigen - ich schätze den Auszug hier auf gerade mal 24"
Grüße - Neumi
...Versuch und Fehler bevor die Sarg-Nägel eingeschlagen werden...

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Re: HICKORY vom alfredle 65" - 45#@28"

Beitrag von DavidR » 01.07.2019, 14:35

Becknbauer hat geschrieben:
30.06.2019, 21:43
aber ist es nicht so, dass Set prinzipiell ein Zeichen ist, dass der Bogen eher "bruchanfälliger" ist?
Das stimmt schon. Aber wenn ein Bogen so gebaut ist dass er ganz sicher nicht brechen kann, dann schießt er wie ne lahme Nudel. Der Set zeigt dass das Holz an der Belastungsgrenze (die Masse der Wurfarme optimal genutzt) ist, oder dass das Holz zu feucht war. Sehr pauschalisiert gesagt, je näher am brechen um so schneller der Bogen.
Danke, das hilft mir beim Bau und erklärt mir gleich, warum ich bei einigen Bogenversuchen so viel Set habe.
Viel Spaß weiterhin
David

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Hieronymus
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Re: HICKORY vom alfredle 65" - 45#@28"

Beitrag von Hieronymus » 01.07.2019, 16:43

Ich kann mich Neumi nur anschließen und gratuliere dir zu einem schönen Charakterstück ;)

Gruß Markus
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Re: HICKORY vom alfredle 65" - 45#@28"

Beitrag von tschreiper » 04.07.2019, 01:04

Ich versuche wirklich, objektiv zu bleiben, aber ....
das Alfredle scheint öfter das Pech zu haben, deflexe Steves verarbeiten (und verkaufen) zu müssen.
Kann ich nicht glauben, dass dies stets am zur Verfügung stehenden Material liegt.
Für mich sieht es mehr danach aus, dass das Holz zu seht "gestresst" wird.
Daher dann ...

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