Pfeilpräsentationen 3

Hier kann man seine selbstgebauten Sachen zeigen. Nicht für Händler zum Vorstellen neuer Artikel gedacht.
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Re: Pfeilpräsentationen 3

Beitrag von Neumi » 26.08.2016, 14:15

Brauchst Dich nicht geschlagen geben ;)
Mir geht es darum, dass die Pfeile, wenn ich schon bestimmte Pfeilklassen baue, den Spezifikationen der GWBS und der EWBS entsprechen - kann ja sein, dass ich mal bei nem Wettbewerb mit mache und dann müssen die Pfeile halt nach den Specs. gebaut sein - sonst zählts Ergebnis net.
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Heidjer
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Re: Pfeilpräsentationen 3

Beitrag von Heidjer » 26.08.2016, 18:02

Ist schon klar, nur habe ich so geschnittene Federn bei denen noch nicht gesehen, auf französischer Seite schon. ;D ;)


Gruß Dirk
Ein Pfeil, den Schaft gemacht aus der Pflanzen hölzern Teil, versehen mit eines Vogels Federn und einer Spitze, aus der Erde Mineral, wird von der Natur gern zurückgenommen.

Fitzgerald

Re: Pfeilpräsentationen 3

Beitrag von Fitzgerald » 26.08.2016, 19:13

Sorry wenn ich nachhacke...ich hab mir Neumi links gut gespeichert...Dirk hast du weil du französische Seite erwähnst da Material zur hand??
Ich habe ganz erstaunt gelesen das die lieben alten Engländer ihre Federn Markierten...färbten....
Die Materie interessiert mich ja sehr....

Gruß Fitzgerald

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Re: Pfeilpräsentationen 3

Beitrag von Neumi » 28.08.2016, 17:17

Guten Tag, und der nächste Satz Pfeile ist fertig:

(leider nur fast) welsh class aus Espe.
Barrel-Taper 9,5 - 11 - 9,5 mm
804-808 grains
handgeschmiedete Type 10 Bodkins
Truthahnfedern Bahnschranke ;D , mit rotem Leinen-Sternzwirn gewickelt. Und hier liegt dann auch die Crux. Die Federn entsprechen nämlich nicht der Spezifikation der EWBS, da ausschliesslich Federn verwendet werden sollen, die im 13. und 14. Jahrhundert in Europa verfügbar waren und dazu gehört Truthahn leider nicht. Hätte ich mal besser die Specs. auf der Seite der EWBS gelesen ::) . Ich hab mich da voll und ganz auf eine ansonsten sehr aussagekräftige Übersicht der GWBS verlassen und da steht das mit den Federn leider nicht drin.
Aber was solls - ich bin trotzdem einigermassen stolz auf die Pfeile, weil ich die aus 1/2" mit Länge 36" Schäften rausgearbeitet habe und richtig gut gerechnet habe, da ich nur minimal über dem geforderten Mindestgewicht von 802,5 grains liege und der Taper bez. der Maße auch exakt im Min/Max-Rahmen liegt.
Do sinn se.

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Re: Pfeilpräsentationen 3

Beitrag von Neumi » 03.09.2016, 18:57

Tach, noch ein Satz Pfeile:
Standard arrows
Escheschäfte, parallel, mit siena rot Erdpigment in Öl gefärbt.
31,8" Länge
Gewicht: 982-995 grains
Spitzen: Typ 8 handgeschmiedet - die Spitzen habe ich gewichtsmässig angepasst, da mir 30 gr. Differenz zu viel war, deswegen sind die teilweise geschliffen.
Wicklung: roter Leinen-Sternzwirn
Federn: Graugans

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Re: Pfeilpräsentationen 3

Beitrag von schnabelkanne » 03.09.2016, 20:26

Servus, mir gefallen die Pfeile aus Esche sehr gut vor allem die Farbgebung finde ich gelungen.
Welche DM haben die Schäfte und ist der DM gleich oder getapert?
lg Thomas
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Re: Pfeilpräsentationen 3

Beitrag von Neumi » 03.09.2016, 20:40

Hoi, die Schäfte sind, wie oben geschrieben, parallel. Durchmesser ist ca. 11 mm.
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Re: Pfeilpräsentationen 3

Beitrag von Heidjer » 04.09.2016, 01:11

Sauber, die gefallen mir gut. ;)


Gruß Dirk
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Re: Pfeilpräsentationen 3

Beitrag von Blackwoodfletcher » 04.09.2016, 19:37

@Neumi : Der zweite Satz Pfeile gefällt mir besonders , sehr schön gemacht ! die Maserung die wohl durch das Öl ´hervorgerufen wird kommt gut .
Hast du die Bodkinspitzen selbst geschmiedet ? Ausserdem fällt mir der Glatte Übergang der Spitze zum Schaft auf , weiss jetzt nicht ob das bei allen anderen auch Üblich ist , Macht das ganze dann richtig Professionell :)
Den Warbowwales Link les ich gerade und hab vorhin Materialien zum Pfeilbau bestellt (Trueflight federn , Hornplättchen ,Selfnocker , 2 Sorten Spitzen(MA trainingsbodkin) , kleber und einen "Zuspitzer" (fällt gerade der fachausdruck nicht ein ??? )
Garn für die Wicklung hatten sie leider keinen , den Besorg ich mir morgen in der Stadt , man kann doch reissfestes Nähgarn Nehmen ?
Fletching tool ist vorhanden , Epoxyd hab ich sogar da , diverse Finishes wie Leinöl , Schellack (Was wirklich nicht schlecht kommt ),Feinsäge und diverses Werkzeug ist vorhanden , "Schauenwiramoi"

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Re: Pfeilpräsentationen 3

Beitrag von Neumi » 05.09.2016, 11:34

Moin, freut mich, wenn's gefällt.
@Blackwoodfletcher: Die Maserung wird durch die Pigmente im Öl hervorgehoben. Die Spitzen sind nicht selbst geschmiedet, sondern von Petr Klima. Ich hab schon bei einigen professionellen Anbietern gesehen, dass der Übergang zur Spitze nicht verschliffen wird - gefällt mir aber nicht, deswegen verschleif ich die Stelle.
Zum wickeln kannst Du alles mögliche nehmen, nur sollte es dünn genug sein, damit die Federäste noch zusammen halten können.
Und deswegen nehme ich Leinen-Sternzwirn (iss aber für Graugans schon fast zu dick - bei Truthuhn passts aber gut). Kannst aber auch Seide nehmen, dann wird es authentischer.
Viel Spass beim basteln.
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Re: Pfeilpräsentationen 3

Beitrag von Blackwoodfletcher » 07.09.2016, 18:05

So , läuft , hab erst mal bei 6 Pfeilschäften das Horn eingeklebt , was jetzt bis morgen früh durchtrocknen muss , hab auch die Jahresringrichtung bedacht und ein Selfnocktool von Bearpaw benutzt , also sowohl selfnock als auch Inlaysägeschablone ..mir war nicht ganz klar wie lang das inlay sein sollte , nach der Schablone sollte ungefär die Breite eines solchen Hornplättchens Passen , so hab ich es dann auch gemacht ,2,5 cm wären das ca. als Kleber hab ich 2 komponenten Epoxyd genommen (Bootsbau) .
Flammenrichtung des Schaftes hab ich auch berücksichtigt , geht dann auch morgen früh gleich weiter
@ Neumi Danke für die Tipps , so wie ich das verstanden habe hast du Rote Pigmente mit leinöl/Terpentin vermischt und damit die schäfte behandelt ? (gute idee)
Vielleicht mach ich 2/3 verschiedene Finishes um mal zu schauen was gut aussieht .

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Re: Pfeilpräsentationen 3

Beitrag von Heidjer » 07.09.2016, 18:24

25mm reicht für Pfeile im normalen Bereich, also bis etwa 60# Zuggewicht völlig aus, wenn die Nockkerbe nicht tiefer wie 10-11mm eingeschnitten wird.
Die englische War Bow Society und auch die Deutsche wünschen für die Hornverstärkung 2" also 51mm wie bei den historischen Vorbildern, aber die müssen auch 150# Zugkraft überstehen.
Ich mache für meine Pfeile meist einen Kompromiss, die Hornplättchen (25mm x 75mm) werden geviertelt und sie werden etwa 35mm tief eingeklebt, so ist das Ende der Klebung immer unter der Endewicklung der Feder, sieht für mich einfach etwas gefälliger aus. ;)

Übrigens, meine Bauanleitung für Pfeile und für Horninlays kennst Du?


Gruß Dirk
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Re: Pfeilpräsentationen 3

Beitrag von Neumi » 07.09.2016, 20:08

Hoi, bei den Lärchepfeilen für meinen Parkour-Bogen hab ich das Horninlay auch ca. 25 mm lang gemacht und der hat 70 pounds - bislang keine Probleme.
Ich benutz fertige Ölmischungen, fürs Pigmentieren das Gartenmöbelöl von Kreidezeit - kann ich empfehlen :) . Das Terpentin brauchste nur, wenn das Öl noch dünnflüssiger werden soll, was bei diesem Öl nicht nötig ist. Und je nach Holz und gewünschter Optik, schleif ich den Schaft nochmal nach dem pigmentieren, z.B. um nur das Frühholz zu färben.
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Re: Pfeilpräsentationen 3

Beitrag von Blackwoodfletcher » 07.09.2016, 20:09

@Heidjer:
Klasse , dann Passt das ja , hatte mir das auch gedacht dass die 25mm für meinen Bogen reichen und das Pfeilbaututorial von dir kenn ich auch , hab ich mich auch Inspirieren lassen von :)
Vielleicht mach ich noch 2 mit aussenliegender Nockenwell..äh Hornverstärkung ;D
@Neumi : Thx , ich kann ja dann auch mal aus Spass oder Historischer faszination , die Lange Horninlayversion Versuchen ..
Fotos gibts dann nat auch (..ist ja ein Präsentationsthread..)

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Re: Pfeilpräsentationen 3

Beitrag von Neumi » 07.09.2016, 22:49

Hey, das mit der Länge der Horninlays iss halt eher so ne Glaubensfrage, denn berechnet? Ich kann leider nicht die "Schubkraft" berechnen, die es braucht, um ein Horninlay zu zerreissen.
Aber: Horn wird vom Träger desselben in Lagen aufgebaut. Am einfachsten stellt man sich nen sapling mit gleichem durchmesser vor und kuckt mal in welcher Richtung die Schichten im Hornplättchen laufen.
Baut man die Lagen in 90° zur Sehne ein, ist das optimal. Baut man in Richtung der "Jahrringe" ein, scheint das auch gut zu sein, aber, ich bin mir sicher, nur mit geringerer Widerstandsfähigkeit gegen den Druck der Sehne. Horn iss trotzdem echt robust. ;D
Weiter geht's mit dem Kleber: "2K UHU 300 Endfest" - wird auch bei 1 cm² Klebefläche nicht versagen.

ABER: historische Faszination würde zumindest bei mir nicht mit irgendwelchen, aus einer Massenfertigung stammenden, trainingsbodkins funktionieren - wie auch immer die aussehen - das passt nicht. Iss aber kein Angriff :)
Ich sach mir nur: in Tschechien kostet ein handgeschmiedeter bodkin grad mal ab 3,30 € und so ein Industrieprodukt doch bestimmt auch 1,20-1,50 €. Da nehm ich lieber das hand-crafted ;) und freu mich riesig drüber, dass es einen Menschen gibt, der das herstellt.
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