Griff und Verstärkung lösen sich

Themen zum Bogenbau
Antworten
ThomasThome
Jr. Member
Jr. Member
Beiträge: 73
Registriert: 28.03.2005, 11:45

Griff und Verstärkung lösen sich

Beitrag von ThomasThome »

Hallo zusammen,

ich habe mir vor einiger Zeit einen Hickory-Stave bestellt. Der war schon in Flachbogen-Form gesägt. Habe ihn bei 1,74m Länge belassen. An der breitesten Stelle misst er 4,5cm. Die Dicke des Staves am Griff beträgt 2,2cm. Folglich habe ich den Griff aufgeleimt (mehrere Schichten Sperrholz). Zuggewicht ist ca. 42lbs.
Nun habe ich ihn öfters geschossen und, da ich vorher einen Recurve hatte, musste ein Schussfenster ran. Dieses habe ich ca 5mm tief eingearbeitet. Griffbreite 2,3cm. 
Der erste Griff hat sich gelöst, auch schon bevor ich das Schussfenster eingearbeitet hatte.  Leider auch an einer anderen Stelle (unteres Ende). Scheint wohl nicht am Fenster zu liegen. Nun dachte ich mir, bringe ich mal eine Verstärkung auf den Rücken, bzw. nur in der Griffregion auf. Hat sich auch gelöst (sowohl mit Holzleim als auch mit Epoxy).
Meine Schlussfolgerung: Der Bogen biegt sich im Griff leich mit, was er eigentlich nicht sollte.
Meine Frage ist nun: Kann man einen Griff aufleimen, der so steif ist, dass er den Bogen vom Biegen in Griffregion abhält? Oder muss ich einen Griff bauen, der nachgeben kann. UND: sind 2cm Griffbreite bei ca 42lbs noch erträglich?
Sonst würde ich den Griff sich biegen lassen, wie er Lust hat und einfach einen aus Kork und Leder aufbauen.

Gruß

Thomas
Wäre der Mensch nicht ohne Achtung vor allem, was Schöpfung und Wetterspiel geschaffen, mit dem Unverstand, der in der Zerstörung den Sieg sieht, es stürzte um alle Ewigkeiten nur eine Eibe. Denn dieser Baum ist heilig.
Curt Strohmeyer, der Eibenförster
Domo
Full Member
Full Member
Beiträge: 227
Registriert: 24.05.2007, 14:44

Re: Griff und Verstärkung lösen sich

Beitrag von Domo »

Hallo Thomas ich habe zur Zeit das gleiche Problem mit einem Hickorybogen, bei dem der Griff aufgweleimt weren muss.
Hatte auch schon viel Spaß damit. Ich kann dir aus meinen Erfahrungen nur raten,
dass du ein Griffholz nehmen solltest, dass sich an den Fade-Outs leicht mitbiegen kann, denn wenn es da zu steif bleibt,hebt es sich durch die Hebelwirkung ab.
Zweitens würde ich nicht sofort mit mehreren Schichten Griffholz hantieren sondern lieber mit einem Stück arbeiten. Und als letzttes solltest du bei deinem Bogen den Tiller noch mal genau überorüfen, denn wenn er sich in dem Hauptbiegebereich der Wurfarme zu wenig biegt, hat das zur Folge, dass er sich im Griff mehr biegt, und somit das Griffstück abhebt.

Hoffe, ich konnte dir ein wenig helfen.

MFG    Domo
Wie macht man sich einen Bogen??
Man nimmt ein St?ck Holz und schl?gt alles weg, was nicht wie ein Bogen aussieht.
Benutzeravatar
Ravenheart
Forengott
Forengott
Beiträge: 22761
Registriert: 06.08.2003, 23:46
Hat gedankt: 14 Mal
Hat Dank erhalten: 222 Mal

Re: Griff und Verstärkung lösen sich

Beitrag von Ravenheart »

Ich hatte das Problem auch schon!

Hickory ist einfach so elastisch, dass es sich im Griffbereich verzieht und damit den Kleber absprengt!

Bei mir hat's stabverleimter Bambus gebracht, ausgeführt mit lang/flach auslaufenden Übergängen, Handbreit über den schmalen Griffbereich hinaus! Geklebt mit Epoxi, Klebeflächen am Hickory vorher mit Aceton entfettet.

Rabe
Benutzeravatar
Snake-Jo
Global Moderator
Global Moderator
Beiträge: 8813
Registriert: 10.10.2003, 11:05
Hat gedankt: 32 Mal
Hat Dank erhalten: 106 Mal

Re: Griff und Verstärkung lösen sich

Beitrag von Snake-Jo »

Domo hat geschrieben: Hallo Thomas ich habe zur Zeit das gleiche Problem mit einem Hickorybogen, bei dem der Griff aufgweleimt weren muss.
Hatte auch schon viel Spaß damit. Ich kann dir aus meinen Erfahrungen nur raten,
dass du ein Griffholz nehmen solltest, dass sich an den Fade-Outs leicht mitbiegen kann, denn wenn es da zu steif bleibt,hebt es sich durch die Hebelwirkung ab.
Zweitens würde ich nicht sofort mit mehreren Schichten Griffholz hantieren sondern lieber mit einem Stück arbeiten. Und als letzttes solltest du bei deinem Bogen den Tiller noch mal genau überorüfen, denn wenn er sich in dem Hauptbiegebereich der Wurfarme zu wenig biegt, hat das zur Folge, dass er sich im Griff mehr biegt, und somit das Griffstück abhebt.
Ja, das seh ich auch so. Notfalls kann man mit einer langen Leiste, ca 340 mm lang und 5 mm stark, aus Eibenkern oder einem anderen druckstabilen Holz als Unterbau arbeiten, darauf dann erst das eigentliche (kürzere) Griffstück.  Lange Fade-Outs einarbeiten.
Die Kleber halten das, können aber gegen wegbrechende Holzzellen nichts machen.
@Rabe: Ja, das ist bei Hickory ein Problem, aber manchmal auch bei anderen Hölzern wie Ulme möglich.
ThomasThome
Jr. Member
Jr. Member
Beiträge: 73
Registriert: 28.03.2005, 11:45

Re: Griff und Verstärkung lösen sich

Beitrag von ThomasThome »

Da bin ich ja schonmal beruhigt, dass Ihr das Problem kennt.
@Snake-Jo: Das mit den wegbrechenden Holzzellen ist für mich nachvollziehbar, bzw. habe ich auch so beobachtet.  Vor allem, weil ich Pappel-Sperrholz genommen habe. Dachte, es wäre leicht und elastisch. Leider ist es aber auch weich wie Styropor.
@Rabe:Kann ich stabverleimten Bambus selber herstellen? Bzw.: was ist das genau? Ist der Vorteil, dass sich dieser weniger biegt, oder eher, dass er elastisch ist?

@ Domo: Meinst Du, ich soll versuchen, ein "getillertes" Griffstück zu bauen, das sich in etwa so biegt, dass es der Griffbiegung folgt? Wusste nicht, dass selbst der Griffbau solche Probleme mit sich bringen kann.

Dank an Euch!

Thomas
Wäre der Mensch nicht ohne Achtung vor allem, was Schöpfung und Wetterspiel geschaffen, mit dem Unverstand, der in der Zerstörung den Sieg sieht, es stürzte um alle Ewigkeiten nur eine Eibe. Denn dieser Baum ist heilig.
Curt Strohmeyer, der Eibenförster
Domo
Full Member
Full Member
Beiträge: 227
Registriert: 24.05.2007, 14:44

Re: Griff und Verstärkung lösen sich

Beitrag von Domo »

@ Thomas

Jaaa so etwas meine ich!!
Arbeite die Enden des Griffstücks(Fade-Outs) so dünn aus, dass etwas mit der Biegung der Wurfarme mitbiegen könen!!

MFG    Domo
Wie macht man sich einen Bogen??
Man nimmt ein St?ck Holz und schl?gt alles weg, was nicht wie ein Bogen aussieht.
Benutzeravatar
Squid (✝)
Forenlegende
Forenlegende
Beiträge: 9789
Registriert: 23.06.2004, 16:40

Re: Griff und Verstärkung lösen sich

Beitrag von Squid (✝) »

Bezüglich dieser Problematik gibt es eine ganz informative Webseite, die das Phänomen des abgehebelten Griffstücks erklärt und 3 Methoden zur Abhilfe vorschlägt:

http://www.geocities.com/salampsio/ipe1.htm

Bisschen runterscrollen...
Es ist mir egal ob schon mal jemand sowas gebaut hat.
Ich will ja nicht unken, aber in der überwiegenden Zahl der Fälle geht das schief.
Brucky
Hero Member
Hero Member
Beiträge: 694
Registriert: 14.05.2005, 22:39

Re: Griff und Verstärkung lösen sich

Beitrag von Brucky »

Ups, das habe ich ja noch nie gehört

das heist also das Hick bei entsprechender Dimensionierung den Griff absprengen kann? hab ich das so richtig verstanden?

wenn man einen Griff aus dem gleichen Material nimmt slollte es doch funktionieren - oder bin ich da auf dem äh... Holzweg?

Hick soll ja leicht ölig bzw. Fetthaltig sein, vielleicht könnte das den abplatzenden Griff mit verursacht haben?

Fragen über Fragen...

Hick als Belly habe ich noch nie verarbeitet
Das ganze ist mehr als die Summe seiner Einzelteile

Aristoteles


Keine Ahnung..... aber davon jede Menge
Benutzeravatar
Ravenheart
Forengott
Forengott
Beiträge: 22761
Registriert: 06.08.2003, 23:46
Hat gedankt: 14 Mal
Hat Dank erhalten: 222 Mal

Re: Griff und Verstärkung lösen sich

Beitrag von Ravenheart »

ThomasThome hat geschrieben: Kann ich stabverleimten Bambus selber herstellen? Bzw.: was ist das genau? Ist der Vorteil, dass sich dieser weniger biegt, oder eher, dass er elastisch ist?
Selber herstellen kann man alles, die richtigen Geräte und das nötige Geschick vorausgesetzt....
8)

Es gibt ihn aber auch fertig, z.B. für Fussböden..
Meiner is gekauft (bzw. von Kra geschenkt bekommen!)....

Er ist leicht, formstabil hart, und dennoch elastisch.
Daher die Wahl... Hickory is selber ja schon sehr schwer, daher ....

Rabe
Antworten

Zurück zu „Bogenbau“