Rattan-Reflexbogen aus schwierigerem Rattanstab
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Windkanter
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Rattan-Reflexbogen aus schwierigerem Rattanstab
Hallo,
geplant war eigentlich ein Rattanbogen mit der natürlichen Aussenschicht am Bogenrücken und Zugkraft 40 – 47# bei 28“, ggf. getempertem Bauch und Ahorn-Verstärkung der recurve gebogenen WA-enden. Bestellt: 2 Stangen 130-140cm Länge für angestrebtes Zuggewicht 46-55#, bei einem Anbieter der Rattan-Bögen baut, anbietet, Internetvideos zeigt.. Geliefert wurde auch eine schwierige Stange mit einigen Längsmulden um den Umfang auf einer Stabhälfte (s. Bilder). Die bis ca- 30cm langen Längsmulden laufen bis zu den Nodien gleichmäßig in die Tiefe, enden an den Nodien, danach steiler Anstieg (das ist sowas wie eine Kerbe meine ich). Der Anbieter meint, daß man beim Bauen einfach immer zwischenprüfen soll, nicht schälen oder begradigen soll, die eingefallenen Stellen seien besonders interessant und böten zusätzliche Rückstellwirkung.
Es ließ sich nicht vermeiden, daß dann auf jeder Aussenkante des unteren WA´s eine Längsmulde lag (einmal 7cm, einmal 18cm lang und bis ca. 3mm tief) , mit der kompletten deutlich dichteren ca. 3-4mm dicken natürlichen Aussenschicht. Diese Schicht soll deutlich fester als das Stabinnere sein, man kann auch keine Längsporen in dieser Schicht erkennen. Beim Abarbeiten von Material verhielten sich solche Schichten auch fester. Diese Längsmulden verschmälerten streckenweise die WA-Breite, ein komplettes Abarbeiten der Mulden hätte dann von beiden WA-Seiten über die komplette WA-Länge her erfolgen müssen und hätte zu recht schmalen WA´s geführt. Ich hoffe jetzt, daß die Festigkeit dieser verbliebenen Längsmulden das Fehlen von Material kompensiert. Letztendlich ein Arbeiten mit Risiko (Verdrehungen, Knicke etc.), bin gespannt.
Tips und Kritik: gerne.
Querschnitt durch späteren unteren WA
Seitenansicht unterer späterer unterer WA
Sägelinie am späteren unteren WA
Was ich bisher gemacht habe:
--Mittenbereich biegen
Bogen mittig über 40cm Länge 60min in Dampf erhitzt.
Mit der Hand die Bogenmitte (kräftig) nach unten gedrückt, mit Auflage (2 Stühle) nur nahe den Stabenden. Mit einem Seil wurden die Stabenden dann etwas zusammengezogen, Trocknung 1 KW bei trockener Raumtemperatur.
--Ausarbeiten der Grobkontour,
Den Plan, die äusserste Naturschicht zu belassen, hatte ich verworfen, zu viele Längsmulden am unteren WA. Den gebogenen Stab habe ich mit Heisskleberpunkten, auf ebener Fläche auf Presspappe geklebt und die Sägelinie für das Absägen des Bauchbereichs markiert. Bearbeitung jetzt weitgehend nach Zeichnung und Maßen BROKEN ARROW.
Seitlich, bei unterem WA im Bereich der Längsmulden auf Gegenseite vorsichtshalber ca. 1-1,5mm mehr Material belassen (leichter Bauch). Der Querschnitt war dann rechteckig mit Fasen an den Kanten. An allen WA-Aussenkanten liegt noch ein wenig von der festen Rattan-Aussenschicht.
--Erstes Tillern
Aufgespannt auf Tillerstock, Teilauszug, danach einige Ungleichheiten beseitigt, überraschend war, daß die Längsausbuchtungen des unteren WA´s keine deutliche Schwächung zeigten und ich deswegen die Material-Zugaben auf der gegenüberliegenden WA-Kante weitgehend beseitigt habe. Dann komplett schmirgeln mit 180er – Papier. Breitenmaße jetzt: oberer WA 41-42mm (noch etwas zuviel) , unterer WA 40-41mm, Dicke um 15-15,5mm, Verschmälerung ab 20cm vor WA-Ende bis auf ca. 23mm und Dicke 13,5 – 14mm. So wie der Bogen jetzt ist, hat er deutlich mehr als 40#, das ändert sich noch.
--Biegen der Recurve-Enden:
Auf eine Länge von 20cm wurden die trockenen WA-enden jeweils 15min gedämpft. Die WA-enden wurden in der Schablone zügig gebogen, festgespannt und in der Schablone bei Raumtemp. 2 Tage lang getrocknet. Bogenlänge von Ende zu Ende über Rücken gemessen: ca. 143cm.
--Geplant: jetzt und später mehrfach Tillern.
--Geplant: Tempern Bogenbauch oder Auflage von 3mm Bergahorn (hab nur dieses Holz vorrätig) noch unklar. Ahornauflage am Bauch bis Bogenende: Griff ist ringsum schon gerundet, da geht kein Ahornstreifen mehr drauf, es wäre hier eine lange Lücke. Oder Tempern (Griff bauchseitig auf jeden Fall) : muss ich an abgesägten Bauchstreifen probieren, entweder mit 35cm langem 1800W-Heizstrahler (sehr kräftig Infrarot, ev. mehr Tiefenwirkung) oder mit HLP nach Vorwärmen und ohne Öl (falls doch noch Ahorn-Auflage notwendig wird). Nach Tempern zuerst 2 KW Lagerung (Feuchteausgleich und ev. Spannungsausgleich im Material) ohne Aufspannen.
Endenverstärkungen (aus ofengetrocknetem Bergahorn) wurden schon gebogen und in Schablone bei RT ca. 4-5 Tage getrocknet. Maße Bergahorn-Streifen (fast vollständig schichtparallel): B= 35mm, D= 2,8-3,0mm. Gedämpft 10min. Rohlänge ca. 260mm. Geplant: Aufkleben mit Epoxidkleber (wenn Bauch getempert wird) oder mit Hasenhautleim wenn nicht getempert wird, Auslauf 7-8cm nach Radiusende auf 0mm.
Grob ausgesägt
Oberer WA angezeichnet
unterer WA nach Grobbearbeitung, mit Längsmulden
-erstes vorsichtiges Aufspannen am Tillerbaum
WA-enden in Biegeschablone, gebogen
Ahorn-WA-Endenverstärkung in Biegeschablone
Irgendwas ist schiefgelaufen, Titel des Fotos weiter unten: Unterer WA, Kontour angezeichnet.
Fortsetzung folgt.
Grüße und allen einen guten Start im Neuen Jahr
Windkanter
geplant war eigentlich ein Rattanbogen mit der natürlichen Aussenschicht am Bogenrücken und Zugkraft 40 – 47# bei 28“, ggf. getempertem Bauch und Ahorn-Verstärkung der recurve gebogenen WA-enden. Bestellt: 2 Stangen 130-140cm Länge für angestrebtes Zuggewicht 46-55#, bei einem Anbieter der Rattan-Bögen baut, anbietet, Internetvideos zeigt.. Geliefert wurde auch eine schwierige Stange mit einigen Längsmulden um den Umfang auf einer Stabhälfte (s. Bilder). Die bis ca- 30cm langen Längsmulden laufen bis zu den Nodien gleichmäßig in die Tiefe, enden an den Nodien, danach steiler Anstieg (das ist sowas wie eine Kerbe meine ich). Der Anbieter meint, daß man beim Bauen einfach immer zwischenprüfen soll, nicht schälen oder begradigen soll, die eingefallenen Stellen seien besonders interessant und böten zusätzliche Rückstellwirkung.
Es ließ sich nicht vermeiden, daß dann auf jeder Aussenkante des unteren WA´s eine Längsmulde lag (einmal 7cm, einmal 18cm lang und bis ca. 3mm tief) , mit der kompletten deutlich dichteren ca. 3-4mm dicken natürlichen Aussenschicht. Diese Schicht soll deutlich fester als das Stabinnere sein, man kann auch keine Längsporen in dieser Schicht erkennen. Beim Abarbeiten von Material verhielten sich solche Schichten auch fester. Diese Längsmulden verschmälerten streckenweise die WA-Breite, ein komplettes Abarbeiten der Mulden hätte dann von beiden WA-Seiten über die komplette WA-Länge her erfolgen müssen und hätte zu recht schmalen WA´s geführt. Ich hoffe jetzt, daß die Festigkeit dieser verbliebenen Längsmulden das Fehlen von Material kompensiert. Letztendlich ein Arbeiten mit Risiko (Verdrehungen, Knicke etc.), bin gespannt.
Tips und Kritik: gerne.
Querschnitt durch späteren unteren WA
Seitenansicht unterer späterer unterer WA
Sägelinie am späteren unteren WA
Was ich bisher gemacht habe:
--Mittenbereich biegen
Bogen mittig über 40cm Länge 60min in Dampf erhitzt.
Mit der Hand die Bogenmitte (kräftig) nach unten gedrückt, mit Auflage (2 Stühle) nur nahe den Stabenden. Mit einem Seil wurden die Stabenden dann etwas zusammengezogen, Trocknung 1 KW bei trockener Raumtemperatur.
--Ausarbeiten der Grobkontour,
Den Plan, die äusserste Naturschicht zu belassen, hatte ich verworfen, zu viele Längsmulden am unteren WA. Den gebogenen Stab habe ich mit Heisskleberpunkten, auf ebener Fläche auf Presspappe geklebt und die Sägelinie für das Absägen des Bauchbereichs markiert. Bearbeitung jetzt weitgehend nach Zeichnung und Maßen BROKEN ARROW.
Seitlich, bei unterem WA im Bereich der Längsmulden auf Gegenseite vorsichtshalber ca. 1-1,5mm mehr Material belassen (leichter Bauch). Der Querschnitt war dann rechteckig mit Fasen an den Kanten. An allen WA-Aussenkanten liegt noch ein wenig von der festen Rattan-Aussenschicht.
--Erstes Tillern
Aufgespannt auf Tillerstock, Teilauszug, danach einige Ungleichheiten beseitigt, überraschend war, daß die Längsausbuchtungen des unteren WA´s keine deutliche Schwächung zeigten und ich deswegen die Material-Zugaben auf der gegenüberliegenden WA-Kante weitgehend beseitigt habe. Dann komplett schmirgeln mit 180er – Papier. Breitenmaße jetzt: oberer WA 41-42mm (noch etwas zuviel) , unterer WA 40-41mm, Dicke um 15-15,5mm, Verschmälerung ab 20cm vor WA-Ende bis auf ca. 23mm und Dicke 13,5 – 14mm. So wie der Bogen jetzt ist, hat er deutlich mehr als 40#, das ändert sich noch.
--Biegen der Recurve-Enden:
Auf eine Länge von 20cm wurden die trockenen WA-enden jeweils 15min gedämpft. Die WA-enden wurden in der Schablone zügig gebogen, festgespannt und in der Schablone bei Raumtemp. 2 Tage lang getrocknet. Bogenlänge von Ende zu Ende über Rücken gemessen: ca. 143cm.
--Geplant: jetzt und später mehrfach Tillern.
--Geplant: Tempern Bogenbauch oder Auflage von 3mm Bergahorn (hab nur dieses Holz vorrätig) noch unklar. Ahornauflage am Bauch bis Bogenende: Griff ist ringsum schon gerundet, da geht kein Ahornstreifen mehr drauf, es wäre hier eine lange Lücke. Oder Tempern (Griff bauchseitig auf jeden Fall) : muss ich an abgesägten Bauchstreifen probieren, entweder mit 35cm langem 1800W-Heizstrahler (sehr kräftig Infrarot, ev. mehr Tiefenwirkung) oder mit HLP nach Vorwärmen und ohne Öl (falls doch noch Ahorn-Auflage notwendig wird). Nach Tempern zuerst 2 KW Lagerung (Feuchteausgleich und ev. Spannungsausgleich im Material) ohne Aufspannen.
Endenverstärkungen (aus ofengetrocknetem Bergahorn) wurden schon gebogen und in Schablone bei RT ca. 4-5 Tage getrocknet. Maße Bergahorn-Streifen (fast vollständig schichtparallel): B= 35mm, D= 2,8-3,0mm. Gedämpft 10min. Rohlänge ca. 260mm. Geplant: Aufkleben mit Epoxidkleber (wenn Bauch getempert wird) oder mit Hasenhautleim wenn nicht getempert wird, Auslauf 7-8cm nach Radiusende auf 0mm.
Grob ausgesägt
Oberer WA angezeichnet
unterer WA nach Grobbearbeitung, mit Längsmulden
-erstes vorsichtiges Aufspannen am Tillerbaum
WA-enden in Biegeschablone, gebogen
Ahorn-WA-Endenverstärkung in Biegeschablone
Irgendwas ist schiefgelaufen, Titel des Fotos weiter unten: Unterer WA, Kontour angezeichnet.
Fortsetzung folgt.
Grüße und allen einen guten Start im Neuen Jahr
Windkanter
Zuletzt geändert von Windkanter am 02.01.2026, 22:31, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Rattan-Reflexbogen aus schwierigerem Rattanstab
Ich hätte einiges anders gemacht, darum bin ich umso mehr gespannt....
Rabe
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Windkanter
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Re: Rattan-Reflexbogen aus schwierigerem Rattanstab
@Rabe
Ja, es gibt sicher noch andere Möglichkeiten. Man hätte das wohl am besten direkt mit dem Rattanstab in der Hand diskutiert, den Formverlauf habe ich exemplarisch und nur teilweise dokumentiert.
Was hätte man denn alles anders machen sollen ?
Grüße
Windkanter
Ja, es gibt sicher noch andere Möglichkeiten. Man hätte das wohl am besten direkt mit dem Rattanstab in der Hand diskutiert, den Formverlauf habe ich exemplarisch und nur teilweise dokumentiert.
Was hätte man denn alles anders machen sollen ?
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Windkanter
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Re: Rattan-Reflexbogen aus schwierigerem Rattanstab
Aach, "sollen" gar nicht, es gibt immer verschiedene Wege...
Das macht es ja so spannend..
Aber um nicht nur auszuweichen, 2 Beispiele:
Ich hätte die dichtere und druckfeste Außenschicht als Bauchseite genommen und über den Rücken getillert.
Bei Rattan geht das....
Und ich würde auf Holzapplikationen an den Enden verzichten. Der Hauptvorteil von Rattan ist sein geringes Gewicht.
Aber wie gesagt, ich finde Deinen Ansatz spannend, gerade WEIL er einen anderen Weg geht. Lass uns sehen, was raus kommt!
Rabe
PS, Tipp:
Da Rattan so sehr elastisch ist, besteht mehr noch als bei Holz die Gefahr, dass Recurves sich seitlich wegdrehen wollen... Achte vom 1. Moment des Tillerns an peinlich genau darauf, dass die Recurves immer in der Flucht bleiben und korrigiere ggf sofort bei der geringsten Abweichung!
Das macht es ja so spannend..
Aber um nicht nur auszuweichen, 2 Beispiele:
Ich hätte die dichtere und druckfeste Außenschicht als Bauchseite genommen und über den Rücken getillert.
Bei Rattan geht das....
Und ich würde auf Holzapplikationen an den Enden verzichten. Der Hauptvorteil von Rattan ist sein geringes Gewicht.
Aber wie gesagt, ich finde Deinen Ansatz spannend, gerade WEIL er einen anderen Weg geht. Lass uns sehen, was raus kommt!
Rabe
PS, Tipp:
Da Rattan so sehr elastisch ist, besteht mehr noch als bei Holz die Gefahr, dass Recurves sich seitlich wegdrehen wollen... Achte vom 1. Moment des Tillerns an peinlich genau darauf, dass die Recurves immer in der Flucht bleiben und korrigiere ggf sofort bei der geringsten Abweichung!
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Windkanter
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Re: Rattan-Reflexbogen aus schwierigerem Rattanstab
Erstmal Danke für die konstruktive Stellungnahme.
Ich bin ja keiner, der viele Bögen gebaut hat, das ist nach einem Umbau eines untauglichen Rattan-Kinderbogens zu einem richtigen Flitzer und dem Rumbasteln an einem Beyer-Rattan-Langbogen (war ursprünglich preiswerter Testbogen um zu sehen wie Daumentechnik bei Langbögen geht) der erste komplette "Neubau".
Die Aussenschicht als Bauchseite, das wäre materialmäßig und auch formmäßig (steife Halbschale) eine sehr feste Bauchseite, das könnte ich bei dem 2. wesentlich gleichmäßigeren Stab (Durchm. ca. 40mm) mal überlegen. Als Alternative zum Tempern. Der Rücken muss dann vermutlich sehr gleichmäßig sein und die Fades am Rücken sehr langsam auslaufen (?) bis in den Griff hinein (?). Ev. bliebe dann auch bei den WA-Seiten die Aussenschicht erhalten ?
Beim im Bearbeitung befindlichen Bogen hätte ich beim bauchseitigen Belassen der Aussenschicht mit Längsmulden (ringsherum mehrere und ungleich), die recht abrupt und tief an den Blattansätzen enden, etwas Bauchschmerzen gehabt (vielleicht auch im übertragenen Sinne).
Die Ahorn-Verstärkungen wiegen je ca. 7g. Ich werde den Bauch tempern, an den gebogenen Enden minimal etwas abarbeiten und da die Verstärkungen mit Epoxidkleber draufsetzen. Wenn sich die Enden nach einigen hundert Schüssen nicht aufbiegen, mache ich sie minimal schmäler. Die Ahorn-Verstärkung könnte auch Verdrehungen (ja, da habe ich ein Auge drauf) etwas entgegenwirken.
Es heisst ja, Rattanbögen zu bauen sei einfach. Das stimmt sicher. Aber : open end, sonst wäre es langweilig.... Es bleibt spannend.
Grüße
Windkanter
Ich bin ja keiner, der viele Bögen gebaut hat, das ist nach einem Umbau eines untauglichen Rattan-Kinderbogens zu einem richtigen Flitzer und dem Rumbasteln an einem Beyer-Rattan-Langbogen (war ursprünglich preiswerter Testbogen um zu sehen wie Daumentechnik bei Langbögen geht) der erste komplette "Neubau".
Die Aussenschicht als Bauchseite, das wäre materialmäßig und auch formmäßig (steife Halbschale) eine sehr feste Bauchseite, das könnte ich bei dem 2. wesentlich gleichmäßigeren Stab (Durchm. ca. 40mm) mal überlegen. Als Alternative zum Tempern. Der Rücken muss dann vermutlich sehr gleichmäßig sein und die Fades am Rücken sehr langsam auslaufen (?) bis in den Griff hinein (?). Ev. bliebe dann auch bei den WA-Seiten die Aussenschicht erhalten ?
Beim im Bearbeitung befindlichen Bogen hätte ich beim bauchseitigen Belassen der Aussenschicht mit Längsmulden (ringsherum mehrere und ungleich), die recht abrupt und tief an den Blattansätzen enden, etwas Bauchschmerzen gehabt (vielleicht auch im übertragenen Sinne).
Die Ahorn-Verstärkungen wiegen je ca. 7g. Ich werde den Bauch tempern, an den gebogenen Enden minimal etwas abarbeiten und da die Verstärkungen mit Epoxidkleber draufsetzen. Wenn sich die Enden nach einigen hundert Schüssen nicht aufbiegen, mache ich sie minimal schmäler. Die Ahorn-Verstärkung könnte auch Verdrehungen (ja, da habe ich ein Auge drauf) etwas entgegenwirken.
Es heisst ja, Rattanbögen zu bauen sei einfach. Das stimmt sicher. Aber : open end, sonst wäre es langweilig.... Es bleibt spannend.
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Re: Rattan-Reflexbogen aus schwierigerem Rattanstab
Hallo,
Fortsetzung Bau:
--NOCHMAL TILLERN: Den Bogen habe ich noch ein paarmal aufgebogen, mir das Stringfollow angeschaut und die Dicke etwas korrigiert.
--TEMPERN BOGENBAUCH MIT GRIFF: pro WA ca. 4min nach Vorwärmen über einem 1800W-Infrarot-Heizstrahler geröstet, es hat etwas geraucht, die Farbe ist danach um dunkelbraun herum. Die Bogenenden hatte ich dabei mit einem Draht zueinander gezogen.. Fehler gemacht: Der Drahtknoten saß nicht mittig an einem Recurve-Ende, Folge: der WA-Bereich mit dem Recure-Ende wurde vermutlich dadurch verzogen und verdreht. Nochmal warmgemacht und zurechtgedreht. Das Prozedere kenne ich von Kompositbögen. Die Recurves sind durch das Tempern deutlich aufgegangen, die vorher passgenauen Ahorn-Verstärkungen für die Recurve-Aussenseiten haben jetzt einen engeren Radius als die Recurves. Das macht nichts, der Radius ist noch gut genug und die Verstärkung wird beim Kleben angepresst. Recurves habe ich auch seitlich etwas getempert. Die Fotos zeigen die Oberfläche, wie sie aus dem Rösten kam. Jetzt lagere ich 1 Woche.
--AUFKLEBEN 3MM-AHORN-AUSSENVERSTÄRKUNGEN FÜR WA-ENDEN (Länge jetzt 18,5cm) an die Recurves erfolgt gerade. Fehler gemacht: Den Recurves habe ich im Aufklebebereich auch eine Fase verpasst, dadurch muss die Verstärkung leider entsprechend schmäler werden. Kostet ca. 5-6mm Verstärkungsbreite. Die Recurves werden zur Bogenmitte hin ausgedünnt in Breite und Dicke.
Grüße
windkanter
Fortsetzung Bau:
--NOCHMAL TILLERN: Den Bogen habe ich noch ein paarmal aufgebogen, mir das Stringfollow angeschaut und die Dicke etwas korrigiert.
--TEMPERN BOGENBAUCH MIT GRIFF: pro WA ca. 4min nach Vorwärmen über einem 1800W-Infrarot-Heizstrahler geröstet, es hat etwas geraucht, die Farbe ist danach um dunkelbraun herum. Die Bogenenden hatte ich dabei mit einem Draht zueinander gezogen.. Fehler gemacht: Der Drahtknoten saß nicht mittig an einem Recurve-Ende, Folge: der WA-Bereich mit dem Recure-Ende wurde vermutlich dadurch verzogen und verdreht. Nochmal warmgemacht und zurechtgedreht. Das Prozedere kenne ich von Kompositbögen. Die Recurves sind durch das Tempern deutlich aufgegangen, die vorher passgenauen Ahorn-Verstärkungen für die Recurve-Aussenseiten haben jetzt einen engeren Radius als die Recurves. Das macht nichts, der Radius ist noch gut genug und die Verstärkung wird beim Kleben angepresst. Recurves habe ich auch seitlich etwas getempert. Die Fotos zeigen die Oberfläche, wie sie aus dem Rösten kam. Jetzt lagere ich 1 Woche.
--AUFKLEBEN 3MM-AHORN-AUSSENVERSTÄRKUNGEN FÜR WA-ENDEN (Länge jetzt 18,5cm) an die Recurves erfolgt gerade. Fehler gemacht: Den Recurves habe ich im Aufklebebereich auch eine Fase verpasst, dadurch muss die Verstärkung leider entsprechend schmäler werden. Kostet ca. 5-6mm Verstärkungsbreite. Die Recurves werden zur Bogenmitte hin ausgedünnt in Breite und Dicke.
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Indie12
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Re: Rattan-Reflexbogen aus schwierigerem Rattanstab
Das ist jetzt nur eine Stange Manau oder? Im Eingangspost sprachst du von zwei, hatte schon gedacht du spleißt den Kram.
Sieht doch gut aus, bin aufs Ergebnis gespannt, danke für die Baudoku.
Gruß Martin
Sieht doch gut aus, bin aufs Ergebnis gespannt, danke für die Baudoku.
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Windkanter
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Re: Rattan-Reflexbogen aus schwierigerem Rattanstab
Hallo Indie 12,
ja, es ist die erste und schwierigere von 2 Stangen. Ob ich den Bau eines Bogens aus der 2. Stange beschreibe, weiss ich noch nicht. Wenn das recht normal läuft, brauch ich es nicht zu beschreiben, Beschreibungen von "normalem" Rattanbogenbau gibts wahrscheinlich genug hier im Forum. Schaun wir mal.
Grüße
Windkanter
ja, es ist die erste und schwierigere von 2 Stangen. Ob ich den Bau eines Bogens aus der 2. Stange beschreibe, weiss ich noch nicht. Wenn das recht normal läuft, brauch ich es nicht zu beschreiben, Beschreibungen von "normalem" Rattanbogenbau gibts wahrscheinlich genug hier im Forum. Schaun wir mal.
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Re: Rattan-Reflexbogen aus schwierigerem Rattanstab
Hallo, hier die Fortsetzung:
Die Lagerzeit nach dem Rösten habe ich verkürzt, der Bogen ist jetzt weitgehend fertig, mit Ahorn-Verstärkungen aussen an den Siyahs und Ahorn-Auflage für den Sehnen-Nock. Die geröstete Bauchseite habe ich als einziges Mal nur sehr sehr leicht mit 180er überschmirgelt. Möglicherweise muss im Siayh-Aussenradius noch ein Sehnenstuhl drauf. Entscheid dann, wenn die WA´s nochmal nachgearbeitet sind und alles passt. Mit Tillersehne nicht ganz ausgezogen dürfte er momentan gefühlt auf 55# / 28“ oder mehr kommen, was mir zuviel ist. Aufgespannt sieht man, daß vor allem im oberen WA (im Foto links) noch Material am Rücken weg muss, sowie an beiden WA´s etwa zwischen Mitte und Siyah-Anfang.
Grüße
Windkanter
Die Lagerzeit nach dem Rösten habe ich verkürzt, der Bogen ist jetzt weitgehend fertig, mit Ahorn-Verstärkungen aussen an den Siyahs und Ahorn-Auflage für den Sehnen-Nock. Die geröstete Bauchseite habe ich als einziges Mal nur sehr sehr leicht mit 180er überschmirgelt. Möglicherweise muss im Siayh-Aussenradius noch ein Sehnenstuhl drauf. Entscheid dann, wenn die WA´s nochmal nachgearbeitet sind und alles passt. Mit Tillersehne nicht ganz ausgezogen dürfte er momentan gefühlt auf 55# / 28“ oder mehr kommen, was mir zuviel ist. Aufgespannt sieht man, daß vor allem im oberen WA (im Foto links) noch Material am Rücken weg muss, sowie an beiden WA´s etwa zwischen Mitte und Siyah-Anfang.
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Windkanter
- Ravenheart
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Re: Rattan-Reflexbogen aus schwierigerem Rattanstab
Die Haupt-Biegezonen liegen auf beiden Seiten noch sehr griffnah... würde ich weiter nach außen noch über den WA "verteilen". Rattan bekommt relativ viel Set, je griffnäher das passiert, desto stärker wirkt sich das aus...
Rabe
Rabe
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Windkanter
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Re: Rattan-Reflexbogen aus schwierigerem Rattanstab
Hallo Rabe:
Genau. Und Danke.
Zum Klebstoff für die Siyah-Verstärkungen: ich verwende R&G Epoxidharz Harz L & Härter L 1:1, Aushärtung bei Raumtemperatur. War Empfehlung eines Bekannten, der öfters aus verschiedenen Hölzern recht gute Langbögen verklebt. Die techn. Datenblätter geben nur Werte für Zugfestigkeit 69 MPa an und bei Uhu Plus Endfest 300 nur die Werte für Zugscherfestigkeit 12 N/mm² (=12 MPa) bei Aushärtung bei 20°C. Zwei Paar Stiefel. Beide Werte sind interessant. Muss mal weiter suchen. Der Preisunterschied ist eklatant. Vielleicht ist Uhu Plus Endfest 300 doch besser ?
Der Bogen ist bis auf Feinschmirgeln und ölen/Lackieren fertig. Auf der getemperten/gerösteten Bauchseite kommt als Finish ganz dünn o.g. Epoxidharz drauf, bringt ev. noch minimal mehr Zugkraft. Die Zugkraft ist durch das Tillern runtergegangen auf 42#/28", das wäre schon die Untergrenze für mich. Ganz gleich scheinen mir die WA´s nicht zu sein, aber ich möchte damit erstmal schießen. Der untere WA mit den verbliebenen Längsmulden (höhere Festigkeit) versteift den WA immer noch über ca. 20cm hinweg, gleichzeitig hat der WA in diesem Bereich aber weniger Material im Querschnitt und scheint sich auf die gesamte Länge bezogen etwas stärker als der obere WA zu biegen. Über die Länge hinweg ungleich steif und schwer berechenbar. Weitere Längsmulden sind gerade erst weggehobelt und Reste der festen Aussenschicht dort noch vorhanden. Ich könnte ja jetzt weiter rumtillern, aber die 42# sind schnell unterschritten und dann wird mir der Bogen zu schwach.
Meine Bambuspfeile haben um 23,5g Gewicht (das sind 362 Weizenkörner = grains). Macht dann 8,6 gpp bei 28" Auszug, bei meinen 29" wäre es dann etwas weniger gpp und ok.
Facit jedenfalls für mich: Rattanstäbe mit solch ungleichem Querschnitt und Längsmulden sind allenfalls was zum Lernen oder etwas für ausgesprochene Rattanspezialisten. Eigentlich gehört so etwas nicht in den Verkauf.
Grüße
Windkanter
Genau. Und Danke.
Zum Klebstoff für die Siyah-Verstärkungen: ich verwende R&G Epoxidharz Harz L & Härter L 1:1, Aushärtung bei Raumtemperatur. War Empfehlung eines Bekannten, der öfters aus verschiedenen Hölzern recht gute Langbögen verklebt. Die techn. Datenblätter geben nur Werte für Zugfestigkeit 69 MPa an und bei Uhu Plus Endfest 300 nur die Werte für Zugscherfestigkeit 12 N/mm² (=12 MPa) bei Aushärtung bei 20°C. Zwei Paar Stiefel. Beide Werte sind interessant. Muss mal weiter suchen. Der Preisunterschied ist eklatant. Vielleicht ist Uhu Plus Endfest 300 doch besser ?
Der Bogen ist bis auf Feinschmirgeln und ölen/Lackieren fertig. Auf der getemperten/gerösteten Bauchseite kommt als Finish ganz dünn o.g. Epoxidharz drauf, bringt ev. noch minimal mehr Zugkraft. Die Zugkraft ist durch das Tillern runtergegangen auf 42#/28", das wäre schon die Untergrenze für mich. Ganz gleich scheinen mir die WA´s nicht zu sein, aber ich möchte damit erstmal schießen. Der untere WA mit den verbliebenen Längsmulden (höhere Festigkeit) versteift den WA immer noch über ca. 20cm hinweg, gleichzeitig hat der WA in diesem Bereich aber weniger Material im Querschnitt und scheint sich auf die gesamte Länge bezogen etwas stärker als der obere WA zu biegen. Über die Länge hinweg ungleich steif und schwer berechenbar. Weitere Längsmulden sind gerade erst weggehobelt und Reste der festen Aussenschicht dort noch vorhanden. Ich könnte ja jetzt weiter rumtillern, aber die 42# sind schnell unterschritten und dann wird mir der Bogen zu schwach.
Meine Bambuspfeile haben um 23,5g Gewicht (das sind 362 Weizenkörner = grains). Macht dann 8,6 gpp bei 28" Auszug, bei meinen 29" wäre es dann etwas weniger gpp und ok.
Facit jedenfalls für mich: Rattanstäbe mit solch ungleichem Querschnitt und Längsmulden sind allenfalls was zum Lernen oder etwas für ausgesprochene Rattanspezialisten. Eigentlich gehört so etwas nicht in den Verkauf.
Grüße
Windkanter