Zwei Fragen zum Wolfschen Keil

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Uranus79
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Zwei Fragen zum Wolfschen Keil

Beitrag von Uranus79 » 08.05.2019, 17:28

Hallo zusammen,

nach einem ersten Versuch mit einem Wolfschen Keil, wo ich erstmal viel falsch gemacht habe mit Brennholzergebnis habe ich nochmal intensiver recherchiert und nochmal probiert. Dazu zwei Fragen.

1.) habe ich das richtig verstanden, man biegt den Rest des Griffes "kalt" also ohne Dämpfen/Heißluft?

2.) Das Holz biegt sich an der Spitze des Keils ja nicht wie ein Knick sondern wird die Biegung über einen größeren Bereich verteilen. Das heißt aber, dass kurz vor und nach der Spitze des Keils eigentlich die Fasern auseinander gehen müßten. Längsrisse kann man zwar per Zwinge verhindern, aber irgendwo muß die Biegung sich doch geometrisch im Holz verteilen - siehe Bild, dort habe ich versucht, es zu skizzieren. Die Frage ist also, sind leichte Längsrisse unvermeidbar?
WolfscherKeil.jpg
Skizze
Schnitt etwas verbreitert dargestellt. Vor Biegung, Biegung mit Knick (praktisch unmöglich) und Biegung mit Längsrissen lokal

Noch ein Hinweis/Überlegung von der Geometrie. Es gilt nach Sinus-Satz: die Länge des Keils "a" (entlang schrägem Sägeschnitt) multipliziert mit der zu korrigierenden seitlichen Abweichung "s" geteilt durch Länge des Wurfarms "L" ergibt die Breite des Keils "b":
WolfscherKeilBerechnung.jpg
Berechnung
Vielleicht hilft das jemand.

Viele Grüße, Uranus

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Re: Zwei Fragen zum Wolfschen Keil

Beitrag von Uranus79 » 08.05.2019, 17:39

Ich versuche, die erste Frage etwas mehr zu verdeutlichen:
WolfscherKeil2.jpg
Bewußt übertrieben skizziert

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Re: Zwei Fragen zum Wolfschen Keil

Beitrag von schnabelkanne » 08.05.2019, 19:51

Servus, der Wolfsche Keil wird verwendet wenn der Bogen im Griff von der Mittellinie stark abweicht und so weit ich das verstanden habe nur bei Bögen mit steifem Griff. Den Keil würde ich länger machen also einen spitzeren Winkel damit mehr Klebefläche vorhanden ist und nicht komplett durchsägen, gegen das Aufspalten eine Zwinge setzen.
lg Thomas
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Re: Zwei Fragen zum Wolfschen Keil

Beitrag von Uranus79 » 09.05.2019, 20:45

Hallo Thomas,
ja der Winkel sollte spitzer sein, in den Zeichnungen ist das ja nur zur Verdeutlichung. Klar, es geht nur bei steifem Griff und man sägt 2/3 oder 3/4 den Griff durch. Zwinge gegen Aufspalten weiß ich auch, aber meine Fragen gehen ja in andere Richtung, sie betreffen ja das kalte oder warme Verformen und eine Frage zu Längsrissen bei der Biegung.

Ich hätte noch eine dritte Frage:

3.) Aus welchem Holz sollte man den Keil machen und wie sollten die Fasern dabei liegen? Also muss es ein hartes Holz sein, sollten die Fasern entlang des Keils gehen?

Viele Grüße,
Uranus

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Re: Zwei Fragen zum Wolfschen Keil

Beitrag von schnabelkanne » 09.05.2019, 22:22

Servus, es wird ohne Hitze oder Dampf korrigiert, schau dir mal den Thread von Bowster an.


https://www.fletchers-corner.de/viewtopic.php?t=30076
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Re: Zwei Fragen zum Wolfschen Keil

Beitrag von Uranus79 » 12.05.2019, 14:21

Hallo Thomas,

den Thread kenne ich, allerdings beantwortet er meine Fragen nicht. Ich habe aber noch etwas herausgefunden: als Material habe ich die Reste des Haselnussbogens genommen, trockener Hasel sollte als Keil fest genug sein. Dünne Keile sägen wird schwierig, aber man kann den Keil in Faserrichtung vorbereiten, indem man ihn mit dem Ziehmesser in Form bringt:
WolfscherKeilVorbereitung.jpg
Keil vorbereiten
Danach mit Raspel/Feile noch möglichst eben machen.
Den Rohling kann man mit Schraubzwingen auf ein Brett bringen und dann die notwendige Biegung genau einstellen und fixieren. Dann kann man die benötigte Breite des Keils genau einpassen und dabei die Tips immer in Linie mit Griff halten:
WolfscherKeilFixiert.jpg
Rohling fixiert
Viele Grüße,
Uranus

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