Asymetrisch tillern?

Themen zum Bogenbau
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Chilly
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Re: Asymetrisch tillern?

Beitrag von Chilly » 06.11.2013, 08:26

Böser, böser, tiefschwarzer Sarkasmusmodus an:
Hier wurde ein ähnliches Thema, bei ca. jedem 15. Post, schon mal behandelt:
http://www.fletchers-corner.de/viewtopic.php?f=7&t=17197

Und ganz schnell weg....
Dass etwas nicht geht, ist auch ein Ergebnis!
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Ravenheart
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Re: Asymetrisch tillern?

Beitrag von Ravenheart » 06.11.2013, 09:04

walta hat geschrieben:Ketzermodus an
Also ich pfeif auf unten schneller und oben stärker oder so ähnlich. Ich ....


:D ...

Is ja auch o.k. - ber mit etwas mehr Erfahrung steigt auch die Sensibilität für Feinheiten - is ja normal...
Denn...

Nur in GANZ seltenen Fällen ist ein Bogen 100% gerade!
Meistens liegt die Sehne einen TICK mehr an einer der beiden Seiten.

Will man das Optimum rausholen, dreht man den Bogen so, dass die Seite mit dem KLEINEREN Abstand die ist, an der der Pfeil anliegt. Damit aber ist Oben/Unten festgelegt!

Und dann passt man halt einen WA an.... sprich: macht den Oberen einen TICK schwächer, oder den Unteren ein Stück kürzer......

Rabe

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Re: Asymetrisch tillern?

Beitrag von Ravenheart » 06.11.2013, 09:09

Wilfrid hat geschrieben:Rabe, der Pfeil steht mitte Sehne senkrecht auf der selben, der Druckpunkt bei nem guten Tiller ist eben eine halbe Pfeildicke drunter, sonst sieht das Sch ... aus. ..


Veto! Wenn der Griffbereich 12 cm lang ist, und 2 cm nach unten verschoben, also in Bezug auf die geometrische Mitte 4/8 cm (oben/unten), liegt der DRUCKPUNKT genau in der Mitte - und die Pfeilachse liegt dann 1/2 Pfeildicke drüber.

Rabe

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Re: Asymetrisch tillern?

Beitrag von benzi » 06.11.2013, 09:55

@Rabe was genau verstehst Du in diesem Zusammenhang unter Druckpunkt?

Ich kann, wenn ein gerader Bogengriff das zuläßt, den Druckpunkt am Griff mehr als die Hälfte meiner Handbreite verschieben, ohne die Position der Hand in der Höhe zu verändern, bei meinen kleinen Pfoten sind das bereits ca 3cm....

Grüße benzi
"Du hast den Verstand verloren, weißt Du das?" "Dafür hab ich ein Leben lang üben müssen"
(Peaceful Warrior, Film)

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Re: Asymetrisch tillern?

Beitrag von Wilfrid » 06.11.2013, 11:35

Rabe, lach ma ...
Leider habe ich von symmetrisch getillerten Bögen keine Ahnung

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Re: Asymetrisch tillern?

Beitrag von Ravenheart » 06.11.2013, 12:43

:D :D :D

;)

Rabe

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Re: Asymetrisch tillern?

Beitrag von Action » 18.12.2018, 14:38

Moin zusammen,

ich weiß, die Diskussion ist schon etwas älter. Ich bin neu hier und lese aufmerksam schon einige Zeit in diesem Forum (bis auf die Pause der Seite zwischendurch ;) ) Ich baue seit einem Jahr an einigen Bögen herum habe bisher jedoch nur einen schussfähigen Ulmenbogen mit 41# fertiggestellt.

Zu der Tillerfrage: Wenn ich symmetrisch um die Pfeilabschussstelle herumtillere, habe ich dann nicht automatisch einen stärkeren unteren Wurfarm herausgearbeitet?

Danke für eine Antwort!

Martin

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Re: Asymetrisch tillern?

Beitrag von schnabelkanne » 18.12.2018, 20:34

Servus, lies dir mal den Beitrag von Walta durch, genauso mache ich das auch.
Lg Thomas


walta hat geschrieben:
06.11.2013, 06:42
Ketzermodus an
Also ich pfeif auf unten schneller und oben stärker oder so ähnlich. Ich tiller den Bogen symmetrisch und wenn der Pfeil beim probeschiessen blöd fliegt dann dreh ich den Bogen um und schau obs besser wird. Und wenns dann immer noch nicht passt dann mache ich eine Seite ein bischen kürzer und probier wieder.
Ketzermodus aus

Vielleicht, wenn ich mal viele Bögen gebaut habe, dann werd ich das mal kapiert haben. Aber derzeit bin ich einfach nur froh wenn das Ding überhaupt funktioniert.

Walta
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Re: Asymetrisch tillern?

Beitrag von Action » 20.12.2018, 10:52

Moin Schnabelkanne, die Vorgehensweise ist ja OK, vor allem dann, wenn das Stück Holz bei der Bearbeitung ungeplante Züge annimmt.
Aber ich möchte die dahinterstehende Technik verstehen, um ein Optimum aus dem Bogen herauszuholen. Klar am Anfang kann einiges schieflaufen.
Aber mir ist schon soviel schiefgegangen, dass ich mir vorgenommen habe nur noch langsam und mit einem guten Gefühl am Bogen zu arbeiten. Und dann kann auch ein zuvor festgelegter Plan glücken.
Zu meinem Beitrag oben: Um die Pfeilabschussstelle herumtillern ist bestimmt eine gute Idee, aber nur dann wenn diese in der Mitte des Bogens liegen würde und er beim Abschuss nicht mit der Hand festgehalten werden müsste.
Jetzt komme ich mit einem mittig liegenden Griff und meine Bogenhand verdeckt die optimal liegende Abschussstelle wenigstens mit dem Druckpunkt, so dass der Pfeil oberhalb der Bogenmitte auf der Hand aufliegt.
Wenn ich jetzt den Pfeilnock rechtwinklig zum Druckpunkt auf die Sehne einnocke, müsste der Pfeil beim Abschuss vorne leicht angehoben werden. Ist die Vorgehensweise technisch richtig um ein optimales Abschussverhalten (kein Pfeilreiten) und Trefferbild zu erhalten? Habe ich in diesem Fall den unteren Wurfarm um die 3-5mm Sehnenabstand automatisch stärker gestaltet? - ich glaube nicht!
Ich schlussfolgere einfach: Solange ich symmetrisch um den Druckpunkt herumtillere und der Pfeil dazu im rechten Winkel aufgenockt ist, wird sich der Pfeil beim Abschuss von der Bogenhand abheben. Aber ist die Vorgehensweise die Richtige und wann benötige ich den unteren, stärkeren Bogenarm?

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Ragnar_AT
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Re: Asymetrisch tillern?

Beitrag von Ragnar_AT » 20.12.2018, 11:54

Ich schlussfolgere einfach: Solange ich symmetrisch um den Druckpunkt herumtillere und der Pfeil dazu im rechten Winkel aufgenockt ist, wird sich der Pfeil beim Abschuss von der Bogenhand abheben. Aber ist die Vorgehensweise die Richtige und wann benötige ich den unteren, stärkeren Bogenarm?
Weil der Bogen üblicherweise auch asymmetrisch gezogen wird. Mediterran zwei Finger unten, einer oben. Selbst die Daumentechnik zieht asymetrisch.
Beim Compound mit D-Loop und mechanischem Release geht das.
"The man who reads nothing at all is better educated
than the man who reads nothing but newspapers."
-- Thomas Jefferson

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Re: Asymetrisch tillern?

Beitrag von Action » 20.12.2018, 13:50

OK, da habe ich noch nicht drüber nachgedacht. Heißt, mediterran ziehe ich durch den zweiten Finger unten ebenfalls an der Sehne. Sehnenlänge wäre unten verkürzt und würde somit einen stärkeren unteren Wurfarm erzeugen? Aber: Es geht doch um die Pfeilbeschleunigung und nicht um den Auszug. Schließlich beschleunigt die Sehne nicht mediterran sondern symmetrisch um die Pfeilnocke herum.

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Re: Asymetrisch tillern?

Beitrag von Action » 20.12.2018, 14:05

Vorhin bin ich noch zu einem weiteren Schluss gekommen: Optimale Pfeilabschussposition befindet sich in der Mitte des Bogens (wohl weil hier die Kraft beider Arme auf der gesamten Länge optimal ausgenutzt werden kann?). Um den Pfeil dort schießen zu können wird der Griff nach unten versetzt. Würde um diese Abschussposition symmetrisch herumgetillert werden, könnte sich der Pfeil nicht abheben. Darum wird der Untere Wurfarm 3-5mm Sehnenabstand stärker und somit asymetrisch getillert.
Warum habe ich das geschrieben? Ich wollte die Funktionsweise eines optimalen Tillers verstehen. Welche Tillervorgehensweise ist effizienter? Tillern um den Druckpunkt oder tillern um die Pfeilabschussposition (schließlich wird man nicht unbegründet einen nach unten versetzten Griff eingeführt haben - ich kenne diesen Grund jedoch nicht).
Das ist aber nur eins meiner Probleme bei meinem aktuellen Projekt. Ich werde, sobald mir das Möglich ist, dieses Mal veröffentlichen, um nicht für jedes Problem einen Thread finden zu müssen. Bis dahin! Martin

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Re: Asymetrisch tillern?

Beitrag von Becknbauer » 20.12.2018, 16:48

Tillern bedeutet die Belastung möglichst gleichmäßig auf das biegende Holz zu verteilen.
Ein Bogen biegt immer um den Druckpunkt.
Deshalb erscheint es mir als absurd den Tiller an der Pfeilanlage aus zu richten.
Gruß Wolfgang/Beck ' n ' Bauer

Nein, ich bin weder FC Bayern noch Fußball Fan.

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Re: Asymetrisch tillern

Beitrag von schnabelkanne » 21.12.2018, 12:35

Servus,
mach es nicht so kompliziert, der untere WA muss etwas schneller sein damit der Pfeil beim Abschuss leicht angehoben wird. Das erreicht man durch eine stärkeren oder leichteren unteren WA. Ich mässe auf Standhöhe den Max. Sehnenabstand je WA der obere Sehnenabstand sollte etwas größer sein so um die 0,5 cm. Ob die Pfeilauflage genau in der Mitte oder 2 cm ober der Mitte ist, ist m.E. nicht entscheidend. Wenn der untere WA zu schwach ist um den Pfeil beim Abschuss anzuheben dann kannst du z.B. ein wenig kürzen (2 cm); einen leichten Reflex reinbiegen, den Bogen umdrehen; Tempern........ da gibt es mehrere Möglichkeiten.
Mach halt einen Thread auf mit deinem Bogen, dann kann man mehr und genauer darauf eingehen.
Lg Thomas
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