Verdrehter Wurfarm

Themen zum Bogenbau
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Lucky Luke
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Verdrehter Wurfarm

Beitrag von Lucky Luke » 04.04.2011, 14:24

Ich habe folgendes Problem: Der eine Wurfarm des Bogen an dem ich gerade arbeite, hat eine leichte gewachsenen Verdrehung. Dadurch verzieht er sich beim Auszug nach einer Seite (siehe oberste Skizze unten).

Normalerweise sagt man ja, dass wenn sich der Wurfarm verdreht, die "tiefere" Seite zu schwach ist (in der Skizze die linke Seite), und man daher an der "höheren" Seite Holz entfernen muss.
Dementsprechend habe ich momentan wie in der mittleren Skizze die rechte Seite deutlich reduziert. Aber irgendwie weicht der Wurfarm unvermindert zur Seite aus. :(

Nun kamen mir Zweifel, ob diese Strategie bei einer gewachsenen Verdrehung sinnvoll ist.
Das ursprüngliche Verziehen kommt ja dadurch, dass der Wurfarm schräg steht. Und diese Schräge wird ja durch das Holzentfernen rechts noch verstärkt.

Sollte daher bei einer gewachsenen Verdrehung eher auf der anderen Seite Holz entfernt werden, wie auf der unteren Skizze dargestellt? ???



Bild

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Ravenheart
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Re: Verdrehter Wurfarm

Beitrag von Ravenheart » 04.04.2011, 15:06

EIGENTLICH hätte hier eine ausführliche Darstellung zum Thema stehen sollen....:

viewtopic.php?f=58&t=15223#p254807

Leider sind momentan die Bilder weg...
Bitte etwas Geduld!

Rabe

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Firestormmd
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Re: Verdrehter Wurfarm

Beitrag von Firestormmd » 04.04.2011, 15:43

"Damit die Zeichnungen vom Raben oder auch andere gute nicht mehr im Jungle verschwinden und dort nur noch mit archäologischem Ausgrabungsgeschick gefunden werden können sammel ich sie hier ."

Wenn es nicht so tragisch wäre könnte man fast drüber lachen.

Grüße, Marc
"Wer das Training in Frage stellt, trainiert nur, Fragen zu stellen!" - Die Sphinx

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inge
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Re: Verdrehter Wurfarm

Beitrag von inge » 04.04.2011, 15:46

Ich habe mal meine Festplatte durchstöbert und mir Rabes Erlaubnis? siehe Anhang
wurfarm.pdf
(30.44 KiB) 573-mal heruntergeladen

lg
inge
Am Ende stellt sich die Frage:
Was hast du aus deinem Leben gemacht?
Was du dann wünschst getan zu haben, das tue jetzt.
( Erasmus von Rotterdam )

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Lucky Luke
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Re: Verdrehter Wurfarm

Beitrag von Lucky Luke » 04.04.2011, 16:33

Ist schon klar. Bei einer normalen Verdrehung (also Wurfarm in Ruhe gerade, verzieht sich beim Auszug weil z.B. eine Seite zu stark abgetragen wurde) muss ich wie im PDF beschrieben an der "höheren" Seite Holz abtragen.
Das entspricht meiner mittleren Skizze und ist was ich bis jetzt gemacht habe.
Nun ist die höhere (in der Skizze rechte) Seite schon ca. einen halben millimeter dünner als die linke. Trotzdem Verzieht sich der Wurfarm weiter.
Soll ich nun diese rechte Seite weiter abarbeiten, oder sollte man bei einer gewachsenen Verdrehung anders vorgehen?

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Re: Verdrehter Wurfarm

Beitrag von acker » 04.04.2011, 16:34

Eine gewachsene Verdrehung sollte man erstmal mit der Heißluftpistole oder per Dampf begradigen, und dann den rest per Tillern machen .


Hier mal mehr dazu , Rabes Zeichnungen :

schiefe_WA1.JPG

schiefe_WA2.JPG

schiefe_WA3.JPG
Der junge Mensch lernt, was die Erwachsenen wissen und verlernt was er als Kind gewusst hat.

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Re: Verdrehter Wurfarm

Beitrag von Lucky Luke » 04.04.2011, 18:49

acker hat geschrieben:Eine gewachsene Verdrehung sollte man erstmal mit der Heißluftpistole oder per Dampf begradigen, und dann den rest per Tillern machen .
:


Ist sowas also nicht durch tillern auszugleichen? Schade. Die gewachsene Verdrehung sah eigentlich nicht so stark aus. Aber wirkt sich halt leider im Auszug aus. Auf Standhöhe weicht die Sehne ~1cm zur Seite aus (also noch innerhalb der Griffdicke). Bei 20'' bin ich dann schon etwas neben dem Griff...


acker hat geschrieben:Hier mal mehr dazu , Rabes Zeichnungen :


Echt super Zeichnungen - dickes Lob an Rabe...

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Re: Verdrehter Wurfarm

Beitrag von tomtux » 05.04.2011, 14:25

Lucky Luke hat geschrieben:Nun ist die höhere (in der Skizze rechte) Seite schon ca. einen halben millimeter dünner als die linke. Trotzdem Verzieht sich der Wurfarm weiter.


einen ganzen halben mm ? :o

ernsthaft, wenn die dünnere seite nur mehr einen mm dick ist hast du ein problem. eine dickendifferenz von 0,5mm ist höchstens lächerlich bis kaum merkbar. da soll mehr weg!

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Re: Verdrehter Wurfarm

Beitrag von Lucky Luke » 05.04.2011, 22:16

Hmm, ich hab nochmal nachgemessen. Durch den gewölbten Rücken muss man aufpassen wo man genau misst.
Also 5mm von der Kante entfernt ist die eine Seite ca 10,5mm dick. Die ander 11,5 mm.
Ist also mehr als ich dachte. Man kann auch mit dem Auge sehen, dass der Rücken und Bauch nicht mehr parallel sind. Und bei 10% Dickenunterschied hätte ich eigentlich schon ein Effekt erwartet. Aber leider wie gesagt nicht.

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Re: Verdrehter Wurfarm

Beitrag von steffi_83 » 04.05.2014, 20:33

Ich schreib hier mal rein, weil es ganz gut zu meinem Problem passt und ich mir nicht sicher bin, ob ichs richtig verstanden habe.
Ich schnitze grade an einem Stück Holz rum, bei dem der eine Wurfarm etwas verdreht gewachsen ist. Wenn ich ihn vor mir auf dem Tisch liegen habe und auf den Rücken schaue, ist also die eine Seite weiter unten als die andere. Auf welcher Seite nehm ich nun mehr Material weg? Auf der (aus meinem Blickwinkel) höher liegenden oder auf der unteren?

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Re: Verdrehter Wurfarm

Beitrag von Gornarak » 04.05.2014, 22:20

Erstmal arbeitest du parallel zum Rücken, nur wenn sich der Wurfarm im Auszug verdreht, nimmst do auf der Seite am Bauch Material weg, zu der sich der Wurfarm hin dreht.

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Re: Verdrehter Wurfarm

Beitrag von steffi_83 » 04.05.2014, 22:45

ok. Mein verdrehter Wurfarm scheint sich sogar eher ein bisschen gerade zu drehen beim Auszug. Aber bei Weitem nicht ganz. Ich dachte, das man das geradeziehen unterstützen kann. Und nur, damit ichs auch sprachlich richtig verstehe: Die Seite zu der er sich hin dreht wäre vom Rücken aus gesehen die tiefere?

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Re: Verdrehter Wurfarm

Beitrag von Gornarak » 05.05.2014, 09:39

Für mein Verständnis möchte man eigentlich jede seitliche Verdrehung während des Auszugs (und beim Lösen) vermeiden damit die Sehne einen möglichst direkten Weg nimmt.

Ich versuchs nochmal mit nem anderen Bild. Verdreht sich der Bogen beim Auszug wie im Bild (du schaust da, wie beim Schießen, auf den Bauch), ist die rote Seite steifer, weil sie weniger Weg zurück legt. Die muss du also schwächen.

twisted_weaker.jpg
Rot schwächen
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Re: Verdrehter Wurfarm

Beitrag von steffi_83 » 05.05.2014, 12:31

Danke für das Bild. Ich glaub, ich hab mich falsch ausgedrückt. mein Wurfarm verdreht sich nicht zur Seite, er ist in sich gewunden, aber kaum zur Seite. Wenn ich von oben auf den Rücken schaue, anschaue "kippt" also eine Seite nach unten.

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Re: Verdrehter Wurfarm

Beitrag von Gornarak » 05.05.2014, 12:58

Achso - kippen muss genau anders behandelt werden, als Verdrehung. Die Seite, zu der der Wurfarm kippt ist dann schwächer. Man muss also die andere am Bauch schwächen.

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