Verfärbung im Splintholz bei einer Garteneibe

Themen zum Bogenbau
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Holzmann
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Verfärbung im Splintholz bei einer Garteneibe

Beitrag von Holzmann » 03.02.2020, 22:44

Hallo an alle hier im Forum,

ich habe mich schon vor ein 1 oder 2 Jahren hier angemeldet weil ich von dem Forum und den Mitgliedern begeistert war/bin.
Zumindest wie man es als Gast, der schon viele Threads und Themen durchgestöbert hat, beurteilen kann.

Hatte zu der Zeit mit dem Bogenbau angefangen (hiermit einen Grossen dank an Adamus Minor aka Selfbower, der mich mit seinen damaligen youtubechannel auf die Idee gebracht hat es einfach mal zu versuchen) und dachte mir, es kann nicht schaden einem solchen Forum bei zu kommen. Den Accountnamen und Passwort vergessen und nun leider diesen hier erstellt.
Ihr habt also ne Leiche im Keller...
Habe zu der Zeit euer Forum als stiller Beobachter regelrecht aufgesaugt und auch erstaunlich gute Flachbögen aus Haselnuss für meinen Sohn angefertigt. Aufgrund fehlender Zeit aber so nach und nach das Forum und den Bogenbau aus den Augen verloren.
Der Junge ist nun gewachsen und ein neuer Bogen muss her. Ausserdem habe ich selbst auch noch keinen für mich.
Zum Glück habe ich vorgesorgt und mir vor zwei Jahren ein paar Eibenstämmchen vorbereitet und gelagert.

DIE SIND JETZT REIF !! XD

Nun zu meinem Problem:

Die Eibe hat grossflächig im Splint eine bläulich schwarze Verfärbung. Da der Stave nicht gerade ein Prachexemplar ist und aufgrund einiger Grosser Äste an der Seite und eine zu dicke Splintschicht eine menge Arbeit auf mich zu kommt, würde ich bei nichteignung dann doch lieber einen anderen wählen.
Ich hoffe das aufgrund meiner Fotos eine Ferndiagnose machbar ist.

Achso... es soll ein Flachbogen werden mit Kern am Bauch.

Fotos kommen gleich... sehe gerade, sie sind zu gross fürs raufladen...

Gruss Holzmann
Eibe 11.jpg
eibe 31.jpg
eibe 21.jpg

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Re: Verfärbung im Splintholz bei einer Garteneibe

Beitrag von Ravenheart » 04.02.2020, 13:10

Das ist Pilzbefall, der vmtl. durch defekte Äste eingedrungen ist...
Ist aber noch nicht problematisch. Und wenn Du den Kern freilegen willst, kommt ja eh noch was runter; ich gehe mal davon aus, dass die angeschnittene Seite die Bauchseite ist?

Rabe

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Re: Verfärbung im Splintholz bei einer Garteneibe

Beitrag von Holzmann » 04.02.2020, 18:21

Hallo Rabe,

ich hatte die drei dicken Äste und die Stirnseiten nach dem Spalten mit Holzleim versiegelt um eine Kontamination zu vermeiden. Aber vielleicht war es ja auch schon vorher drin.
Kam leider erst beim groben ausarbeiten zum vorschein.
Beim Rücken wollte ich eigentlich noch 1/3 bis 1/2 Splint lassen um ein schönes und effektives Stück Holz zu erhalten.
Gehe davon aus das es sich beim Flachbogen genauso wie beim Elb verhält (bei Eibe). Beim Hasel hatte ich diesbezüglich keine extra Arbeit.
Wäre mein erster Rückenabtrag(und erster Eibenstave)... vielleicht wäre es ratsam mir erst einmal einen leichteren Stamm zu nehmen.
Mir stellt sich auch die Frage ob ich den Stave noch so weit gedreht kriege das die Äste verschwinden...
Eibe Stirn 1.jpg
Eibe Stirn 2.jpg
Das Dickenwachstum ist von einem Ende zum anderen aus ziemlich unterschiedlich was mir später bei der bearbeitung garantiert noch mehr fragen aufgibt...

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Re: Verfärbung im Splintholz bei einer Garteneibe

Beitrag von Ravenheart » 05.02.2020, 11:08

Wichtig ist bei Bemessung der Splintdicke, dass sicher noch bis zum Ende Kernholz verbleibt.
"Standard" wäre, ca. 6 mm Splint zu belassen, was beim ELB dann auf 9 mm Kernholz herausläuft.

Auch wenn Flachbogen evtl. am Ende nur noch 10 mm dick sind, käme man damit noch hin.
Ich würde bei unterschiedlichen Dicken beider Enden (was weitgehend normal ist), mich einfach am DICKEREN Ende orientieren! Also da den Ring so auswählen, dass mind 6 mm bleiben - egal, was dann am anderen Ende raus kommt, (es sei denn, da wären es nur noch 2 mm, was aber unwahrscheinlich ist! Falls doch - einen Ring zugeben!)

Rabe

PS: Bei Eibe muss man ja UNBEDINGT den Splint RINGWEISE abtragen, also immer einen zur Zeit - ganz, dann erst den Nächsten. (Sonst kann man leicht zu tief gehen, denn die Splintringe wechseln mittendrin gerne mal die Farbe, Dicke und/oder Struktur!) Du kannst also jederzeit überprüfen, wenn ein Ring runter ist, wo Du stehst.

Tipp: Verlierst Du beim Abtragen den Überblick, mach den Rücken da, wo Du gerade arbeitest, mit einem feuchten Lappen nass! Nach ein paar Sekunden Aufquellen sieht man dann meist schon gut die aktuelle Abtrag-Kante.
Hilft das noch nicht, schrabbel mit einem weichen (B)-Bleistift über den Zweifel-Bereich und wische das sofort mit nem leicht feuchten Lappen wieder weg. Da die Abtrag-Kante freie Faserenden hat, hält sie im Gegensatz zur unbeschädigten, glatten Ringoberfläche den Graphitstaub stärker fest und wird so sichtbar!

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Re: Verfärbung im Splintholz bei einer Garteneibe

Beitrag von Holzmann » 05.02.2020, 19:03

Ok... wenn du der Meinung bist das es sich mit dem Holz lohnen könnte werde ich jetzt erstmal die Breite reduzieren und versuchen die 3 dicken Äste aus dem Stave zu bekommen. Mal schauen wie der Splint dann aussieht.
Der übrige Kern auf der schmaleren Seite könnte nach weiterer bearbeitung knapp werden...

Werde berichten wie es funktioniert... vielen Dank bis hierhin

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Re: Verfärbung im Splintholz bei einer Garteneibe

Beitrag von Holzmann » 08.02.2020, 12:47

Sooo...
das Holz ist nun grob auf Endbreite und ich habe angefangen die ersten Jahresringe abzutragen...
Hat auch sehr gut geklappt bis ich am schwarz verfärbten Holz angekommen bin.
Ich weiß, ich sollte immer nur einen Ring auf einmal abtragen. Nur wollte ich sehen wie weit sich das Schwarz bis auf den Kern ranwagt.
Habe jetz 7 mm Splint und 7 mm Kern wenn alles gut geht. Zumindest da wo ich schon decrowned habe. Eine Breite von 3 cm und eine Länge von 142 cm. Der Bogen sollte auch nur ein Zuggewicht von ca. 25 Pfund bekommen.
Aber es geht nicht mehr weiter. Und es liegt definitiv nicht am multiplen Ringabtrag sondern am Schwarz. Es lässt sich kein Übergang mehr feststellen.
Weder mit Lampe noch mit anfeuchten.
Hoffe es gibt noch ne Idee...
Eibe decrownen 1.jpg
Eibe decrownen 2.jpg
Es ist aber fraglich ob es sich überhaupt noch lohnt... Das Schwarz im Rücken gefällt mir rein optisch überhaupt nicht.
Und so wie es aussieht bleibt es über grosse Teile im Bogen bestehen

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Re: Verfärbung im Splintholz bei einer Garteneibe

Beitrag von Neumi » 08.02.2020, 14:06

Schau einfach, dass der Splint überall ziemlich gleich dick ist, bei 25# sollte das trotzdem halten (wenn das Holz noch OK ist).
Und wenn sowas geölt ist, sehen die dunklen Bereiche bestimmt ziemlich schick aus.
Grüße - Neumi
...Versuch und Fehler bevor die Sarg-Nägel eingeschlagen werden...

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Re: Verfärbung im Splintholz bei einer Garteneibe

Beitrag von fka » 08.02.2020, 16:31

Ich bin da bei Neumi, bei dem Zuggewicht sollte es egal sein ob Ringe verletzt sind. Es soll Leute geben die warbows aus eibe ohne durchgehenden Ring bauen. Und ich denke auch, dass das schwarze gut kommen könnte im fertigen Bogen

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Re: Verfärbung im Splintholz bei einer Garteneibe

Beitrag von Holzmann » 08.02.2020, 22:17

Ich hab mich doch entschieden weiter zu machen.
Bei Misserfolg hab ich wenigstens ein wenig Erfahrung gesammelt.

Was mache ich denn mit diesem Lümmel?

Eibe Ast.jpg

Würde dort eher mit ner feinen Feile rangehen und bis zum richtigen Ring runter feilen.
Oder sollte ich dort lieber mehr stehen lassen und die oberfläche plan machen?

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Re: Verfärbung im Splintholz bei einer Garteneibe

Beitrag von Ravenheart » 11.02.2020, 13:34

Sehr gute Einstellung!
Ich würde mindestens 1 Ring drüber stehen lassen. In beide Richtungen 3 cm weit...
Weniger zur Stabilisierung - so entgeht man der Gefahr, den wirklichen Rückenring vorzuschädigen… ;)

Rabe

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Re: Verfärbung im Splintholz bei einer Garteneibe

Beitrag von Holzmann » 15.02.2020, 09:34

vielen dank für eure zeit.
werde mich demnächst auch mal im vorstellungsthread verewigen.
ich weiß... falsche Reihenfolge...

nach einem augenscheinlich guten bodentiller bin ich jetzt bei den sehnenkerben angekommen.
es ist wahrscheinlich bei der auszugstärke nicht relevant, doch habe ich auch schon allein aufgrund der optik bei meinen haselbögen nockenoverlays aus eibenkernholz verbaut.
ausserdem ist nach diesem bogen endlich mal einer für mich geplant XD.
somit zu meiner frage:

ab wieviel zuggewicht sind overlays bei eibe oder hasel nötig? und ist eiben- und goldregenkernholz dafür geeignet?
sind beide für mich verfügbar und optisch meine lieblingsholzsorten... wobei meine gelagerten goldregen erstmal nicht in frage kommen. sind wohl noch etwas zu snakey für mein aktuelles können.

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Re: Verfärbung im Splintholz bei einer Garteneibe

Beitrag von Snake-Jo » 15.02.2020, 09:44

Die obligate Verwendung von Overlays ist abhängig von:
- Holzart des Bogens
- Art und Design der Nockkerben, Breite der Bogenenden
- Schlaufenwicklung und Zahl der Stränge der Sehne, auch Material
- Verwendung des Bogens: wie oft?
- das Zuggewicht würde ich bis 60 lb nachrangig behandeln
Ich habe viele bögen um 50 lb, die keinerlei Abnutzung an den Nockkerben zeigen. Sie wurden aber auch nicht viel geschossen.

Wenn schon Overlays, dann was wirklich Stabiles: Horn, Knochen, Hartholz wie Ebenholz

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Re: Verfärbung im Splintholz bei einer Garteneibe

Beitrag von Holzmann » 15.02.2020, 11:15

die Bögen die ich bisher gebaut habe waren aus hasel und übersteigen alle nicht die 25lb.
dieser wird sich auch so einpendeln.
selbst mein eigener eibenbogen, der bald geplant ist, wird die 35lb marke nicht überschreiten.
an harthölzer wie quercus robur komme ich gut ran.
müsste ja demnach auch geeignet sein, oder?

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Re: Verfärbung im Splintholz bei einer Garteneibe

Beitrag von Snake-Jo » 15.02.2020, 11:23

Nö, Quercus robur ist ringporig. Besser geignet sind feinporige, dichte und glatte Hölzer wie Zwetschgenholz, Ebenholz, Akazie, Eisenholz etc.

Spaltrichtung beachten! Nicht dass die Sehne das Holz genau in Spaltrichtung zerlegt.

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Re: Verfärbung im Splintholz bei einer Garteneibe

Beitrag von Holzmann » 15.02.2020, 11:41

habe ich leider nicht in sofortiger Verfügbarkeit. robinia wäre noch im angebot... vielleicht verhält sie sich wie ne echte Akazie.

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