experimentelles Design

Themen zum Bogenbau
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Grombard
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Re: experimentelles Design

Beitrag von Grombard » 22.11.2019, 06:48

Das ist ein Hybrid mit sehr starkem Deflex und negativer Vorspannung.
Sieht hübsch aus.
Aber was hat das jetzt mit dem zitiertem Text zu tun?

Wir sprechen hier von radikalen Recurves, nicht von einem deflexem Hybrid.
IMG_20191117_195709.jpg
Normaler Hybrid ... Da braucht man natürlich kein Carbon.
rps20191122_095629.jpg
Recurves
Die 3 unteren funktioniert ohne multidiretionales Carbon.
Der ganz oben nicht!
irgendwas is ja immer

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locksley
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Re: experimentelles Design

Beitrag von locksley » 22.11.2019, 11:40

@grombard und mike w.
Ihr seid ja räumlich nicht so weit auseinander. Vielleicht solltet ihr euch mal zusammentun. Da käme bestimmt ein interessanter Bogen heraus.
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Mike W.
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Re: experimentelles Design

Beitrag von Mike W. » 27.11.2019, 21:55

Grombard hat geschrieben:
22.11.2019, 06:48
Das ist ein Hybrid mit sehr starkem Deflex und negativer Vorspannung.
Sieht hübsch aus.
Aber was hat das jetzt mit dem zitiertem Text zu tun?

Wir sprechen hier von radikalen Recurves, nicht von einem deflexem Hybrid.
sorry, ich bin nu über 50 :o
da verwechselt man schonmal was ;D
ich war der meinung es ginge um verdrehte wurfarme!?
und schockfreie bögen und so n zeugs....

negative vorspannung?? - der wortsinn ist unlogisch, weil da die sehne durchhängen müßte

vorspannung = der zug der wurfarme der auf die sehne wirkt, wenn sie auf standhöhe ist (nach meinem verständnis)
die negation davon wäre dann was??

das man den deflex hauptsächlich mit entsprechendem reflex die negativen eigenschaften nimmt sieht man bei deinen bögen auch sehr schön( oder mit seehhr kurzer bauweise)
sonst wird es eine lahme nudel

btw.: dein gezeigter hybrid nimmt seine vorspannung entweder ausschließlich aus dem reflex oder er hat eine beachtliche standhöhe, weil er ja den reflex strecken muß um noch als hybrid durch zu gehen
große standhöhen verkürzen aber weg und zeit die der pfeil hat um energie aufzunehmen und leichte pfeile verstärken den effekt noch
das dürfte dann ein setup ergeben, das eine beachtliche anfangsgeschwindigkeit hat aber mit zunehmender strecke schnell nachläßt.

mein nächster hat um die 62"-64"

lg mike ( der auch schon schnelle hybriden gebaut hat
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Re: experimentelles Design

Beitrag von Grombard » 27.11.2019, 22:27

Das bidirektionale 45/45° Carbon braucht man für lange sehr steile Recurves wie bei Border oder wenn man einen Recurve extrem schlank bauen will.

Mit negativer Vorspannung meine ich, dass die Tips im abgespannten Zustand weit hinter dem Rücken sind.
Als ob ein Selfbow derb Set hätte.

Ja, mein 54" Hybrid braucht 7,75" Standhöhe.
IMG_20191117_195513.jpg
Wenn ich den ohne Taper bauen würde bräuchte ich da sicher 10" oder mehr.
Mache ich aber nicht.
Ob das nun viel ist, mag jeder selbst bewerten.

Und am Handschock arbeite ich beim Recurve bei unter 6gpp.
Wenn ein Bogen mit 9-10gpp beim Schuss nicht ruhig in der Hand bleibt, kommt das Design in die Tonne.
Und Stabilität bezieht sich auch auf sehr geringe Pfeilgewichte.
Nicht, dass ich mit so nem Setup schießen will....
Wenn die Pfeile zu flott werden, treffe ich nix mehr.
Aber es gibt genug, denen du sagst 8gpp und dann trotzdem mit 6gpp geschossen wird.
Und da sollte der Bogen halt auch dauerhaft halten.
Da bin ich gerade am Langzeittest.

62" baue ich nur als Takedown.
Mehr als 58" passt nicht in meine Temperbox.
Und was längeres mag ich eh nicht schießen.
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Mike W.
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Re: experimentelles Design

Beitrag von Mike W. » 02.12.2019, 00:10

du kannst machen was du willst und trotzdem gibt es immer jemand der den bogen schrottet!
meine bögen sind normalerweise recht flott , obwohl ich dacron als sehne verwende.
seit gut 2 jahren schieße ich fast ausschließlich einen hybriden mit klebefehler, weil ich testen wollte wie lange der murks hält.
ich schieße nu nicht gerade selten und meistens nutze ich die zeit auch gut aus.
den bogen schone ich nicht!
ich ziehe ihn bis kurz vors stacking....
nun baue ich mir nen neuen, weil ich keine lust hab den länger zu testen.
ich hab aber keine ahnung was die leute mit so nem bogen machen das er bricht.
beim abholen sage ich jedesmal : der bogen ist schnell genug , der brauch kein FF und kein 5-6gpp setup.
und dann kommt ein bogen der nicht in der fuge sondern mitten im bambuslaminat kollabiert ist..................
das kann kein bogenbauer verhindern!
wer die daten und meinen rat ignoriert mußmit den folgen leben!
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Re: experimentelles Design

Beitrag von Grombard » 02.12.2019, 07:35

Rechnen muss man leider mit allem.
Vor allem in Zeiten, in denen ein Herr Brugger mit 125# 3,x gpp schießt und mit 300fps Speed auf allen Kanälen "Werbung" für "höher schneller weiter" macht.
Ich habe auf meinen Bögen das Gegenteil von Dacron.
Ich nutze BCY 452 X. Das Zeug hat irgendwas um die 30% Vectran Anteil. Da kann der Kunde also gerne FF aufziehen um den Bogen zu schonen.
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Rainer_K
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Re: experimentelles Design

Beitrag von Rainer_K » 02.12.2019, 10:39

so, neue Runde.
Wie geschrieben, der 2. Probant hat jetzt einen dünneren Kern, doppeltes CFK Gelege mit +-45° und an den Enden der Keile noch mal abgestuftes CFK.
Der WA verdrehte sich diesmal wesentlich weniger als der letzte, der Knick ist deutlich weniger und den mache ich mir jetzt erst mal fertig mit Furnier an der Unterseite zu den Tips für eine Rille und das ganze ansehnlich verschliffen. Wahrscheinlich baue ich mir dazu dann auch einen neuen Griff. Etwas mehr Dickentaper könnte er noch vertragen aber dann bleibt an den Enden nichts mehr über.
Die Auszugskurve ist gut (kleiner Hickup beim Kurbeln, da dazwischen Bilder gemacht) .
Vom statischen Wirkungsgrad erwartungsgemäß höher als die bisherigen Recurves

Rainer
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Auszugdiagramm RK50.pdf
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RK50_4s.jpg
RK50_3s.jpg
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Re: experimentelles Design

Beitrag von Grombard » 02.12.2019, 12:52

Sieht gut aus.
Bin gespannt, wie er beim Schussverhalten abschneiden wird.
irgendwas is ja immer

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Mike W.
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Re: experimentelles Design

Beitrag von Mike W. » 02.12.2019, 23:24

Vom Bild her dürfte der neñ gleichmäßigen Auszug haben und sehr ruhig im Schuss liegen.
Die WA biegen sich schön!.'
Den würde ich gerne Mal schießeñ!
Schöner Bögen !
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Re: experimentelles Design

Beitrag von Ravenheart » 03.12.2019, 15:52

Sieht jetzt so sehr gut aus!

Rabe

Rainer_K
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Re: experimentelles Design

Beitrag von Rainer_K » 05.12.2019, 13:47

heute mal weiter gewerkelt und die Rillen zur Sehnenauflage reingefeilt. Dann wollte ich es doch mal wissen und habe die WA an einen 5cm kürzeren Griff geschraubt. Meine WA Aufnahme habe ich standardisiert, so dass ich schnell wechseln kann.
Das ist auf jeden Fall der kürzeste Bogen, den ich bisher gebaut habe. Der Auszug fühlt sich gut an.
Ein paarmal habe ich ihn geschossen aber so viel Geschüttele hatte ich noch nie bei einem Bogen? Rätselhaft. Vielleicht weil die WA so wenig Zugkraft haben und dann nach dem Einrollen noch ausschwingen?
Wie dem auch sei. Hier wieder einige Bilder. Im Vergleich auch dazu mein bisheriges Design mit üblicher Länge - schon anders

Rainer
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RK50_8.jpg
RK50_7.jpg
RK50_6.jpg
RK50_5.jpg

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Re: experimentelles Design

Beitrag von Grombard » 05.12.2019, 14:58

Das Nachvibrieren ist bei den starken Recurves nicht zu vermeiden.
Schau dir auf YouTube mal Slowmo-Videos von Border Wurfarmen an.
irgendwas is ja immer

Rainer_K
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Re: experimentelles Design

Beitrag von Rainer_K » 05.12.2019, 16:00

ich denke auch, dass dies immer etwas dabei ist bei diesem Design. Dabei fiel mir ein, dass wir dan der Hochschule ja auch eine Hochgeschwindigkeits Kamera haben, mit der ich ja schon einmal in einer Studienarbeit etwas Geschossen habe.
https://www.youtube.com/watch?v=sG03qj2ZM8k

Die könnte ich mal wieder aktivieren für ein Zeitlupenaufnahme der WA. Die jetzige Sehne ist auch sehr schwer, da von einem anderen Bogen. Ich werde mal eine leichtere mit Dämpfern bauen, mal sehen, was das verändert. Auf jeden Fall war ich erstaunt, dass der Bogen direkt nach dem Aufspannen ohne großes Herumschleifen schon sehr gut mittig verlief.
In diesem Zuge eine andere Frage - was für Klebeband nehmt Ihr zu Abdecken der WA beim Kleben? Ich habe jetzt immer klares Klebeband, gleich 2 Lagen aber manchmal bleibt der ganze Kleber auf der WA Oberfläche und ich brauche gefühlte Stunden mit Aceton , um das Gebäpp da wieder runter zu wischen. Manchmal hilft eine Warmluft Pistole aber manchmal nicht. Habt ihr da einen Rat oder ein besseres Klebeband?

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Re: experimentelles Design

Beitrag von Grombard » 05.12.2019, 18:56

Tesa Präzisionskrepp blau mit klarem Klebeband drüber.
Zieht man in einem Rutsch runter und hat einen perfekt sauberen Wurfarm.
Bis jetzt nix besseres gefunden.
irgendwas is ja immer

Rainer_K
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Re: experimentelles Design

Beitrag von Rainer_K » 11.12.2019, 12:44

so, am Wochenende mal das Chrono herausgeholt.
Als Pfeile hatte ich 600er Carbon Pfeile mit 335gn genommen, das sind dann 11.5gpp beim standard Bogen und 12gpp beim neuen Design
Erst ein paar Schuß mit meinem standard 29lbs Bogen. Bei etwa 27,5" Auszug kam ich dann bei ca. 15 Schuss gemittelt auf 167fps.

Danach der RK50. Abgesehen von dem Scheppern beim Abschuß kam ich im Mittel nur auf ca 155fps.?
Wo bitte bleibt die ganz Energie? Das Scheppern der Sehne auf den WA ist ja alles erst nach dem Verlassen des Pfeils von der Sehne, also sollte diese Energie Umwandlung keine Rolle spielen. Kann es sein, dass das ganze Carbon Kreuzgelege mit dem Harz soviel Dämpfung bringt? (wäre mal wieder ein gutes Thema für eine Studienarbeit) oder welche Einflüsse habe ich noch übersehen?
Der derzeitige Schusskomfort ist unterirdisch. Ich könnte jetzt dieses Design als untauglich verwerfen oder sehen, wo es sich verbessern lässt - vielleicht eine Sehnenbrücke + Sehnendämpfer +??

Rainer

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