Ich habe bei Ebay einen schönen osagebow gesehen. Da ich mir demnächst auch einen bauen will habe ich Fragen zur Konstruktion:
1. Auf dem Bild ist das Griffstück irgenwie reingerückt, bei meinen Bogen läuft der steife Teil aber immer Horizontal durch. Wie bekonmmt man das so hin? Dämpfen?
2. Ich habe schön öfter bei Osage einen flachen WA Querschnitt gesehen, der zu den Tips hin D-förmig auslaufen zu schein? Was hat es damit auf sich?
Gruss Matthias
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Antoine de Saint-Exupéry (1900-44), frz. Flieger u. Schriftsteller
Bei einem meiner Eschenbögen ist dieses eigerückte Design unabsichtlich entstanden einfach weil der Stave viel Reflex über die ganze Länge gleichmäßig verteilt hatte und er sich im Griffbereich aber nicht bog.
Ja, der Griff ist bestimmt set-back ausgeführt, bzw. der Bogen wurde im Griff reflex gedämpft (sozusagen ein Knick im Griff), daraus ergibt sich die "Möwenflügel-Form").
Zu den Wurfarmprofilen kann ich nichts sagen. Höchstens dass da jemand Peitschentiller vermeiden wollte, die WA aber schon zu schmal waren. Aber günstig ist das nicht. Das ist allerdings reine Spekulation meinerseits!
Diese Form ergibt sich auch automatisch, wenn der Bogen im "Rohzustand" insgesamt reflex ist! Die biegenden Teile entwickeln Set und werden gerade (bzw. krümmen sich im gespannten Zustand), der nicht-biegende Mittelteil bleibt reflex - weil er kein Set entwickelt!
Die Bogenenden bleiben designabhängig i.d.R. steifer als der vorrangig arbeitende Bereich. Im arbeitenden Bereich sorgt der flache Querschnitt für eine Entlastung des Holzes, da Druck und Biegung auf eine breitere Fläche einwirken.
Führt man die Enden rund aus, kann man theoretisch Gewicht sparen, da eine geringfügig stärkere Dicke die Enden deutlich steifer macht, als deutlich in der Breite stärker ausgeführte Enden.
Ein Paradebeispiel für dieses Design stellt der Holmegaard-Bogen dar, bei dem diese Variante besonders stark ausgeprägt ist.
Das Zurücksetzen des Griffes ist eine klassische Methode einem geraden Bogen etwas Reflex zu geben. Das macht ihn entweder schneller, oder gleicht möglichen Set aus.
Zur Umsetzung: Enweder so wie Du das vorhast oder auch so:
Bau Dir eine Holzplatte (300/100/19 mm), an deren Enden Du jeweils ein Holzklötzchen (vlt. so 100/25/20 mm) dranleimst. Dann dämpfst Du den Bogen bis er schön weich ist, legst ihn mit dem Rücken über die Klötzchen und drückst ihn mittels Zwinge und Zulage in der Mitte auf den Boden Deiner Leere. Der selbe Effekt wie bei der ersten Variante aber wie ich finde besser zu kontrollieren.
mfG
Zuletzt geändert von Boettger am 19.11.2007, 17:01, insgesamt 1-mal geändert.
Aber: Wenn ich so ein Design aus optischen Gründen bevorzuge, wie mach ich das? So wie von mir beschrieben?
Oder sollte man das besser lassen?
Durch den reflex sollte der Bogen sicher etwas schneller werden. Und die Mehrbelastung müste Osage doch locker verkraften.
Oder wandelt der Lehrling hier auf dünnem Eis?
Gruss Matthias
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@Boettger: Ich hatte ja gesagt, dass ich mir mit den WA-Enden nicht so ganz sicher war - so wie du das erklärt hast, leuchtet es mir sofort ein - Danke!
zu den steifen Wurfarm-Enden:
wie schon gesagt, sparen Runde Wurfarm-Enden Gewicht
-> Dadurch reduziert sich der Handschock
-> der Bogen kann schneller in die Ausgangslage zurück, das ist insbesondere bei leichter Bepfeilung wichtig
Steife WA-Enden bewirken zudem:
-> der Sehnenwinkel bleibt niedriger, wodurch sich der Bogen gleichmäßiger ziehen lässt (Anti-Stacking).
-> Mit Osage können recht kurze Bögen gebaut werden (ich kenne die Maße des abgebildeten Bogen nicht). Vielleicht soll auch nur im Auszug die Sehne nicht von den Nocken hüpfen.
Bei Osage kannst du ausserdem noch recurves drandämpfen, das mit dem D Profil an den Enden is auch ne gute Idee, in der Hauptbelastungzone aber eher flach konstruieren, bei der Breite zwischen 3,4 und 4cm wählen...
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