Ipe in Kleinmenge

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0ri9ine11
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Bambus/Bambus Bögen

Beitrag von 0ri9ine11 » 06.06.2019, 20:16

Wirrwarr hat geschrieben:
24.05.2019, 23:19
Das Problem: Tillern über den Bauch sollte man dann lieber lassen ;)
kra hat geschrieben:
26.05.2019, 17:14
ist nicht ganz einfach, weil man eigentlich primär über den Rücken tillert.
Wieso eigentlich? Wenn Es zwei Bauchseitig verleimte Lesiten sind, die sich quasi gleichen, warum sollte man eher den Rücken "verletzen" anstatt die Bauchlage.
Wenn ich das übertrage auf andere Holzlaminierte Bögen, da muss der Rücken auch aus einem unversehrten Jahresring bestehen, aber am Bauch ist das weniger wichtig ???

Wirrwarr
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Re: Ipe in Kleinmenge

Beitrag von Wirrwarr » 06.06.2019, 20:39

Ja, am Rücken sollte man auch bei Bambus keine Fasern durchtrennen.

Wie Kra schon gesagt hat:
Die stärksten/meisten Fasern liegen aber ganz außen, sieht man im Querschnitt sehr gut.
Deswegen sollten die Bambusleisten schon vor dem Verleimen getillert werden, um nicht von außen nacharbeiten zu müssen.


Das bedeutet auch, dass du beim Kauf darauf achten solltest, dass der Bambus gleichmäßig gewachsen ist und keine großflächigen Verdickungen ober/unterhalb der Nodien hat.

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kra
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Re: Ipe in Kleinmenge

Beitrag von kra » 10.06.2019, 21:33

Wie geschrieben, lohnt nur wenn der Bambus gut ist, also eine dicke Schicht mit den "Kraftfasern" aufweist.
Wie bei den meisten Hölzern (und Menschen >:) ) ist bei Bambus auch die kritische Stelle der Bauch. Von der Zugfestigkeit her ist Bambus kaum zu toppen. Aber unter Druck spielt auch die Matrix, in der die Zugfasern eingebettet sind eine Rolle (deswegen bringt auch bei Bambus das tempern der Bauchlage was). Und die meisten Zugfasern (und somit die wenigste Matrix) ist nahe unter der Rindenschicht. Man schaue sich mal einen Querschnitt an.
Von daher ist es eher zu verkraften, wenn der Rücken etwas weniger zugfest ist als das der Bauch nachgibt. Auch wenn man die Nodien am Rücken etwas abschleift wird ja ein Teil der Fasern unterbrochen - und die Bögen halten trotzdem.
ABER -- alles in Maßen. Wenn man den Rücken durch einen Schnitt in Querrichtung schwächt wird auch ein Bambus-Backing brechen/reißen.

Btw, auch bei Holz ist es ähnlich. Klar kann man den Rücken mit Schmirgelpapier etwas abschleifen. Solange das Gleichgewicht gewahrt bleibt passiert noch nichts. Allerdings kommt bei Holz erschwerend hinzu, das die Fasern selber kürzer sind und von daher auch nicht so extrem zugfest wie bei Bambus. Und als weiteres Gegenbeispiel - Hickory nimmt es auch nicht so übel, wenn man am Rücken etwas pfuscht, da hier die Fasern sehr stark ineinander verwoben sind und einen zähen, in sich geschlossenen Verbund bilden.

Von daher, man kann einen bambusbelegten Bogen sehr wohl (in Grenzen) vom Rücken her tillern.
“Was wir brauchen, sind ein paar verrückte Leute; seht euch an, wohin uns die Normalen gebracht haben.”
– George Bernard Shaw

0ri9ine11
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Re: Ipe in Kleinmenge

Beitrag von 0ri9ine11 » 10.06.2019, 23:16

:D Danke für die Erklärung ihr beiden!

Rainer_K
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Re: Ipe in Kleinmenge

Beitrag von Rainer_K » 09.10.2019, 09:34

ich laes gerade die Frage nach Ipe und die diskussion scheint ja etwas abgedriftet zu sein. Ich habe meine Terassendiese Ipe beim Habisreutinger gekauft, einem Holzhändler in Weingarten. Ich glaube, den gibt es auch anderswo.
Habe die Ipe am Bauch und das Bambus am Rücken bei meinem Langbogen dann verklebt
Rainer

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