Spitzen mit Schraubgewinde schneiden kaum ein?

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Lamiro
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Spitzen mit Schraubgewinde schneiden kaum ein?

Beitrag von Lamiro » 02.05.2023, 09:09

Hallo

Ich wollte mal Schraubspitzen ohne Konus versuchen. Habe zur Sicherheit vorne noch etwas Heißkleber rein getan. Beim Festziehen waren sie auch ordentlich stramm.
Leider blieb eine von drei schon beim ersten Schießen in der Scheibe. Auf dem Schaft sah man auch nur eine hauchdünne Spur eines Gewindes.
Heißkleber bei Schraubgewinde war natürlich eine schlechte Idee, weil der vermutlich kalt war, eh ich eingeschraubt hatte aber ich bin etwas verwundert, dass das "Gewinde" nur eine Haarbreit ins Holz geht, wirklich halten konnte das auch nicht.
Ist das normal und sollten Schraubspitzen hauptsächlich durch Pattex Endfest o.ä. am Schaft kleben oder habe ich Schrott-Spitzen gekauft? Der Schaft war ein normaler 5/16" Fichtenschaft von einem Bogensport Versand.

Vielen Dank!

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fka
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Re: Spitzen mit Schraubgewinde schneiden kaum ein?

Beitrag von fka » 02.05.2023, 09:13

Du brauchst einen Gewinde Schneider. Mit dem schneidet man das Gewinde vor, macht ihn runter und schraubt die Spitze auf. Kein Kleber notwendig.
LG Felix

Lamiro
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Re: Spitzen mit Schraubgewinde schneiden kaum ein?

Beitrag von Lamiro » 02.05.2023, 09:23

Auch bei angeblich "selbstschneidenden" Spitzen? Und ist das Gewinde genormt oder muss ich mich dann sicherheitshalber auf einen Hersteller festlegen?

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kra
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Re: Spitzen mit Schraubgewinde schneiden kaum ein?

Beitrag von kra » 02.05.2023, 09:31

Da werden die Schäfte einen Tikken zu dünn gewesen sein.

Btw, das Gewinde der parallelen Schraubspitzen ist nur ca. 1 cm lang und schneidet <1mm tief ein. Heißkleber ist schon ne brauchbare Option dafür, aber du mußt die Spitzen auch heiß aufschrauben (dann benötigt man auch keinen Vorschneider für das Gewinde).
Bewährtes Vorgehen: eine Stückchen Heißkleber in die Spitze geben, Spitze stark erhitzen bis der Kleber fließt und Blasen wirft, aufdrehen bis zum Grund des Gewindes (evtl. Tiefe am SChaft markieren) und dann nochmals mit der HLP heiß machen bis etwas überschüssiger Kleber am Übergang zum Schaft austritt. in Ruhe abkühlen lassen. Lieber etwas mehr Kleber nehmen als zu wenig.

PS. Selbstschneidend ist erstmal ein Marketingbegriff. Wenn man die Spitzen kalt aufdreht kann es leicht passieren (besonders bei weichen Hölzern wie Fichte) das man das Ende des Gewindes überdreht und so das Holz an der Stelle zerstört. Aber mit Heißkleber lassen sich die Spitzen, so man denn sorgfältig arbeitet (s.o.), sicher befestigen.
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Re: Spitzen mit Schraubgewinde schneiden kaum ein?

Beitrag von Lamiro » 02.05.2023, 23:08

Danke für die schnellen Antworten. Vielleicht bestelle ich mir mal einen Gewindeschneider für 2,50, falls ich mal einen Pfeil aus harter Eiche bauen will :-) Wenn ich aber bei einfachen Fichtenholzpfeilen eh Heißkleber verwenden sollte, spare ich mir dann wohl das Gewinde und nehme eine normale Konus-Klebespitze.

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Re: Spitzen mit Schraubgewinde schneiden kaum ein?

Beitrag von Anasazi » 03.05.2023, 08:59

Ich bin mit den parallelen Schraubspitzen nie warm geworden....und nehme i.d.R. Konusschraubspitzen oder auch Klebespitzen.

Je nach Spitze muss aber geschaut werden, dass der angespitze Konus zur Spitze passt (oder anders herum).

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Re: Spitzen mit Schraubgewinde schneiden kaum ein?

Beitrag von kra » 03.05.2023, 17:09

Aus deiner Antwort klingt eine gewisse "Geringschätzung" für die Pfeile heraus ;) .
Du solltest aber bedenken, das es die Pfeile sind, die treffen! Es lohnt also, selbst wenn Pfeile auf Dauer Verbrauchsmaterial sind, hier Sorgfalt und Arbeit (und Zeit!) hineinzustecken.

Sowohl das Ergebnis wie auch dein Lernfortschritt werden es dir danken.
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Re: Spitzen mit Schraubgewinde schneiden kaum ein?

Beitrag von benzi » 18.05.2023, 23:33

Lamiro hat geschrieben:
02.05.2023, 23:08
Wenn ich aber bei einfachen Fichtenholzpfeilen eh Heißkleber verwenden sollte, spare ich mir dann wohl das Gewinde und nehme eine normale Konus-Klebespitze.
Es ist voll ok einfache Pfeile zu machen und den Material- und Zeitaufwand dafür gering zu halten, kommt immer drauf an, was mensch damit vor hat... 😊
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(Peaceful Warrior, Film)

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Re: Spitzen mit Schraubgewinde schneiden kaum ein?

Beitrag von Snake-Jo » 23.05.2023, 08:33

Mir kam es immer darauf an, niemals eine Spitze im Holz oder in der Strohscheibe zu verlieren. Wenn sie abbricht, o.k., aber in der Vergangenheit sah ich immer wieder tief im Stroh versenkte Spitzen, die schlecht geklebt waren.
Also: Konus-Schraubspitzen und geklebt mit UHU-Endfest 8) 8) 8)

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