Natternhemd-Belag

Hölzer, Kleber, etc.
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Snake-Jo
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Re: Natternhemd-Belag

Beitrag von Snake-Jo »

@all: Geht bald weiter, bitte warten. Muss die Bilder extra erstellen. ;)
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Hairun
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Re: Natternhemd-Belag

Beitrag von Hairun »

Super Jo!
Bin gespannt wie es weiter geht und wann ich dazu komm das auch mal zu probieren :)
Hairun
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Treibholzhai
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Re: Natternhemd-Belag

Beitrag von Treibholzhai »

Snake-Jo hat geschrieben: Für die weitere Verwendung wird die Haut mit der Fleischseite nach außen auf einen zum Bogen passenden Pfeil gerollt.
Weil dann auch ein Blinder zusammengehörigen Bogen und Pfeil findet. Auch Blinde schießen schließlich gerne passende Pfeile. ;D
Snake-Jo hat geschrieben:@Hairun, Botjer, Acker: Danke für das Interesse. Ich leg dann mal los. Ansonsten ist die Resonanz ja eher gering. Wohl wieder ein Haufen Mitleser, die sich nicht outen. :'(
Mitlesen ist doch ok, oder? Weiß ich, was in einem Artikelfaden alles Interessantes zwischen den Themenbweiträgen kommt?

Andreas
Das Auge schießt mit ...
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Quercus
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Re: Natternhemd-Belag

Beitrag von Quercus »

Hey Jo,
lese diesen Thread heute zum ersten mal mit und bin sehr gespannt, wie es weiter geht. Habe zwar noch kein Natternhemd aber das kann sich ja manchmal von heute auf morgen ändern.

QS
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BeaverBow
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Re: Natternhemd-Belag

Beitrag von BeaverBow »

Ich will auch weiterlesen!!! Danke :-)
Grüße
Christian
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Snake-Jo
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Re: Natternhemd-Belag

Beitrag von Snake-Jo »

@Treibholz: Klar, immerzu mitlesen. Peinlich wird es nur, wenn der Author dreimal hintereinander postet, ohne dass ein Kommentar erscheint. Daher bin ich für gelegentliche Kommentare schon dankbar. :)

3. Schritt: Haut entfetten
Beim Häuten produziert die Schlange eine ölige Substanz, die ihr das Häuten erleichtert. Dieser ölige Film muss vor dem Kleben entfernt werden. Das aufgerollte Natternhemd wird daher für rund eine Stunde in Waschbenzin, Nitroverdünner oder Aceton gestellt.
Waschbenzin.jpg
Danach muss man das Natternhemd wieder abrollen und hängt es wie eine Bandnudel über einen Stab zum Trocknen. Dies dauert nur wenige Minuten.
Achtung: Dämpfe nicht einatmen, kein offenes Feuer, nicht rauchen!
Ma sieht, dass das Lösungsmittel die Hornhaut nicht angreift und auch die reingebügelte glatte Oberfläche erhalten bleibt.
aufhängen.jpg
Danach das Hemd wieder mit der Fleischseite nach außen aufrollen, wobei durchaus ein kantiger Stab besser geeignet ist als der runde, mystische Pfeil. ;D
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Zunder
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Re: Natternhemd-Belag

Beitrag von Zunder »

Hallo Snake-Jo,

Deine Anleitung finde ich super!!!!! Vergleichbar ist m. E. nur noch "Gordon Fertlitsch's hazelnut D-bow buildalong".

Viele Grüße vom "Eier-König",

Markus
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Snake-Jo
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Re: Natternhemd-Belag

Beitrag von Snake-Jo »

@Zunder: Danke! Das geht ja runter wie das Öl vom Natternhemd mit Waschbenzin. :)

Übrigens nicht mehr lange: Der Winter kommt und dann gibt es wieder ein Holzeier-Quiz. Da mußt du dann den Titel verteidigen.
:o :o
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Re: Natternhemd-Belag

Beitrag von Galighenna »

Ich wusste nicht das Schlagen ein Öliges Zeug produzieren damit die Häutung leichter geht... Aber die Haut sieht ja so echt super aus.
Wenn man vor dem Aufleimen der Haut noch für einen Untergrund sorgt, der die Haut farblich noch unterstützt, bin ich mir sicher, das die genauso farbenreich und kontrastreich aussehen kann wie eine richtige Schlangenhaut.

Niedlich finde ich aber die Bezeichnung "Mild" auf der Reinigungsbenzin-Flasche. Das hat was von: Mein doppeltgebrannter 98%iger Bananen-Schnapps ist sowas von mild... nicht wahr Jo? ;D 8)
Übel übel sprach der Dübel,
als er elegant und entspannt
in der harten Wand verschwand
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Snake-Jo
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Re: Natternhemd-Belag

Beitrag von Snake-Jo »

@Gali: Ja, wir verstehen uns.... ;D

4. Schritt: Bogenrücken vorbereiten
Der Bogenrücken wird schön plan geschliffen. Am besten leicht ballig mit abgerundeten Kanten (s.u.). Ein Zweikomponenten-Epoxy-Kleber (UHU Endfest) wird aufgetragen, mit der Heißluftpistole oder einem Haarfön erwärmt und - so verflüssigt - dann mit einem Pinsel schön verstrichen. Man arbeitet vom Griff Richtung Tipps. Es wird das breite Ende der Haut am Griff angesetzt, sodass der schmalere Schwanzteil am Tipp endet.
Endfest auftragen.jpg
5. Schritt: Natternhemd aufziehen
Vorab wird der Kleber nochmals erwärmt und dadurch flüssiger. So dringt er besser in jede Falte der Haut ein. Man kann das auch sukzessive machen: Verflüssigen direkt vor der Hautrolle und in den flüssigen Kleber hineinrollen bzw. die Haut auftragen/ aufrollen.
Haut auflegen.jpg
Wenn das Natternhemd komplett auf dem Bogenrücken aufgezogezogen wurde, sollte man die überstehende Haut mit einer scharfen Schere abschneiden und erst dann fortfahren.
Nun kann man das Ganze nochmals erwärmen. Aber Obacht: Mehr als 40° sind nicht gut für die Haut. Sie bekommt dann Sonnenbrand und Bläschen! Also milde Wärme, am besten mit einen Haarfön. Ist alles schön warm, kann man die Haut mit einem Kantenroller oder einer Schaumgummirolle fest andrücken. Mit einem Finger streichen geht auch, sofern kein Kleber durch irgendwelche Löcher diese Aktion stört.
Kantenroller.jpg
Zuletzt geändert von Snake-Jo am 18.09.2010, 17:44, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Natternhemd-Belag

Beitrag von Snake-Jo »

noch 5. Schritt: Natternhemd aufziehen
Abschließend wird die Haut mit einem Gummiband (flaches, breites Hosenband) fest am Bogenarm angepreßt. Dazu umwickelt man Wurfarm und Haut bündig mit dem Gummiband, welches vorteilhaft vorab um einen Griff gerollt wurde. HIerzu war es wichtig, die überstehenden Kanten abzuschneiden, damit sie die restliche Fläche nicht beeinflussen und verziehen.
Der Gummi wird nur auf der Unterseite gespannt, dann mit dem Finger an der Kante festgehalten und sachte über die Haut gelegt, gespannt, gehalten, gelegt etc. So wird gewährleistet, dass die Oberfläche nicht verzerrt wird.
Wenn der Bogenrücken zu den Kanten leicht gewölbt (ballig) gearbeitet wurde, legt sich das Gummiband und damit die Haut besser an.
Gummiband.jpg
Da UHU Endfest längere Zeit braucht, um abzubinden, kann in dieser Zeit durch den Anpressdruck des Gummibandes der flüssige Kleber in alle Poren und Falten dringen.
Man legt nun den Bogen in die Wärme (nähe Heizkörper) und wartet 12-24 h. Das Gummiband hat eine textile Oberfläche, die kaum festklebt. Es läßt sich daher meist wieder gut abwickeln. Vorteilhaft ist natürlich sauberes Arbeiten und keine Sauereien mit dem überschüssigen Kleber. ;)
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Quercus
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Re: Natternhemd-Belag

Beitrag von Quercus »

Hey Jo,
toll erklärt. Muß gleich mal Kontakt zum Reptilien und Amphibien-Verein in der Nähe aufnehmen. Da sollten sich wohl ein paar Hemden auftreiben lassen.

Spricht irgendetwas gegen Fahrradschäuche zum Umwickeln?

QS
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walta
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Re: Natternhemd-Belag

Beitrag von walta »

Bei Gummiband fällt mir Theraband ein. Ist ein überbreites Gummiband welches man für Gymnastikübungen verwendet. Ähnliches Material wie Fahradschlauch. Gibts in verschiedenen Zugstärken ;-) ein paar mal in Jahr sehr günstig im Billigeinkaufshaus eurer Wahl.

grüsse
walta
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der keine schlange hat :-(
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Snake-Jo
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Re: Natternhemd-Belag

Beitrag von Snake-Jo »

@Quercus und walta: Nein, vergeßt es, kein Terraband und auch keinen Fahrradschlauch. Ich habe beides schon probiert und danach war ich erstmal weg vom Wickeln mit Gummiband, bis ich im Reflexbogenbuch bei Micha Wolf S. 274 das Hosengummiband erwähnt fand. Ich habs ausprobiert, nur wickle ich auf Stoß (s.u.).
Konkret: Fahrradschlauch ist zu stark, der verdrückt die feine Haut. Terraband ist zu breit, zu elastisch, schwer zu schneiden und zu händeln. Dieses Gummihosenband gibt es in jedem Supermarkt:
z.B. von wenco, 2 Meter Breitelastic ( 14 mm), ca 2,50 Euro.

6. Schritt: Endbehandlung
Am nächsten Tag wird das Gummiband abgewickelt. Wenn sich nun feine Falten zeigen, dann hat man an der Oberseite zuviel Zug auf das Gummiband gegeben und/ oder nicht sauber auf Stoß gewickelt.
Nun kann man die Kanten beschleifen, vorzugsweise mit Sandpapier und Schleifklotz.
Kanten schleifen.jpg
Danach wird die Haut aufgerauht für die Lackierung. Diese ist zwingend notwändig. Man muss sich das so vorstellen: Auf dem Holz wird die dünne Hornhaut mit dem Kleber fixiert, auf der Oberseite ist sie noch ungeschützt und kann u.U. leicht abgerubbelt werden. Ich rauhe immer mit Stahlwolle auf. Wenn sich hierbei die Schuppen lösen, haben wir nicht immer ein Problem. Es gibt Schlangenhäute, bei denen halten die Schuppen, bei den Natternhemden ist es ähnlich, z.B. bei der Vierstreifennatter halten sie, bei der Peitschennatter nicht. Werden nun die Schuppen runtergerubbelt, so hat man immerhin noch eine Schlangenhaut-Struktur, die auch ganz gut aussehen kann (Bild kommt später).
aufrauhen.jpg
Nach dem Aufrauhen nochmals entfetten: Einfach mit Nitroverdünner o.ä. drüber wischen. Dann mit einem Holzsiegellack in Seidenmatt 2-3 mal lackieren.
lackieren.jpg
Bevor jetzt die Fragen kommen, ob man auch ölen oder wachsen kann, hier die Antwort: Es geht nicht um das Konservieren gegen Feuchtigkeit, sondern es geht hier um das Stabilisieren der fragilen Haut. Mit einigen Lackschichten eines Fußbodensiegellacks erhalte ich eine hornharte Oberfläche, die sich nicht mehr so leicht lösen läßt.
Alternativ kann man das Ganze auch mit flüssigem Epoxy oder Endfest überstreichen, überschleifen (240er Körnung ) und dann einmal lackieren.
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Re: Natternhemd-Belag

Beitrag von acker »

Sehr schön und anschaulich dargestellt Jo .
Gruß acker
Der junge Mensch lernt, was die Erwachsenen wissen und verlernt was er als Kind gewusst hat.
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