Er ist vom Typ "Tybrind Vig", so heißt der Fundort im kleinen Belt, ca. 150 Meter vor der heutigen Küste in der Ostsee.
Man hat dort einen kompletten Bogen und 11 Bogenfragmente aus dem Mesolithikum gefunden.
Das Original mas 167 cm, hatte ca. 60-75lbs und ist vor ~ 6000 Jahren aus Ulme entstanden. Viele von Euch werden das sicherlich wissen.
"Lillebelt" ist 70´´ lang und hat 34# bei 29´´ Auszug. Gebaut aus heimischer Esche. Standhöhe knapp 15 cm. Finish; 4x Leinölfirnis.
Geplant waren zwischen 40 und 45 lbs. Durch ein Mißgeschick beim Einspannen kurz bevor er fertig war, ist eine schadhafte Stelle im Holz entstanden und so wurde er etwas schwächer - schießt aber trotzdem verhältnismäßig schnell.
Halbwegs authentische Pfeile mußten natürlich auch her.
Meine Wahl fiel auf Kiefernschäfte, Spine 35 - 38 lbs, Finish 3 x Leinölfirnis, 100 gr. Spitzen von T.H. (auch wenn´s die im Mesolithikum vermutlich noch nicht gab
Die Pfeile sind mit Graugansfedern befiedert und durchgewickelt, einige haben eine weiße Leitfeder.
Es ist ein großartiges Gefühl Pfeile zu verschießen von einem Bogen den man von A-Z ohne jede Anleitung selbst hergestellt hat, aber wem erzähle ich das hier !
Bei nächster Gelegenheit ich mir eine gebrauchte Hobelbank zulegen (um beim Einspannen nicht wieder etwas kaputt zu machen) und meine Werkstatt etwas umgestalten.
Bogenbau hat etwas so hoch infektiöses an sich und die Symptome wird man offensichtlich nur schwerlich wieder los.
An meinem Logo ist mir noch ein kleiner Anglizismus unterlaufen: Es heißt "Ravnbue" (dän. Rabenbogen) und nicht Ravenbue!
"Lillebelt" hat inzwischen schon ca. 350 Pfeile geworfen.
LG HaithaBU
